Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit importierten Arzneimitteln können jährlich 450 Mio. EURO eingespart werden

11.10.2002


Aktuelle Untersuchung zeigt: Bisher wird nur ein Fünftel der Möglichkeiten genutzt



Durch reimportierte Arzneimittel haben die Gesetzlichen Krankenkassen in der ersten Hälfte dieses Jahres 56 Mio. EURO Ausgaben eingespart. Das ist jedoch nur ein kleiner Teil der insgesamt in diesem Bereich bestehenden Reserven. Aktuelle Berechnungen des haben ergeben, dass sich auf das Gesamtjahr hochgerechnet weitere 340 Mio. EURO einsparen ließen. Im ersten Halbjahr 2002 sind diese Produkte lediglich in 19,5 % der möglichen Fälle in der Apotheke abgegeben worden.



Die in letzter Zeit von der Pharma-Presse aufgestellte Behauptung, die Reimporteure erhöhten im Windschatten der gesetzlichen Abgabepflicht durch Preiserhöhungen ihre Profitmargen, ist mit der jetzt vorliegenden Untersuchung eindeutig widerlegt: Zum Stichtag 1. September 2002 lag der Preis des jeweils günstigsten Reimportpräparats um durchschnittlich 9,95 % unter dem seines originalverpackten Pendants, während es ein Jahr zuvor mit 10,24 % fast genau derselbe Wert gewesen ist. Fazit: Abgabe von Reimporten ist unverändert wirtschaftlich, entlastet die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung.

Auch für den Patienten kann die Abgabe eines Reimportes attraktiv sein, der Preisunterschied kann bei gängigen Präparaten 40 % oder mehr betragen. Bestes Beispiel: die Pille zur Empfängnisverhütung. Spitzenreiter ist hier das Präparat Stediril D, das als Original 41,26 EURO kostet, in der Wissenschaftliches Institut der AOK preiswertesten Version jedoch nur 18,78 EURO, also weniger als die Hälfte. Solche Produkte zeigen, dass der Patient unmittelbar von der Preiskonkurrenz profitieren kann: Oft werden diese Arzneimittel vom Patienten selbst bezahlt, in anderen Fällen kann er zumindest seinen Zuzahlungsbetrag reduzieren, wenn er in der Apotheke ausdrücklich nach einem Reimport fragt.

Als Reimporte werden Arzneimittel bezeichnet, die von darauf spezialisierten Firmen im Ausland aufgekauft, gemäß deutschem Recht umverpackt und anschließend in Deutschland ganz ordnungsgemäß vertrieben werden. Für die Patienten ergibt sich dadurch kein Unterschied, sie erhalten das Originalprodukt einschließlich einer deutschen Packungsbeilage - nur die Verpackung kann etwas anders aussehen. Entscheidend ist, dass diese Medikamente von Markenherstellern produziert worden sind, die ihre Produkte hierzulande unter eigenem Namen ebenfalls anbieten. Die Hersteller verlangen auf dem deutschen Markt häufig jedoch Preise, die im europäischen Vergleich sehr hoch liegen. Im Ausland bieten sie ihre Produkte deutlich günstiger an. Diese Preisunterschiede im gemeinsamen europäischen Markt nutzen die Reimporteure dazu, exakt dieselben Präparate auch bei uns preiswerter anzubieten.

Wissenschaftliches Institut der AOK
Kortrijker Str. 1
53177 Bonn
Tel.: 02 28/84 33 93
Fax: 02 28/84 31 44
email: wido@wido.de

Wissenschaftl. Institut der AOK | newsaktuell

Weitere Berichte zu: Arzneimittel EURO STOXX Preisunterschied Reimporteur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Zahl der Rheuma-Patienten höher als bisher angenommen
23.11.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics