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Erzeugerpreise verzeichnen Rekord-Teuerung

18.07.2008
Energiekosten verursachen höchsten Anstieg seit 1982

Die Erzeugerpreise sind im Juni so stark gestiegen wie seit 25 Jahren nicht mehr. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres sind die Preise um 6,7 Prozent nach oben geschossen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt.

Eine ähnlich hohe Jahresteuerungsrate hatte es zuletzt im März 1982 gegeben, als die Erzeugerpreise mit einem Plus von 7,2 Prozent noch stärker zulegten als dieses Jahr. Volkswirte zeigen sich angesichts der ohnehin steigenden Lebenshaltungskosten (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080710004) über diese Entwicklung besorgt. Die Erzeugerpreise könnten mit einer Verzögerung Einfluss auf das Niveau der Verbraucherpreise nehmen.

"In der Vergangenheit zeigt sich gewiss, dass sich die Erzeugerpreise auf die Verbraucherpreise durchschlagen können. Die Höhe der dadurch verursachten Teuerungen variiert jedoch", erklärt eine Destatis-Sprecherin auf Anfrage von pressetext. Wie stark sich der Anstieg der Erzeugerpreise auf die Kosten für Verbraucher auswirken werden, sei noch nicht abzusehen. Die Verbraucherpreise waren zuletzt im Juni um 3,3 Prozent angestiegen. Schuld an den Rekord-Teuerungen sind Destatis-Informationen zufolge einmal mehr die hohen Preise für Energie, die schon in den vergangenen Monaten den höchsten Einfluss auf die Jahresteuerungsrate ausübten.

Während die Energiepreise gegenüber Mai 2008 um 2,6 Prozent kletterten, legten sie im Jahresvergleich um 17,9 Prozent zu. "Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise im Jahresvergleich lediglich um 3,0 Prozent", so das Statistische Bundesamt. In den Bereichen Strom, Gas und Energie prognostizieren Experten privaten Haushalten besonders angesichts der explodierenden Heizkosten in diesem Jahr erhebliche Mehrkosten.

Auf Öl-Heizungen kommen im Vergleich zu 2007 um bis zu 65,1 Prozent höhere Preise bei schwerem Heizöl zu. Ebenso sind leichtes Heizöl (plus 64,7 Prozent), Flüssiggas (plus 36,2 Prozent) und Dieselkraftstoffe (plus 30,8 Prozent) bedeutend teurer als im Vorjahr. Ökonomen zufolge sollen sich die gestiegenen Erzeugerpreise besonders in den Bereichen Strom mit plus 15,6 Prozent und Erdgas mit plus 14,6 Prozent auf die Verbraucherpreise durchschlagen. Der höchste Preisanstieg war jedoch im Segment der Vorleistungsgüter zu verzeichnen, wo die Kosten für Düngemittel und Stickstoffverbindungen um stolze 79,3 Prozent über dem Vorjahresniveau liegen.

Manuel Haglmüller | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

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