Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bayern wieder deutscher Meister bei europäischen Patentanmeldungen

06.03.2014

Das Europäische Patentamt (EPA) informiert:

- Auch 2013 Anmelderekord beim Europäischen Patentamt (EPA)

- Fast 50% aller Patentanmeldungen aus Bayern und Baden-Württemberg

- Präsident Benoît Battistelli: "Europa ist erstklassiger Standort für Innovation."

Die Nachfrage nach Patentschutz in Europa wächst weiter: Auch 2013 verzeichnete das Europäische Patentamt mit 266.000 Einreichungen einen neuen Anmelderekord (2012: 258 000; +2,8%). Die Zahl der Patenterteilungen stieg um 1,6% auf 66.700 (2012: 65 600).

Dabei reichten deutsche Firmen mit rund 32.000 erneut die meisten Anmeldungen aus Europa ein (2012: 33.850) und bestätigten trotz des Anmelderückgangs von 5,4% gegenüber dem Vorjahr die Position Deutschlands als drittstärkstem Anmeldeland beim EPA, hinter den USA und Japan.

"Die Nachfrage nach Patentschutz in Europa ist zum vierten Mal in Folge gestiegen", so EPA-Präsident Benoît Battistelli. "Dies zeigt auch, dass immer mehr Unternehmen aus der ganzen Welt Europa als erstklassigen Innovationsstandort ansehen. Die starke Verankerung europäischer Firmen in patentintensiven Technologien unterstreicht einmal mehr die zentrale wirtschaftliche Bedeutung dieser Industriesektoren für Wachstum und Beschäftigung in der EU."

Deutschland patentintensiv, Bayern und Baden-Württemberg vorneweg

Bei den Patentanmeldungen pro Bevölkerungsanteil liegt Deutschland im internationalen Vergleich mit 328 europäischen Anmeldungen auf eine Million Einwohner auf Platz 6. Die Schweiz ist hier an der Spitze (832), gefolgt von Schweden (402), Finnland (360), Dänemark (347) und den Niederlanden (346). Betrachtet man diese Statistik jedoch nach der volkswirtschaftlichen Größe der Länder, rangiert Deutschland (328 Anmeldungen) weit vor Japan (177), Südkorea (129), den USA (109) und den anderen europäischen Staaten.

Innerhalb Deutschlands zeigten sich hinsichtlich der Anmeldetätigkeit allerdings große Unterschiede zwischen den Bundesländern. Aus Bayern kamen 27% aller deutschen Patentanmeldungen beim EPA, aus Baden-Württemberg 22%. Damit stammte fast die Hälfte aller deutschen Patentanmeldungen beim EPA aus dem Süden.

Nordrhein-Westfalen trug knapp 20% bei, Hessen und Rheinland-Pfalz jeweils rund 8%. Danach folgten Niedersachsen mit 4,3%, Hamburg (2,9%), Berlin (2,7%) und Sachsen (1,7%). Aus Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen stammten jeweils weniger als ein Prozent der Einreichungen.

Dementsprechend rangierte bei den Städten München mit 3.873 Anmeldungen vor Stuttgart (1.874). Auf Platz 3 lag Frankfurt mit 385 Anmeldungen, gefolgt von Köln (265).

Siemens, Bosch, BASF an der Spitze deutscher Patentanmelder beim EPA

Der größte deutsche Patentanmelder beim EPA war wie im Vorjahr Siemens (1.620 Anmeldungen), gefolgt von Bosch (1.545), BASF (1.541), Bayer (770) und Bosch Siemens-Hausgeräte (548). Mit Ausnahme von Bosch (+8,6%) sanken die Patentanmeldungen bei den Top 5-Unternehmen. Die meisten Einreichungen aus Deutschland entfielen auf die Bereiche Transportwesen (Automobiltechnik), mit Robert Bosch GmbH als größtem Anmelder beim EPA, und dem Maschinenbau.

Trotz teilweise deutlichen Anmelderückgängen in der organischen Chemie, der Biotechnologie und vor allem der Pharmazie, die im Wesentlichen das geringere Anmeldeaufkommen aus Deutschland erklären, zeigten sich deutsche Unternehmen auch in diesen Technologiefeldern stark positioniert: Bayer und BASF waren die mit weitem Abstand stärksten Anmelder in der organischen Chemie, Boehringer Ingelheim, Merck und Bayer hielten sich unter den 10 stärksten Patentanmeldern bei Arzneimitteln, während sich BASF und Bayer in die Top 10 der Biotechnologie-Anmelder reihten. In der Messtechnik unterstrichen Bosch und Siemens mit den Plätzen zwei und drei ihre starke Position auf diesem Gebiet.

Einreichungen beim EPA nach Ursprungsländern und Regionen

Mit einem Anteil von 35% am Gesamtaufkommen konnten die 38 Mitgliedstaaten der Europäischen Patentorganisation ihre Position beim EPA auch im vergangenen Jahr behaupten, etwa zwei Drittel der Anmeldungen stammten aus außereuropäischen Staaten. 24% aller Einreichungen kamen aus den USA, gefolgt von Japan (20%), Deutschland (12%), China (8%), Südkorea (6%), Frankreich (5%), der Schweiz und den Niederlanden (jeweils 3%) sowie Großbritannien und Schweden (je 2%).

Regionale Unterschiede in Europa, Wachstumsmotor Asien

Trotz der gesamthaft stabilen Anmeldeentwicklung aus Europa zeigten sich 2013 regional beträchtliche Unterschiede. Deutliche Zunahmen verzeichneten die Niederlande (+17,2%), Dänemark (+8,1%), Schweden (+7,5%), während neben Deutschland auch Belgien (- 7,4%), Großbritannien (- 3%), Italien (-2,7%), die Schweiz (-2%) und Spanien (-1%) gegenüber dem Vorjahr rückläufige Zahlen aufwiesen.

Wiederum sprunghaft sind die Anmeldungen aus China (+16,2%) und Südkorea (+14%) gestiegen. Die USA mit 2,8% und Japan mit 1,2% setzten ihr Anmeldewachstum dagegen langsamer, aber mit sehr hohen Anmeldezahlen fort.

Fünf europäische Firmen in den Top 10, Samsung an der Spitze

Diese Wachstumsentwicklung verdeutlicht auch die erneute Spitzenposition von Samsung (2.833 Anmeldungen) im internationalen Firmenranking des EPA. Mit fünf Unternehmen unter den zehn anmeldestärksten Firmen, nämlich Siemens (2.), Philips (3.), BASF (5.) Bosch (6.) und Ericsson (10.), bauten die Europäer ihre Präsenz gegenüber 2012 gar um eine Position aus. Der Anteil der Großunternehmen am Anmeldeaufkommen beim EPA lag 2013 bei 65,5%, während 29% der Anmelder Mittelständler und 5,5% Forschungsinstitute bzw. Universitäten waren.

Pressekontakt:
Europäisches Patentamt
Oswald Schröder, Sprecher
Tel.: +49 89 2399 1800
Mobil: +49 163 8399 668
E-Mail: oschroeder@epo.org

Rainer Osterwalder
Stellvertretender Sprecher
Tel.: +49 89 23 99 1820
Mobil: +49 163 8399 527
E-Mail: rosterwalder@epo.org

Dir. Rainer Osterwalder | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.epo.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

22.08.2017 | Physik Astronomie

Forscher beschreiben neuartigen Antikörper als möglichen Wirkstoff gegen Alzheimer

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Virus mit Eierschale

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie