Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erwerbstätigkeit im zweiten Quartal 2002: - 0,6 %

19.08.2002


Im zweiten Quartal 2002 kam es in Deutschland zu einem weiteren Rückgang der Erwerbstätigkeit im Vorjahresvergleich.

Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes, hatten in diesem Quartal, mit rund 38,7 Mill. Erwerbstätigen 216 000 Personen (– 0,6 %) weniger ihren Arbeitsort in Deutschland als ein Jahr zuvor. Bereits im ersten Quartal 2002 lag die Zahl der Erwerbstätigen um 128 000 Personen (– 0,3 %) unter dem entsprechenden Vorjahresergebnis.

Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen ist im zweiten Quartal 2002, nach vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesanstalt für Arbeit (BA), im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 % auf 347 Stunden gestiegen. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war im Berichtsquartal vor allem ein Arbeitstageeffekt. Führten im Vergleich zum Vorjahr im ersten Quartal 2002 zwei Arbeitstage weniger zu einer geringeren Zahl der geleisteten Arbeitsstunden, so hat im zweiten Quartal 2002 ein Arbeitstag mehr mit rund einem halben Prozentpunkt (etwa 2 Stunden) zu einem Anstieg der geleisteten Arbeitszeit beigetragen. Die Ausfallzeiten durch Streiks haben sich im zweiten Quartal 2002 — bezogen auf die Gesamtwirtschaft — nicht nennenswert auf die geleisteten Arbeitsstunden ausgewirkt (etwa um – 0,1 Stunden je Erwerbstätigen). Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen als Produkt aus Erwerbstätigenzahl und Arbeitszeit je Erwerbstätigen verringerte sich im zweiten Quartal 2002 im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 % auf 13,42 Mrd. Stunden.

Von den Erwerbstätigen arbeiteten im zweiten Quartal 2002 rund 34,6 Mill. Personen als Arbeitnehmer (– 0,7 %) und 4,1 Mill. Personen als Selbstständige oder mithelfende Familienangehörige (+ 0,3 %).

Nach Wirtschaftsbereichen entwickelte sich die Erwerbstätigkeit im zweiten Quartal 2002 im Vergleich zum Vorjahr sehr unterschiedlich:

Hohen Arbeitsplatzverlusten vor allem im Produzierenden Gewerbe einschließlich Baugewerbe standen nur schwache Beschäftigungsgewinne in den Dienstleistungsbereichen gegenüber.

Im Produzierenden Gewerbe ohne Baugewerbe hat sich der Personalabbau im Vorjahresvergleich weiter beschleunigt (– 180 000 Personen oder – 2,1 %). Nach wie vor waren hohe Beschäftigungsverluste im Baugewerbe zu verzeichnen (– 152 000 Personen oder – 5,9 %). In der Land- und Forstwirtschaft waren 12 000 Personen (– 1,2 %) weniger erwerbstätig als im zweiten Quartal 2001. Dagegen nahm die Zahl der Erwerbstätigen in den Dienstleistungsbereichen im zweiten Quartal 2002 zwar weiter zu, allerdings fielen die Beschäftigungsgewinne mit 128 000 Personen (+ 0,5 %) erheblich geringer aus als im zweiten Quartal 2001 (+ 389 000 Personen oder + 1,5 %).

Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen zur Erwerbstätigkeit nach Quartalen und Jahren können im Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes direkt unter http://www.destatis.de/indicators/d/vgr010ad.htm und http://www.destatis.de/basis/d/vgr/vgrueb1.htm abgerufen werden.

Erwerbstätige mit Arbeitsort in Deutschland und Arbeitsstunden1)

Jahr,
Viertel-


jahr

Erwerbs-
tätige
insgesamt

Land- und


Forstwirt-
schaft,
Fischerei

Produzie-
rendes
Gewerbe
ohne Bau-
gewerbe

Bau-
gewerbe

Dienst-
leistungs-
bereiche2)

Geleistete
Arbeitsstunden3)

je
Erwerbs-
tätigen

der
Erwerbs-
tätigen

Personen in 1000

Stunden

Mill.
Stunden

1998

 

37 616

994

8 596

2 902

25 124

1 489

56 010

1999

 

38 077

974

8 487

2 850

25 766

1 479

56 323

2000

 

38 752

966

8 526

2 761

26 499

1 463

56 706

2001

 

38 917

960

8 534

2 589

26 834

1 451

56 469

2001

 

 

1.Vj

38 482

917

8 484

2 547

26 534

373

14 361

2.Vj

38 911

967

8 544

2 591

26 809

346

13 471

3.Vj

39 040

986

8 546

2 628

26 880

365

14 265

4.Vj

39 237

970

8 559

2 588

27 120

366

14 373

2002

1.Vj

38 354

907

8 352

2 390

26 705

368

14 095

2.Vj

38 695

955

8 364

2 439

26 937

347

13 419

Veränderung gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum in %

1998

 

1,1

0,3

0,1

– 3,2

2,0

– 0,5

0,6

1999

 

1,2

– 2,0

– 1,3

– 1,8

2,6

– 0,7

0,6

2000

 

1,8

– 0,8

0,5

– 3,1

2,8

– 1,1

0,7

2001

 

0,4

– 0,6

0,1

– 6,2

1,3

– 0,8

– 0,4

2001

 

1.Vj

1,0

– 0,8

0,9

– 6,1

1,8

– 1,1

– 0,2

2.Vj

0,6

– 0,7

0,5

– 6,5

1,5

– 1,1

– 0,5

3.Vj

0,2

– 0,7

– 0,1

– 6,1

1,0

– 0,7

– 0,5

4.Vj

– 0,1

– 0,6

– 0,8

– 6,3

0,8

– 0,4

– 0,5

2002

1.Vj

– 0,3

– 1,1

– 1,6

– 6,2

0,6

– 1,5

– 1,9

2.Vj

– 0,6

– 1,2

– 2,1

– 5,9

0,5

0,2

– 0,4

1) Für Erwerbstätige und die geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen: Jahres- bzw.
     Quartalsdurchschnitte.
2) 
Handel, Gastgewerbe und Verkehr, Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister,
     öffentliche und private Dienstleister.
3)
 Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesanstalt für Arbeit, Nürnberg.

Weitere Auskünfte erteilt: Sigrid Fritsch,
Telefon: (0611) 75-2054,
E-Mail:
vgr-erwerbstaetige@destatis.de


Sigrid Fritsch | Pressemitteilung
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de/ 

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Zahl der Rheuma-Patienten höher als bisher angenommen
23.11.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics