Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutlicher Rückgang der geleisteten Arbeitszeit seit 1970

23.10.2003


Während die Zahl der Erwerbstätigen im früheren Bundesgebiet im Zeitraum 1970 bis 1991 sowie in Deutschland von 1991 bis 2002 zugenommen hat, sind die geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen im selben Zeitraum fast stetig gesunken. Dies sind Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen, die das Statistische Bundesamt gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesanstalt für Arbeit (BA) vorlegt.


Nach Berechnungen des IAB wurden im Jahr 1970 durchschnittlich 1 956 Arbeitsstunden von jedem Erwerbstätigen im früheren Bundesgebiet geleistet. Im Jahr 1991 waren es in den alten Ländern und Berlin-West 1 542 Stunden. Lediglich im Jahr 1976 kam es im früheren Bundesgebiet aus konjunkturellen Gründen zu einem leichten Anstieg der durchschnittlich geleisteten Arbeitszeit um 0,7% im Vorjahresvergleich.

In den zwölf Jahren nach der Wiedervereinigung Deutschlands ist die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen im Vergleich zu den Jahren 1970 bis 1991 schwächer gesunken und zwar von 1 541 Stunden im Jahr 1991 um 98 Stunden auf 1 443 Stunden im Jahr 2002 im gesamten Bundesgebiet.


Neben den strukturellen Veränderungen der Erwerbstätigkeit in den letzten 32 Jahren, in denen die Teilzeitbeschäftigung und insbesondere hierbei die geringfügige Beschäftigung zunehmend an Bedeutung gewonnen haben, wirkten sich auch weitere Einflüsse auf die Entwicklung der geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen aus:

In den Jahren 1970 bis 1990 waren dies vor allem die Verkürzung der tariflichen Wochenarbeitszeit, die Ausweitung des jährlichen Urlaubsanspruchs und die Reduzierung von Überstunden. Diese Tendenzen haben sich in den neunziger Jahren verändert. So waren für die weitere Reduzierung der durchschnittlichen Arbeitszeit je Erwerbstätigen in den neunziger Jahren fast nur noch die starke Ausweitung der Teilzeitbeschäftigung und die bis in die späten neunziger Jahre anhaltenden tariflichen Angleichungsvorgänge in den neuen Ländern an das West-Niveau sowie konjunkturelle Einflüsse ausschlaggebend.

Das Arbeitsvolumen, das Produkt aus Erwerbstätigenzahl und Arbeitszeit je Erwerbstätigen, hat sich in den letzten 32 Jahren unterschiedlich entwickelt:

In den Jahren 1970 bis 1980 nahm es im früheren Bundesgebiet um jahresdurchschnittlich 0,9% ab, während die Erwerbstätigkeit im gleichen Zeitraum um 0,3% pro Jahr stieg. Dagegen erhöhte sich im Zeitraum 1980 bis 1991 das Arbeitsvolumen der Erwerbstätigen leicht um jahresdurchschnittlich 0,1% in den alten Ländern und Berlin-West, bei einer jährlichen Zunahme der Erwerbstätigen um durchschnittlich 1,2%.

Seit 1991 hat sich das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen in Deutschland bei einem schwachen Anstieg der Erwerbstätigkeit verringert. Der Rückgang fiel allerdings bei einer Zunahme der Erwerbstätigkeit von 38,5 Mill. Personen im Jahr 1991 auf 38,7 Mill. Personen im Jahr 2002 mit 3,5 Mrd. Stunden etwas schwächer aus als in den Jahren 1970 bis 1991 (– 4,1 Mrd. Stunden).

Mit diesen Ergebnissen liegen vergleichbare Zeitreihen über die tatsächlich geleistete Arbeitszeit im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für die Jahre 1970 bis 2002 nach dem Europäischen System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (ESVG 1995) vor. Die bisher für Deutschland veröffentlichten Angaben nach dem ESVG 1995 wurden um revidierte Daten für die Jahre 1970 bis 1991 für das frühere Bundesgebiet ergänzt.

Diese und weitere Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen sind im Statistik-Shop des Statistischen Bundesamtes abrufbar.

Eine ausführliche Darstellung wird demnächst vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) veröffentlicht. [Susanne Wanger (2003): Arbeitszeit und Arbeitsvolumen in der Bundesrepublik Deutschland 1970 – 1990. In: Beiträge zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (BeitrAB 274)]. Diese Veröffentlichung kann dann bezogen werden vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit, Nürnberg, sowie über das Internet .

Erwerbstätige und geleistete Arbeitsstunden im Inland

Jahr1)

Erwerbstätige 2)

Geleistete Arbeitsstunden 3)

der
Erwerbstätigen

je
Erwerbstätigen

Personen in 1 000

Mill. Stunden

Stunden

1970

26618

52075

1956

1975

26221

47122

1797

1980

27377

47611

1739

1985

27533

45663

1659

1991

31116

47990

1542

1991

38454

59254

1541

1995

37382

56836

1520

2001

38911

56409

1450

2002

38671

55791

1443

Durchschnittliche jährliche Veränderung in %

1970/1980

0,3

– 0,9

– 1,2

1980/1991

1,2

0,1

– 1,1

1991/2002

0,1

– 0,5

– 0,6

1) 1970 bis erste Angabe 1991 früheres Bundesgebiet, ab zweite Angabe 1991 Deutschland.
2) Jahresdurchschnitte.
3) Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesanstalt für Arbeit (BA) Nürnberg.



Weitere Auskünfte erteilt: Sigrid Fritsch, Tel. 0611-75-2054, E-Mail: vgr-erwerbstaetige@destatis.de

Sigrid Fritsch | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte