Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ost- und Westeuropa liegen in der Arbeitszeit noch weit auseinander

03.09.2008
Eurofound veröffentlicht Jahresbericht zur Arbeitszeit in der Europäischen Union

Die durchschnittliche tarifliche Wochenarbeitszeit in der Europäischen Union betrug im Jahr 2007 38,6 Stunden. Das folgt aus der jährlichen Aktualisierung zur Entwicklung der Arbeitszeit der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (European Industrial Relations Observatory - EIRO) von Eurofound.

In dem Bericht, der die tariflichen Arbeitszeitvereinbarungen untersucht, heißt es, dass der bezahlte Jahresurlaub 2007 für Arbeitnehmer in der gesamten EU durchschnittlich 25,2 Tage betrug.

Zwischen den „alten“ EU15-Staaten und den meisten neuen EU-Mitgliedsstaaten bestünden in Bezug auf Arbeitszeiten noch beträchtliche Diskrepanzen. Der Durchschnitt in den alten EU-Ländern betrug im Jahr 2007 (wie schon 2006) 37,9 Stunden, in den 12 neuen dagegen 39,6 Stunden (ebenfalls wie 2006) - ein Unterschied von 1,7 Stunden bzw. 4,5 %.

Die durchschnittliche tarifliche Regelarbeitszeit, die etwa zwei Drittel der europäischen Arbeitnehmer betrifft, ist in fünf der alten EU15-Ländern sowie in Norwegen insgesamt unverändert geblieben und in drei Länder um weniger als eine Stunde wöchentlich gesunken, so der Bericht. In den neun Jahren zwischen 1999 und 2007 sanken die durchschnittlichen regulären Wochenstunden nach Tarif in den alten EU15-Ländern und Norwegen nur leicht von 38,6 Stunden auf 37,8, das entspricht einer Verringerung um 2,1 %. Verringerungen von einer Stunde oder mehr waren in Luxemburg (1,0 Stunde), dem Vereinigten Königreich (1,1 Stunden), Portugal (1,2 Stunden), Schweden (2,5 Stunden) und (gesetzlich bedingt) besonders in Frankreich (4,0 Stunden) zu verzeichnen.

Seit 2003, als EIRO begann, Daten in den neuen Mitgliedsstaaten zu erfassen, ist die 40-Stunden-Arbeitswoche in den meisten dieser Länder nach wie vor Standard. Ausnahmen waren Zypern, die Tschechische Republik und die Slowakei, wo die tariflichen Arbeitsstunden sich dem Durchschnitt der EU15 annäherten. Die Slowakei ist zudem das einzige Land der neuen EU-Mitgliedsstaaten, in dem die Arbeitsstunden in den letzten Jahren beträchtlich gesunken sind.

Innerhalb der Europäischen Union wurden die meisten realen Wochenstunden(i), die die Vollzeitarbeitnehmer in ihrem Hauptberuf arbeiten, in Bulgarien, Rumänien und dem Vereinigten Königreich geleistet, die wenigsten in Frankreich, Italien und Dänemark. Zehn der zwölf neuen Mitgliedsstaaten, jedoch nur drei aus der EU15, vermelden reale Arbeitsstunden über dem Durchschnitt der EU27-Staaten.

Der Bericht, mit dem sich auch der durchschnittliche bezahlte Jahresurlaub nach Tarif für Arbeitnehmer in den EU27-Ländern vergleichen lässt, bekräftigt, dass der Durchschnitt der voll bezahlten Urlaubstage in Europa 25,2 Tage pro Jahr beträgt. Der Durchschnitt in den EU15-Staaten und in Norwegen liegt bei 26,7 Tagen, wobei große Unterschiede zwischen Schweden (33 Tage) und Griechenland (23 Tage) bestehen. Unter den neuen Mitgliedsstaaten sind nur Zahlen für Bulgarien, Zypern, die Tschechische Republik, Estland, Rumänien und die Slowakei verfügbar. Dort beträgt der Durchschnitt 21,9 bezahlte Urlaubstage pro Jahr.

Der gesamte Bericht ist unter folgender Adresse erhältlich:
http://www.eurofound.europa.eu/eiro/studies/tn0804029s/tn0804029s.htm

Die Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (European Foundation for the Improvement of Living and Working Conditions - Eurofound - http://www.eurofound.europa.eu) ist eine dreigeteilte EU-Institution, die den wichtigsten Entscheidungsträgern der Sozialpolitik Erkenntnisse, Wissen und Empfehlungen aus der vergleichenden Forschung bereitstellen soll. Eurofound wurde durch die Ratsverordnung EEC Nr. 1365/75 vom 26. Mai 1975 gegründet und hat ihren Sitz in Dublin (Irland).

EIRO (Europäisches Observatorium für die Entwicklung der Arbeitsbeziehungen - European Industrial Relations Observatory) ist das Überwachungsinstrument von Eurofound: Es bietet in allen 27 EU-Mitgliedsstaaten und Norwegen sowie auf europäischer Ebene Nachrichten und Analysen zu den Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern.

Weitere Nachrichten und Informationen von Eurofound sind unter folgender Adresse erhältlich: http://www.eurofound.europa.eu

(i) Abgeglichene Eurostat-Zahlen für die durchschnittliche Anzahl der realen wöchentlichen Arbeitsstunden im Hauptberuf von Vollzeit-Arbeitnehmern auf der Grundlage seiner Arbeitnehmerstudie für das vierte Quartal 2007.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Måns Mårtensson, Pressesprecher, unter der E-Mail-Adresse mma@eurofound.europa.eu oder telefonisch (+353-1-204-3124 bzw. mobil +353-876-593-507).

Wyattville Road
Loughlinstown
Dublin 18
Irland
Tel.: +353-1-2043124
Fax: +353-1-282-64-56
E-Mail: press.officer@eurofound.europa.eu

Lisa Maestranzi | PRNewswire
Weitere Informationen:
http://www.eurofound.europa.eu
http://www.eurofound.europa.eu/eiro/studies/tn0804029s/tn0804029s.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE