Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Antidepressiva erhöhen Selbstmordgefahr bei Teenagern doch nicht

24.04.2009
Trotz Einschränkungen keine Veränderungen der Selbstmordzahlen

Einschränkungen beim Einsatz von Antidepressiva bei Teenagern haben laut einer Studie der University of Bristol keine messbaren Auswirkungen auf die Selbstmordraten. 2003 warnten die Regulierungsbehörden vor dem Einsatz dieser Medikamente bei Patienten unter 18 Jahren.

Klinische Tests hatten die Befürchtung aufkommen lassen, dass die Selbstmordgefahr durch die Einnahme ansteigen könnte. Bei der Analye der Selbstmordzahlen bei den 15- bis 19-Jährigen in 22 Ländern zwischen 1990 und 2006 hätten sich trotz der Einschränkungen keine Veränderungen ergeben. Details der Studie wurden in Pharmacoepidemiology and Drug Safety veröffentlicht.

In Großbritannien sank die Menge der eingenommenen Depressiva laut BBC nach den Warnungen um 50 Prozent. Die Expertengruppe, die eingesetzt wurde, um die Sicherheit dieser Medikamente zu beurteilen, erklärte bei der Einführung der Einschränkungen, dass die möglichen negativen Auswirkungen der meisten Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) bei jungen Menschen größer sei als die Vorteile. Nur Fluoxetin sollte eingesetzt werden, allerdings auch nur in schweren Fällen.

Manche Experten warnten, dass die Einschränkungen bei der Verschreibung zu mehr unbehandelten Depressionen führen könnte. Die Erforschung dieser Fragestellung wurde dadurch erschwert, dass Selbstmorde bei Teenagern nicht sehr häufig sind und Trends durch zufällige Ereignisse beeinflusst werden. Der leitende Wissenschaftler der aktuellen Studie Ben Wheeler erklärte, dass das Team von der Hypothese ausgegangen sei, dass die Restriktionen zu einer Verringerung der Selbstmordzahlen geführt hätten.

Es konnte jedoch kein positiver Effekt nachgewiesen werden. Andere US-amerikanische und kanadische Studien hatten nahegelegt, dass die verringerte Einnahme zu einem Ansteigen der Depressionen geführt hätte. Dafür lieferten die jetzt analysierten Daten keinen Hinweis.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.bristol.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie