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Sozialhilfeempfänger 2001: Unverändert im Westen, Anstieg im Osten

21.08.2002


Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, erhielten am Jahresende 2001 in Deutschland rund 2,70 Mill. Personen in 1,42 Mill. Haushalten laufende Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen (= sog. "Sozialhilfe im engeren Sinne"), um ihren Grundbedarf vor allem an Nahrung, Kleidung, Unterkunft und Heizung decken zu können (sog. "soziokulturelles Existenzminimum"). Das waren – wie im Vorjahr – 3,3 % der Bevölkerung.

Am Jahresende 2001 gab es 0,8 % mehr Sozialhilfebezieher im engeren Sinne als Ende 2000. Der seit 1998 festgestellte Rückgang der Empfängerzahl hat sich somit im Jahr 2001 nicht fortgesetzt. Gegenüber dem bisherigen Höchststand Ende 1997 lag die Zahl der Hilfebezieher im Jahr 2001 um 6,7 % niedriger.

Mittels der Sozialhilfequote (Anteil der Hilfebezieher an der jeweiligen Bevölkerung) kann die Inanspruchnahme von Sozialhilfe durch verschiedene Bevölkerungsgruppen quantifiziert werden. Im einzelnen ergeben sich dabei für das Jahresende 2001 folgende Zusammenhänge:

  • Kinder (unter 18 Jahren) gehören mit einer Sozialhilfequote von 6,4 % relativ häufiger zu den Sozialhilfeempfängern als ältere Menschen (65 Jahre und älter), deren Quote 1,4 % beträgt.
  • Frauen beanspruchen mit einer Quote von 3,6 % relativ häufiger Sozialhilfe als Männer (2,9 %).
  • Ausländer haben mit 8,3 % eine deutlich höhere Sozialhilfequote als Deutsche (2,8 %).

1,63 Millionen Sozialhilfeempfänger (60,5 % aller Hilfebezieher) waren im erwerbsfähigen Alter, also zwischen 15 und 64 Jahre alt. Rund 682 000 Personen (41,8 % aller Empfänger im erwerbsfähigen Alter) waren arbeitslos gemeldet, ihre Zahl ist gegenüber dem Vorjahr um 5,9 % gestiegen. 34,1 % der arbeitslos gemeldeten Sozialhilfeempfänger erhielten auch Leistungen nach dem Arbeitsförderungsrecht.

Am Jahresende 2001 lebten rund 2,06 Mill. Sozialhilfeempfänger im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin-West) und 379 000 in den neuen Ländern (ohne Berlin-Ost). Während die Empfängerzahl im Westen gegenüber dem Vorjahr unverändert blieb (±  0,0 %), ist sie im Osten Deutschlands deutlich gestiegen (+ 7,5 %). Trotz dieser unterschiedlichen Entwicklung ist die Sozialhilfequote im Westen mit 3,2 % nach wie vor höher als im Osten (2,7 %).

Die höchsten Sozialhilfequoten gab es Ende 2001 – wie in den Jahren zuvor – in den drei Stadtstaaten Bremen (9,2 %), Berlin (7,7 %) und Hamburg (6,8 %). Unter den Flächenländern wiesen das Saarland (4,3 %) und Schleswig-Holstein (4,2 %) die höchsten Quoten auf. Die niedrigsten Sozialhilfequoten hatten Bayern (1,7 %), Baden-Württemberg (2,0 %) und Thüringen (2,1 %).

Sozialhilfe im Ländervergleich
Empfänger/-innen laufender Hilfe zum Lebensunterhalt


außerhalb von Einrichtungen am 31. Dezember 2001

Länder

Empfänger/-innen
insgesamt

Davon

Deutsche

Ausländer/-innen

Insgesamt

Veränderung
gegenüber


Vorjahr

Sozialhilfe-
quote *)

Zusammen

Sozialhilfe-
quote *)

Zusammen

Sozialhilfe-
quote *)

1 000

%

1 000

%

1 000

%

Baden-Württemberg

209

0,4

2,0

154

1,7

55

4,3

Bayern

212

0,6

1,7

159

1,4

52

4,6

Berlin

262

- 1,5

7,7

188

6,4

74

17,0

Brandenburg

66

13,4

2,5

62

2,5

4

5,8

Bremen

61

- 2,8

9,2

44

7,6

17

21,1

Hamburg

117

- 2,5

6,8

84

5,8

33

12,8

Hessen

229

- 1,7

3,8

155

2,9

75

10,4

Mecklenburg-
Vorpommern


57


11,0


3,2


53


3,0


4


12,1

Niedersachsen

307

– 0,8

3,9

244

3,3

63

11,9

Nordrhein-Westfalen

659

2,0

3,7

497

3,1

162

8,1

Rheinland-Pfalz

100

– 1,8

2,5

82

2,2

18

6,0

Saarland

46

– 0,6

4,3

37

3,7

9

10,3

Sachsen

118

7,6

2,7

110

2,5

9

8,3

Sachsen-Anhalt

88

2,5

3,4

82

3,2

6

13,0

Schleswig-Holstein

117

– 1,6

4,2

99

3,8

18

12,0

Thüringen

50

5,3

2,1

47

2,0

3

6,8

Deutschland

2 699

0,8

3,3

2 097

2,8

602

8,3

 

 

 

 

 

 

 

 

nachrichtlich:

 

 

 

 

 

 

 

Westdeutschland 
ohne Berlin


2 058


0,0


3,2


1 555


2,7


503


7,7

Ostdeutschland 
ohne Berlin


379


7,5


2,7


354


2,6


25


8,7

_____________

*) Anteil der Empfänger/-innen an der jeweiligen Bevölkerungsgruppe; Bevölkerungsstand: 31.12.2000.

Sozialhilfe in Deutschland *)
Empfänger/-innen von laufender Hilfe zum Lebensunterhalt
außerhalb von Einrichtungen jeweils am Jahresende
1 000 Personen

Jahr

Empfänger/-innen

 

männlich

weiblich

insgesamt

Deutsche

Ausländer

1991

907

1 129

2 036

1 469

567

1992

1 071

1 268

2 339

1 581

758

1993

1 107

1 344

2 450

1 705

745

1994

966

1 292

2 258

1 813

445

1995

1 088

1 428

2 516

1 995

520

1996

1 178

1 517

2 695

2 057

637

1997

1 272

1 621

2 893

2 228

665

1998

1 262

1 617

2 879

2 215

665

1999

1 218

1 574

2 792

2 163

629

2000

1 167

1 510

2 677

2 083

594

2001

1 182

1 517

2 699

2 097

602

*)  Bis einschl. 1990: Früheres Bundesgebiet.

Der deutliche Rückgang der ausländischen Empfänger 1993 / 1994 ist auf die Einführung des Asylbewerberleistungsgesetzes zurückzuführen, das am 1. November 1993 in Kraft trat.

Weitere Auskünfte erteilen: 
Andrea Wolff, 
Telefon: (01888) 644-8164 oder –8953
Thomas Haustein, 
Telefon: (01888) 644-8134 oder –8953
E-Mail:
sozialhilfe@destatis.de


Andrea Wolff | Pressemitteilung
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de/

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