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Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 4. Quartal 2009

24.02.2010
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) bereits in seiner Schnellmeldung vom 12. Februar 2010 mitgeteilt hat, stagnierte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) - preis-, saison- und kalenderbereinigt - im vierten Quartal 2009 auf dem Niveau des Vorquartals (+ 0,0%).

Damit hat sich der leichte Aufwärtstrend der Wirtschaft aus dem zweiten (+ 0,4%) und dritten Quartal 2009 (+ 0,7%) nicht fortgesetzt.

Bruttoinlandsprodukt, preisbereinigt, verkettet (saison- und kalenderbereinigte Werte nach Census X-12-ARIMA) Veränderung gegenüber dem Vorquartal:

2008 2009
1.Vj 2.Vj 3.Vj 4.Vj 1.Vj 2.Vj 3.Vj 4.Vj
1,6% - 0,6% - 0,3% - 2,4% - 3,5% 0,4% 0,7% 0,0%
Wachstumsimpulse kamen im vierten Quartal 2009 lediglich vom Außenhandel: Während die Exporte im Vergleich zum Vorquartal um 3,0% zulegten, waren die Importe mit - 1,8% rückläufig. Der daraus resultierende Außenbeitrag hat mit 2,0 Prozentpunkten zur Wirtschaftsentwicklung beigetragen. Ausgeglichen wurde dieser positive Wachstumsbeitrag jedoch komplett durch die negative Entwicklung der inländischen Verwendung, die insgesamt um 2,1% zurückging. Sowohl die Konsumausgaben als auch die Investitionen erwiesen sich dabei als Wachstumshemmnis. Die Konsumausgaben des Staates gingen um 0,6% zurück, die privaten Konsumausgaben um 1,0%.

In Bauten wurde um 0,5% weniger investiert, in Ausrüstungen sogar um 1,5 weniger. Die Lagerbestände wurden im vierten Quartal 2009 abgebaut (Wachstumsbeitrag: - 1,2 Prozentpunkte), nachdem es im 3. Quartal 2009 noch einen kräftigen Lageraufbau gegeben hatte (Wachstumsbeitrag: + 1,5 Prozentpunkte).

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf den Vorjahresvergleich:

Anders als im Vorquartalsvergleich ist das preisbereinigte BIP im Vorjahresvergleich gesunken: Es war im vierten Quartal 2009 um 1,7% niedriger als im gleichen Quartal des Vorjahres (kalenderbereinigt - 2,4%). Das Minus fiel damit schwächer aus als in den vorangegangenen Quartalen des abgelaufenen Jahres, dennoch ist das Ausmaß der Wirtschaftskrise nach wie vor erkennbar.

Bruttoinlandsprodukt, preisbereinigt, verkettet (Ursprungswerte) Veränderung gegenüber dem Vorjahr:

2008 2009
1.Vj 2.Vj 3.Vj 4.Vj 1.Vj 2.Vj 3.Vj 4.Vj
2,1% 3,4% 1,4% - 1,7% - 6,4% - 7,0% - 4,7% - 1,7%
Die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2009 wurde von 40,6 Millionen Erwerbstätigen erbracht, das waren 156 000 Personen oder 0,4% weniger als ein Jahr zuvor.

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität, gemessen als preisbereinigtes BIP je Erwerbstätigen, ist im vierten Quartal 2009 um 1,3% gesunken. Je Erwerbstätigenstunde ist die Arbeitsproduktivität etwas weniger stark zurückgegangen (- 1,1%), da je Erwerbstätigen im Durchschnitt etwas weniger gearbeitet wurde als im Vorjahresquartal (- 0,1%) - trotz der zwei zusätzlichen Kalendertage im Berichtsquartal. Wesentlich dazu beigetragen haben die Inanspruchnahme von Kurzarbeit sowie der Anstieg der Teilzeitbeschäftigung bei gleichzeitigem Rückgang der Vollzeitbeschäftigung.

Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche war im vierten Quartal 2009 um 2,2% niedriger als im vierten Quartal 2008. Im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) war der Rückgang mit 8,1% wiederum am stärksten, wenn auch im Vergleich zu den ersten drei Quartalen des Jahres deutlich abgeschwächt. Die im Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr erbrachte Wirtschaftsleistung war um 2,7% niedriger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, die des Bereichs Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister um 1,1%. Dagegen erzielten der Bereich Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (+ 1,1%), die öffentlichen und privaten Dienstleister (+ 1,8%) sowie das Baugewerbe (+ 2,9%) im Berichtsquartal ein positives Wachstum gegenüber dem Vorjahr.

Auf der Verwendungsseite des Bruttoinlandsprodukts bremste die inländische Verwendung, die sich aus den Konsumausgaben und den Bruttoinvestitionen zusammensetzt, die wirtschaftliche Entwicklung im Vorjahresvergleich (- 2,8%). Dieser Rückgang ist in erster Linie auf einen massiven Einbruch der realen Ausrüstungsinvestitionen zurückzuführen, die bereits das fünfte Quartal in Folge deutlich unter ihrem Vorjahresniveau lagen. Im Berichtsquartal wurde um 17,9% weniger in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge investiert als im vierten Quartal 2008. Die Bauinvestitionen scheinen sich dagegen weiter erholt zu haben: Sowohl in Wohnbauten als auch in Nichtwohnbauten wurde wieder mehr investiert als ein Jahr zuvor (insgesamt + 3,3%).

Negative Impulse kamen zusätzlich von einem kräftigen Abbau der Lagerbestände im Vergleich zum Vorjahr (Wachstumsbeitrag: - 1,9 Prozentpunkte).

Im Gegensatz zu den Bruttoinvestitionen trugen die Konsumausgaben im Vorjahresvergleich insgesamt positiv zur Wirtschaftsentwicklung bei (+ 0,5%). Die Konsumausgaben des Staates waren um 2,6% höher als im vierten Quartal 2008, die privaten Konsumausgaben lagen nur geringfügig unter ihrem Vorjahresniveau (- 0,1%).

Positive Impulse kamen auch vom Außenbeitrag, obwohl die globale Wirtschaftskrise auch im vierten Quartal 2009 die ausländische Nachfrage nach deutschen Waren und Dienstleistungen beeinträchtigt hat: Die deutschen Exporte waren um 3,8% niedriger als ein Jahr zuvor. Der Rückgang war jedoch deutlich geringer als in den ersten drei Quartalen dieses Jahres, als die Exporte im Vorjahresvergleich um 17,1% (Januar bis März), 20,0% (April bis Juni) beziehungsweise 15,2% (Juli bis September) zurückgegangen waren. Auch die Importe waren weiter rückläufig; da der Rückgang mit - 6,5% stärker war als der Rückgang der Exporte, hatte der Außenbeitrag einen positiven Einfluss auf die Wirtschaftsentwicklung (Wachstumsbeitrag: + 1,0 Prozentpunkte).

In jeweiligen Preisen gerechnet war das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2009 um 0,6% niedriger als ein Jahr zuvor. Das Bruttonationaleinkommen ist im Berichtsquartal um 0,5% gegenüber dem vierten Quartal 2008 gesunken. Das Volkseinkommen, das sich aus dem Arbeitnehmerentgelt und den Unternehmens- und Vermögenseinkommen zusammensetzt, hat um 0,3% zugenommen.

Während das Arbeitnehmerentgelt zurückging (- 0,8%), waren die Unternehmens- und Vermögenseinkommen nach zuletzt fünf Quartalen mit negativen Veränderungsraten im vierten Quartal 2009 erstmals wieder höher als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (+ 2,9%). Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte hat sich geringfügig um 0,4% erhöht.

Die nominalen Konsumausgaben der privaten Haushalte waren ebenfalls um 0,4% höher als im Vorjahresquartal. Daraus errechnet sich für die Sparquote der privaten Haushalte ein Wert von 10,0%, das waren 0,1 Prozentpunkte weniger als im vierten Quartal 2008.

Neben der Erstberechnung des vierten Quartals 2009 wurden auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse des Bruttoinlandsprodukts für die ersten drei Quartale 2009 sowie für das Jahr 2009 überarbeitet und - soweit erforderlich - revidiert. Auswirkungen auf die vierteljährlichen Veränderungsraten des preisbereinigten BIP ergaben sich daraus nicht. Für das Jahr 2009 wurde die bisherige Veränderungsrate des preisbereinigten BIP von - 5,0% bestätigt.

Kalenderbereinigt belief sich der Rückgang des BIP im Jahr 2009 nunmehr auf - 4,9%.

Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen können im Internet (http://www.destatis.de) abgerufen werden. Außerdem werden in der Fachserie 18 "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen", Reihe 1.2 "Vierteljahresergebnisse" (Bestellnummer 2180120) sowie Reihe 1.3 "Saisonbereinigte Vierteljahresergebnisse nach Census X-12-ARIMA und BV 4.1" (Bestellnummer 2180130) tiefer gegliederte Ergebnisse veröffentlicht. Diese und weitere Veröffentlichungen sind online im Publikationsservice des Statistischen Bundesamtes unter http://www.destatis.de/publikationen kostenfrei erhältlich. Einen ausführlichen Qualitätsbericht für die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen finden Sie ebenfalls kostenfrei im Internet unter http://www.destatis.de --> Publikationen --> Qualitätsberichte --> Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen.

Eine methodische Kurzbeschreibung bietet die Online-Fassung dieser Pressemitteilung unter www.destatis.de.

Weitere Auskünfte gibt:
VGR-Infoteam,
Telefon: (0611) 75-2626,
E-Mail: bip-info@destatis.de

VGR-Infoteam | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

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