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Weniger Anfänger im Studienfach Chemie

14.08.2008
"Noch gibt es keinen Chemikermangel, aber es bedarf auch weiterhin gefüllter Pipelines, um die Herausforderungen dieses Jahrhunderts zu meistern", merkte GDCh-Geschäftsführer Professor Dr. Wolfram Koch zur soeben veröffentlichten Statistik der Chemiestudiengänge in Deutschland an.

Seit vier Jahren, nach dem Höchststand von 6381 Anfängern im Jahr 2003, sinkt die Zahl derer, die ein Chemiestudium beginnen, kontinuierlich auf jetzt 4988 Personen. Die jährlich von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) veröffentlichten Statistiken hatten in den neunziger Jahren die Alarmglocken schrillen lassen, als nurmehr knapp 3.000 Studienanfänger im Diplomstudiengang Chemie registriert wurden.

Dass man aus den Statistiken von 2004 bis 2007 bereits den Trend zu abnehmenden Studierendenzahlen im Fach Chemie herauslesen kann, hält die u.a. für die Statistik verantwortliche Abteilungsleiterin bei der GDCh für verfrüht. "Die Politik wird nicht müde zu betonen, wie wichtig die MINT-Fächer (Mathematik, Ingenieur-, Natur- und Technikwissenschaften) für den Erfolg der deutschen Volkswirtschaft sind", sagt Dr. Karin Schmitz. Sie verweist auch auf eine im Auftrag des BMBF erstellte und im Juli veröffentlichte Studie hin, die belegt, dass Absolventen der MINT-Studiengänge sehr geringe Arbeitslosenquoten aufweisen und Spitzeneinkommen beziehen. "Solche Aussagen bleiben nicht ungehört."

Außerdem beobachtet die GDCh, dass mit der Studienreform zahlreiche neue chemienahe Studiengänge entstanden sind. Wachsende Zahlen an Studienanfängern werden im Studiengang Biochemie registriert - die Zahl liegt jetzt bei 1000 - und auch das Studium der Wirtschaftschemie nimmt weit über 100 Studierende auf. Ferner gibt es in Deutschland den Studiengang Lebensmittelchemie mit über 400 Studienanfängern jährlich. Und schließlich meldeten die Fachhochschulen über 1700 Chemieanfänger. "Die Zahlen zum Studiengang Lehramt Chemie konnten von uns nur unvollständig ermittelt werden; verlässliche statistische Aussagen sind hier kaum möglich", bedauert Karin Schmitz. "So können wir die häufig gehörte Klage, dass z.Zt. zu wenig Chemielehrer ausgebildet würden, nicht durch Zahlen untermauern."

Koch, Schmitz und der Leiter der GDCh-Abteilung Bildung und Beruf, Dr. Kurt Begitt, beurteilen einhellig die Berufsaussichten für Chemiker während der nächsten Jahre als sehr gut. "Die Chemie wird als Problemlöser beispielsweise bei den drängenden Energiefragen oder im Gesundheitswesen mehr denn je benötigt. Um sich diesen Herausforderungen zu stellen, werden in Europa Chemiker benötigt. Daher darf es aufgrund sinkender Anfängerzahlen zu keinem Chemikermangel kommen. "Wehret den Anfängen", lautet daher unsere Parole, und in diesem Sinne sind wir auch aktiv."

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) ist mit über 28.000 Mitgliedern eine der größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie befasst sich u.a. auch mit der Entwicklung an den Hochschulen und am Arbeitsmarkt. Mit der Erhebung von Anfänger- und Absolventenzahlen, Studiendauern sowie dem Verbleib der Absolventen ermöglicht sie Prognosen über die Zahl der künftigen Absolventen und bietet einen guten Überblick über den Arbeitsmarkt für Berufseinsteiger. Der GDCh-Karriereservice veranstaltet anlässlich des 2. Europäischen Chemie-Kongresses in Turin am 18. September 2008 den ersten Europäischen Karrieretag.

Kontakt:
Dr. Renate Hoer
Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. (GDCh) Öffentlichkeitsarbeit
Postfach 900440
60444 Frankfurt
Tel.: 069/7917-493
Fax: 069/7917-307
E-Mail: r.hoer@gdch.de

Dr. Renate Hoer | GDCh
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de

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