Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Finanzierungsdefizit der öffentlichen Haushalte verringert

31.12.2007
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen der Kassenstatistik der öffentlichen Haushalte mitteilt, stiegen im dritten Quartal 2007 die Einnahmen der öffentlichen Haushalte um 2,5% und damit stärker als die Ausgaben, die im Vergleich zum dritten Vorjahresquartal um 0,5% geringfügig zunahmen.

Das Finanzierungsdefizit der öffentlichen Haushalte (in Abgrenzung der Finanzstatistik, einschließlich des Saldos der haushaltstechnischen Verrechnungen) verringerte sich dadurch auf 4,4 Milliarden Euro. Die bereits in den Vorquartalen 2007 zu beobachtende positive Entwicklung bei den öffentlichen Finanzen setzte sich damit auch im dritten Quartal fort.

Betrachtet man das kumulierte Ergebnis der ersten drei Quartale 2007 zusammen, so stiegen die öffentlichen Einnahmen um 2,9% auf 736,2 Milliarden Euro, während die öffentlichen Ausgaben mit 756,4 Milliarden Euro gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres nahezu unverändert blieben. Aus der Differenz von öffentlichen Einnahmen und Ausgaben errechnet sich ein kassenmäßiges Finanzierungsdefizit in der Abgrenzung der Finanzstatistik von 19,2 Milliarden Euro, das sich gegenüber dem Vorjahr mehr als halbierte (1. - 3. Quartal 2006: - 39,1 Milliarden Euro).

In den ersten neun Monaten dieses Jahres waren für den Zuwachs bei den Einnahmen der öffentlichen Haushalte vor allem kräftig gestiegene Mehreinnahmen aus Steuern und steuerähnlichen Abgaben ausschlaggebend, die beim Bund um 14,3% (auf 179,7 Milliarden Euro), bei den Ländern (einschließlich Stadtstaaten) um 11,7% (auf 146,7 Milliarden Euro) und bei den Gemeinden und Gemeindeverbänden um 7,6% (auf 44,6 Milliarden Euro) über den im ersten bis dritten Quartal 2006 erzielten Steuereinnahmen lagen. Rechnerisch deutlich unter dem Vorjahresniveau lagen die Beitragseinnahmen der gesetzlichen Sozialversicherung (- 5,7% auf 274,0 Milliarden Euro). Ursächlich hierfür waren außerordentliche hohe Einnahmen im Jahr 2006 bedingt durch die Vorverlegung des Fälligkeitszeitpunktes für die Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge (Basiseffekt).

Das im Vorjahresvergleich fast unveränderte Ausgabenniveau der öffentlichen Haushalte (+ 0,1%) im ersten bis dritten Quartal 2007 war durch konstante Ausgaben für Personal, rückläufige Ausgaben für soziale Leistungen (- 2,2%) und Darlehensgewährungen (- 15,3%), aber auch durch Zuwächse beim laufenden Sachaufwand (+ 3,9%), bei den Zinsausgaben (+ 2,2%) und insbesondere bei den Ausgaben für Sachinvestitionen (+ 4,2%) gekennzeichnet.

Da der Einnahmenzuwachs im ersten bis dritten Quartal 2007 deutlich über dem Ausgabenanstieg lag, verminderte sich das Finanzierungsdefizit des Bundes auf 25,1 Milliarden Euro (Vorjahr: - 38,3 Milliarden Euro). Die Länder erzielten insgesamt einen Finanzierungsüberschuss von 2,1 Milliarden Euro, während sie im Vorjahr noch ein Defizit von 11,9 Milliarden Euro aufwiesen. Die Gemeinden und Gemeindeverbände erhöhten ihren in den ersten neun Monaten des Jahres 2006 erreichten leichten Finanzierungsüberschuss von 0,5 Milliarden Euro im Berichtszeitraum deutlich auf 3,7 Milliarden Euro. Die gesetzliche Sozialversicherung wies einen geringen Finanzierungsüberschuss von 67 Millionen Euro aus.

Das Finanzierungsdefizit des öffentlichen Gesamthaushalts wurde durch eine Nettokreditaufnahme von 18,4 Milliarden Euro, Entnahmen aus Rücklagen sowie durch kurzfristige Kassenmittel gedeckt. Die kurzfristigen Kassenverstärkungskredite erreichten zum 30. September 2007 ein Volumen von 63,8 Milliarden Euro und waren damit deutlich höher als zu Jahresbeginn. Der Stand der Kreditmarktschulden, die die öffentlichen Haushalte zur Finanzierung ihrer Ausgaben aufgenommen haben, reduzierte sich zum 30. September 2007 auf 1 481,8 Milliarden Euro.

Die öffentlichen Haushalte umfassen die Haushalte des Bundes (einschließlich Extrahaushalte), der Länder (einschließlich Extrahaushalte), der Gemeinden und Gemeindeverbände sowie die EU- Anteile und die Sozialversicherung.

Bei der Interpretation der Ergebnisse für die öffentlichen Haushalte in den ersten drei Quartalen 2007 ist zu berücksichtigen, dass die Ergebnisse vorläufig sind. Bereits veröffentlichte Vorjahresergebnisse werden hiermit revidiert.

Endgültige Ergebnisse für das dritte Quartal sowie für das erste bis dritte Quartal 2007 werden in der Fachserie 14, Reihe 2 "Vierteljährliche Kassenergebnisse des öffentlichen Gesamthaushalts" voraussichtlich im Januar 2008 veröffentlicht.

Eine zusätzliche Tabelle enthält die Online-Fassung dieser Pressemitteilung unter www.destatis.de.

Weitere Auskünfte gibt:
Renate Schulze-Steikow,
Telefon: (0611) 75-4166,
E-Mail: gesamthaushalt@destatis.de

Renate Schulze-Steikow | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise