Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aktuelle Statistik des Arbeitslebens veröffentlicht

19.02.2008
Bericht zum Stand von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Rund 39, 1 Millionen Erwerbstätige arbeiteten im Jahr 2006 in Deutschland. Während des Jahres ereigneten sich mehr als eine Million (1.047.516) Arbeitsunfälle, von denen 941 tödlich verliefen. Nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fielen 2006 durch Arbeitsunfähigkeit insgesamt 1,1 Millionen Erwerbsjahre aus. Dies führte zu einem Produktionsausfall anhand der Lohnkosten von etwa 36 Milliarden Euro.

Durch den Verlust an Arbeitsproduktivität gingen damit der deutschen Volkswirtschaft rund 65 Milliarden Euro an Bruttowertschöpfung verloren.

Diese Zahlen nennt der statistische Bericht zum Stand von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (SUGA, früher Unfallverhütungsbericht Arbeit), den die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) erstellt. Der jetzt veröffentlichte Bericht enthält detaillierte statistische Informationen zu den verschiedenen Aspekten des Arbeitslebens.

Hier sind die Unfallentwicklung und die Anzahl der Berufserkrankungen die klassischen Indikatoren für die Güte von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Zudem geben das Erkrankungsgeschehen in spezifischen Branchen- oder Berufsbereichen und die Beschreibung der Arbeitsbelastungen vor Ort Hinweise auf "kritische" Entwicklungen auf der betrieblichen Ebene.

In absoluten Zahlen stiegen die Arbeitsunfälle 2006 um knapp 18.000 Fälle oder 1,7 Prozent. Angesichts der steigenden Zahl der Erwerbstätigen blieb die Unfallquote pro 1.000 Vollarbeiter stabil (2005: 28,4; 2006: 28,3). Dabei zeichnet sich jedoch kein einheitliches Bild ab. Während einige Bereiche wie beispielsweise die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand (2005: 26,2 vs. 2006: 23,0) oder die Hütten- und Walzwerks-Berufsgenossenschaft (26,6 vs. 21,7) rückläufige Unfallquoten verzeichnen, weisen andere Bereiche stagnierende oder steigende Quoten aus.

Sinkende Zahlen lassen sich bei der Anzahl der Anerkennungen einer Berufskrankheit und den Neuverrentungen beobachten. Demgegenüber stieg die Zahl der Verdachtsanzeigen auf Berufskrankheit im Jahr 2006 um 2,6 Prozent an. Auch der leichte Rückgang der Todesfälle aufgrund einer anerkannten Berufserkrankung (-1,0 %) ist nach dem starken Anstieg im Vorjahr kaum nennenswert.

Mit 11,6 Tagen sank die durchschnittliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit noch einmal. 2005 lag sie noch bei durchschnittlich 12,2 Tagen. Dabei fällt insbesondere der erheblich geringere Anteil an Krankheiten des Atmungssystems ins Auge. Jeder zehnte Arbeitsunfähigkeitstag geht auf psychische und Verhaltensstörungen zurück. Während sich die Zahl der Arbeitsunfähigkeitsfälle in den einzelnen Altersgruppen kaum unterscheidet, steigt die durchschnittliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit mit dem Alter an.

Darüber hinaus greift der SUGA 2006 noch einmal die Ergebnisse der aktuellen BIBB-BAuA-Erwerbstätigenbefragung auf. Die repräsentative Befragung von 20.000 Erwerbstätigen gibt einen Einblick in die physischen und psychischen Arbeitsbedingungen und die damit verbundenen subjektiv empfundenen Belastungen. Der SUGA 2006 präsentiert eine Auswertung der Befragung nach Berufsbereichen.

Schwerpunktthema des diesjährigen Berichts ist die Zeitarbeitsbranche, die in den letzten Jahren besonders stark gewachsen ist. 2006 waren etwa 580.000 Personen in dieser Branche beschäftigt. Der Bericht gibt eine Übersicht über die rechtlichen Entwicklungen anhand der Veränderungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG). Das Arbeitsunfallgeschehen sowie die Arbeitssituation und die Belastungen in der Zeitarbeit werden dargestellt.

Ergänzt werden diese Informationen durch Daten zu Kosten, Tätigkeiten und Personal der Unfallversicherungsträger und der Gewerbeaufsicht. Zudem enthält der Bericht einen Überblick über das Schülerunfallgeschehen.

Nach Drucklegung kann der SUGA 2006 kostenlos über das Informationszentrum der BAuA angefordert werden. Zum Herunterladen wird er als PDF-Datei auf der BAuA-Homepage www.baua.de/suga angeboten. Derzeit steht er schon unter www.osha.de zur Verfügung.

Jörg Feldmann | idw
Weitere Informationen:
http://de.osha.europa.eu/statistics/statistiken/suga/
http://www.baua.de

Weitere Berichte zu: Arbeitsunfähigkeit BAuA Erwerbstätig SUGA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie