Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alterserwerbstätigkeit steigt

18.04.2008
Demografische Entwicklung begünstigt Quote

Im Jahr 2010 sollen in jedem Land der Europäischen Union mindestens 50 Prozent der Älteren erwerbstätig sein. Diesem beschäftigungspolitischen "Ziel von Stockholm" hat sich Deutschland in den letzten fünf Jahren deutlich genähert - allerdings hat das auch demografische Gründe.

Aktuelle Untersuchungen des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen auf Basis des Mikrozensus zeigen: 2006 waren 48,1 Prozent der 55- bis 64-Jährigen erwerbstätig, 2001 waren es erst 38 Prozent. 20 Prozent des Anstiegs sind der demografischen Entwicklung geschuldet - die Baby-Boom-Generation kommt in die Jahre. Die Zunahme in Deutschland um 10,1 Prozentpunkte in fünf Jahren ist der höchste Anstieg im Vergleich von 15 EU-Ländern.

Der von der Hans-Böckler-Stiftung und dem Forschungsnetzwerk Alterssicherung geförderte IAQ-Altersübergangs-Monitor verdeutlicht, dass 2001 rund 11,2 Millionen Menschen zwischen 55 und 64 Jahre alt waren, 4,3 Millionen von ihnen waren erwerbstätig. 2006 gab es über eine Million weniger Personen in dieser Altersgruppe (9,8 Millionen), aber mehr Erwerbstätige (4,7 Millionen), so dass die Quote stieg. Die demografische Entwicklung wird nach den Berechnungen der IAQ-Wissenschaftler Dr. Martin Brussig und Sascha Wojtkowski für etwa 15 Jahre weiter die Entwicklung der Alterserwerbstätigenquote begünstigen.

Der Anstieg der Alterserwerbstätigkeitsquote in den letzten fünf Jahren ist hauptsächlich bedingt durch die relative Zunahme sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung von Männern zwischen 58 und 63 Jahren - offenbar bewirken hier die finanziellen Abschläge bei vorzeitiger Rente, dass länger gearbeitet wird. Nach wie vor ist die Qualifikation ausschlaggebend für die Erwerbsbeteiligung im Alter: bei Hochqualifizierten ist sie doppelt so hoch wie bei Älteren ohne Berufsabschluss. Einen 2005 registrierten sprunghaften Anstieg der Alterserwerbsbeteiligung von niedrig und mittel qualifizierten Personen führen die IAQ-Forscher auf eine bessere Erfassung geringfügiger Tätigkeiten in der Statistik zurück.

Es stellt sich die Frage, ob der Zuwachs der Alterserwerbstätigkeit auch auf die Ausweitung nicht-existenzsichernder Jobs oder Mini-Renten zurückzuführen ist. Wie die Zahlen zeigen, arbeiten immer mehr Ältere parallel zum Bezug von Arbeitslosenunterstützung oder einer eigenen Rente. Die Zahl der älteren Zuverdiener ist zwar deutlich gestiegen, insgesamt aber zu niedrig, als dass sie wesentlich zur Steigerung der Alterserwerbstätigkeit beitragen würde.

Weitere Informationen: Dr. Martin Brussig, Tel. 0209/1707-132, martin.brussig@uni-due.de; Sascha Wojtkowski, Tel. 0209/1707-257, sascha.wojtkowski@uni-due.de, www.iaq.uni-due.de

Hinweis für die Redaktionen:
Unter http://www.uni-due.de/de/presse/pi_fotos.php stellen wir Ihnen eine Grafik zur Verfügung.

Sie zeigt: Entwicklung der Erwerbsbeteiligung 15-64-Jährige und 55-64-Jährige, 1996 - 2006 (Labour-Force-Konzept)

Redaktion: Claudia Braczko, Tel. 0209/1707-176, 0170-8761608
presse-iaq@uni-due.de

Ulrike Bohnsack | idw
Weitere Informationen:
http://www.iaq.uni-due.de/auem-report/

Weitere Berichte zu: Alterserwerbstätigkeit Erwerbsbeteiligung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie