Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 2. Quartal 2008

26.08.2008
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) bereits in seiner Schnellmeldung am 14. August 2008 mitgeteilt hat, war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) - preis-, saison- und kalenderbereinigt - im zweiten Quartal 2008 um 0,5% niedriger als in den ersten drei Monaten des Jahres. Im ersten Quartal 2008 war die Wirtschaftsleistung noch um 1,3% gestiegen.

Die Wirtschaftsentwicklung im zweiten Quartal 2008 war von einer rückläufigen inländischen Verwendung geprägt: Die Bruttoanlageinvestitionen waren um 1,9% niedriger als im ersten Quartal 2008. Zurückzuführen ist das in erster Linie auf die Entwicklung der Bauinvestitionen, die im Vorquartalsvergleich einen Rückgang von 3,5% verzeichneten. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass die Bauinvestitionen im ersten Quartal 2008, auch begünstigt durch den milden Winter, mit einem Plus von 5,7% ein im langfristigen Vergleich sehr gutes Ergebnis erzielten.

In Ausrüstungen wurden 0,5% weniger investiert als im Vorquartal. Während der Staat seine Konsumausgaben um 0,3% erhöhte, wirkten die privaten Konsumausgaben wachstumshemmend: Sie waren um 0,7% niedriger als in den ersten drei Monaten des Jahres. Positive Wachstumsimpulse kamen dagegen vom Außenhandel. Im Vergleich zum ersten Quartal 2008 verringerten sich sowohl die Exporte als auch die Importe. Da die Importe mit einem Minus von 1,3% aber weitaus stärker abnahmen als die Exporte (- 0,2%), trug der daraus resultierende Exportüberschuss (Außenbeitrag) mit 0,4%-Punkten zur Wirtschaftsentwicklung bei.

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf den Vorjahresvergleich:

Das preisbereinigte BIP stieg im zweiten Quartal 2008 gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres um 3,1%. Kalenderbereinigt betrug die Zuwachsrate 1,7%, weil im Berichtsquartal drei Arbeitstage mehr zur Verfügung standen als im zweiten Quartal 2007.

Die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2008 wurde von 40,2 Millionen Erwerbstätigen erbracht, das waren 566 000 Personen oder 1,4% mehr als ein Jahr zuvor.

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität, gemessen als preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen, war um 1,6% höher als im zweiten Quartal des Vorjahres. Je Erwerbstätigenstunde blieb die Arbeitsproduktivität unverändert, weil die Zahl der Arbeitsstunden mit einem Plus von 3,1% erheblich stärker zugenommen hat als die Zahl der Erwerbstätigen.

Auf der Entstehungsseite des Bruttoinlandsprodukts (preisbereinigt) trugen alle Wirtschaftsbereiche positiv zur Wirtschaftsentwicklung bei. Hohe Zuwachsraten verzeichneten das Produzierende Gewerbe (ohne Baugewerbe) mit 5,8% sowie das Baugewerbe, das im Vergleich zum zweiten Quartal 2007 um 7,3% zulegte. Im Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr stieg die preisbereinigte Bruttowertschöpfung um 3,4% und im Bereich Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister war die Wirtschaftsleistung um 2,5% höher als vor Jahresfrist. Einen vergleichsweise geringen Zuwachs erzielten die Bereiche Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (+ 1,6%) sowie die öffentlichen und privaten Dienstleister (+ 1,2%). Insgesamt stieg die preisbereinigte Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche um 3,4%.

Auf der Verwendungsseite des Bruttoinlandsprodukts kamen im zweiten Quartal 2008 die Wachstumsimpulse sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland. Die inländische Verwendung, die sich aus den Konsumausgaben und den Bruttoinvestitionen (einschließlich der Vorratsveränderungen) zusammensetzt, erhöhte sich gegenüber dem zweiten Quartal 2007 preisbereinigt um 2,2%. Zurückzuführen ist das vor allem auf eine kräftige Zunahme der Bruttoanlageinvestitionen (+ 7,9%). In Maschinen, Geräte und Fahrzeuge investierten die Unternehmen 10,1% mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Überdurchschnittliche Zuwächse verzeichneten insbesondere die Bereiche Maschinenbau, Elektrotechnik, sonstiger Fahrzeugbau, EDV und Nachrichtentechnik. Die Bauinvestitionen stiegen - anders als im Vorquartalsvergleich - ebenfalls deutlich an (+ 6,2%). Eine starke Zunahme verzeichneten insbesondere die Investitionen in Nichtwohnbauten, die um 8,7% höher waren als im zweiten Vierteljahr 2007. Die Wohnbauinvestitionen legten preisbereinigt um 4,4% zu. Da im zweiten Vierteljahr 2008 drei Arbeitstage mehr zur Verfügung standen als im gleichen Quartal des Vorjahres, beinhalten diese Zahlen auch einen Arbeitstageeffekt. Von den Konsumausgaben gingen nur geringe Wachstumsimpulse aus. Während die Konsumausgaben des Staates um 2,0% zunahmen, blieben die privaten Konsumausgaben unverändert. Eine differenzierte Betrachtung zeigt, dass sich die preisbereinigten Konsumausgaben für die meisten Verwendungszwecke nur geringfügig geändert haben. Ausnahmen sind einerseits die erneut rückläufigen Ausgaben für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren (- 3,5%) sowie andererseits die Ausgaben für Freizeit, Unterhaltung und Kultur, die um 2,8% höher waren als im zweiten Quartal 2007.

Aufgrund der weiterhin lebhaften Nachfrage aus dem Ausland stiegen die preisbereinigten Exporte um 7,0%. Die Importe entwickelten sich etwas schwächer und legten um 5,7% zu. Der daraus resultierende Exportüberschuss (Außenbeitrag) trug mit 1,1%-Punkten zum Wirtschaftswachstum bei.

In jeweiligen Preisen gerechnet war das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2008 um 4,4% und das Bruttonationaleinkommen um 3,9% höher als vor Jahresfrist. Das Volkseinkommen, das die Summe der von den inländischen Wirtschaftseinheiten empfangenen Erwerbs- und Vermögenseinkommen angibt, war um 5,0% höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Unternehmens- und Vermögenseinkommen legten um 8,0% zu, das Arbeitnehmerentgelt um 3,5%. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte nahm mit 2,6% etwas stärker zu als die nominalen Konsumausgaben (+ 2,3%). Die Sparquote der privaten Haushalte erhöhte sich von 10,3% im zweiten Quartal 2007 auf 10,8% im Berichtsquartal.

Neben der Erstberechnung des zweiten Quartals 2008 wurden zu diesem Termin - wie jedes Jahr im August - auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse der letzten vier Jahre (ab 2004) überarbeitet. Solche laufenden Revisionen werden routinemäßig durchgeführt, um neu verfügbare statistische Informationen in die Berechungen einzubeziehen. Zum jetzigen Zeitpunkt wurden unter anderem die Umsatzsteuerstatistik und die Unternehmensstrukturerhebungen für das Berichtsjahr 2006 erstmals in die Berechnungen eingearbeitet.

Die regelmäßige Überarbeitung der Ergebnisse liegt in der Natur der in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen angewandten Rechenverfahren: Um möglichst frühzeitig aktuelle Zahlen veröffentlichen zu können, basieren die Ergebnisse zunächst auf einer noch unvollständigen Datengrundlage und werden zum Teil anhand von kurzfristigen Indikatoren geschätzt. Diese ersten, vorläufigen Ergebnisse werden bei den nachfolgenden Rechenterminen überarbeitet und sukzessive auf eine statistisch immer besser fundierte Datenbasis gestellt. Als "endgültig" - vorbehaltlich so genannter großer, konzeptbedingter Revisionen - gelten VGR-Daten nach rund vier Jahren, wenn nahezu alle notwendigen Basisstatistiken vorliegen.

Die im August 2008 durchgeführten Neuberechnungen ergaben Veränderungsraten des jährlichen und vierteljährlichen BIP (Ursprungswerte), die um bis zu 0,2%-Punkte von den bisher veröffentlichten Ergebnissen abweichen.

Diese und weitere Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen können im Internet (http://www.destatis.de) abgerufen werden. Außerdem werden in der Fachserie 18 "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen", Reihe 1.2 "Vierteljahresergebnisse" (Bestellnummer 2180120) sowie Reihe 1.3 "Saisonbereinigte Vierteljahresergebnisse nach Census X-12-ARIMA und BV 4.1" (Bestellnummer 2180130) tiefer gegliederte Ergebnisse veröffentlicht. Diese Veröffentlichungen sind online im Publikationsservice des Statistischen Bundesamtes unter http://www.destatis.de /publikationen kostenfrei erhältlich. Einen ausführlichen Qualitätsbericht für die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen finden Sie ebenfalls kostenfrei im Internet unter http://www.destatis.de --> Publikationen --> Qualitätsberichte --> Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen.

Eine methodische Kurzbeschreibung bietet die Online-Fassung dieser Pressemitteilung unter www.destatis.de.

Weitere Auskünfte gibt: VGR-Infoteam, Telefon: (0611) 75-2626, E-Mail: bip-info@destatis.de

VGR-Infoteam | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie