Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

2. Quartal 2009: Erwerbstätigkeit unter Vorjahresniveau

20.08.2009
Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hatten im zweiten Quartal 2009 rund 40,2 Millionen Erwerbstätige ihren Arbeitsort in Deutschland und damit 25 000 Personen oder 0,1% weniger als vor einem Jahr.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Schwäche der Gesamtwirtschaft ist damit erstmals seit dem dritten Quartal 2005 die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland im Vorjahresvergleich wieder zurückgegangen.

Im Vergleich zum Vorquartal kam es zu einem, im zweiten Quartal eines Jahres üblichen, saisonal bedingten Anstieg der Erwerbstätigkeit. Dieser fiel jedoch geringer aus als in den Vorjahren. So war der Zuwachs im zweiten Quartal 2009 mit einem Plus von 215 000 Personen (+ 0,5%) um rund die Hälfte geringer als im zweiten Quartal des vergangenen Jahres (+ 416 000 Personen oder + 1,0%). Es ist damit der geringste Zuwachs seit 1994 (+ 142 000 Personen oder + 0,4%) in einem zweiten Quartal.

Saisonbereinigt, das heißt nach rechnerischer Ausschaltung der üblichen jahreszeitlich bedingten Schwankungen, ist die Zahl der Erwerbstätigen im zweiten Quartal 2009 gegenüber dem Vorquartal um 105 000 Personen (- 0,3%) gesunken. Damit hat sich der Rückgang im Vergleich zum ersten Quartal (- 34 000 Personen oder - 0,1%) nochmals verstärkt.

Nach Wirtschaftsbereichen unterteilt entwickelte sich die Erwerbstätigkeit gegenüber dem Vorjahr unterschiedlich: Während im Produzierenden Gewerbe und im Baugewerbe eine Abnahme zu verzeichnen war, kam es zu einem Anstieg in den Dienstleistungsbereichen und der Landwirtschaft. In den Dienstleistungsbereichen (bestehend aus Handel, Gastgewerbe und Verkehr, Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister sowie öffentliche und private Dienstleister) erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen im zweiten Quartal 2009 gegenüber dem Vorjahr um 128 000 Personen oder 0,4%, nach einem Anstieg um 219 000 Personen oder 0,8% im ersten Quartal 2009. In der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei wuchs die Zahl der Erwerbstätigen im zweiten Quartal 2009 um 11 000 Personen oder 1,3% gegenüber dem Vorjahr (erstes Quartal 2009: + 13 000 Personen oder + 1,6%). Im Produzierenden Gewerbe ohne Baugewerbe ist die Zahl der Erwerbstätigen im zweiten Quartal 2009 um 144 000 Personen oder 1,8% gegenüber dem Vorjahr gesunken (erstes Quartal 2009: - 51 000 Personen oder - 0,6%). Im Baugewerbe setzte sich der seit dem vierten Quartal 2007 anhaltende Rückgang der Erwerbstätigkeit fort: Im zweiten Quartal 2009 gingen mit 20 000 Personen oder - 0,9% gegenüber dem Vorjahr in diesem Bereich viermal so viele Arbeitsplätze verloren wie im Quartal zuvor.

Die Zahl der Arbeitnehmer erhöhte sich im zweiten Quartal 2009 geringfügig um 15 000 Personen (+ 0,04%) auf 35,7 Millionen Personen.

Die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger verringerte sich hingegen gegenüber dem Vorjahr um 40 000 Personen (- 0,9%) auf rund 4,4 Millionen Personen. Eine wesentliche Ursache ist der Rückgang bei der geförderten Selbstständigkeit.

Nach ersten vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat sich im zweiten Quartal 2009 die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorjahr um 4,8% auf 328,8 Stunden reduziert.

Wesentlich dazu beigetragen haben, dass im zweiten Quartal 2009 drei Arbeitstage weniger zur Verfügung standen als im entsprechenden Vorjahresquartal und die hohe Inanspruchnahme von Kurzarbeit. Gleichzeitig sank das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen - also das Produkt aus Erwerbstätigenzahl und geleisteten Stunden je Erwerbstätigen - um 4,8% auf 13,2 Milliarden Stunden.

Über die Erstberechnung der Erwerbstätigen und der geleisteten Arbeitsstunden für das zweite Quartal 2009 hinaus, wurden auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse der letzten vier Jahre (ab 2005) im Rahmen der turnusmäßigen Revisionen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen überarbeitet. Diese routinemäßigen Revisionen dienen insbesondere dazu, neu verfügbare statistische Informationen in die Berechnungen einzubeziehen. Aus der Überarbeitung der bisher veröffentlichten Erwerbstätigenzahlen resultierte auf gesamtwirtschaftlicher Ebene für das erste Quartalsergebnis des Jahres 2009 ein Änderungsbedarf von maximal 0,3% gegenüber dem bisherigen Rechenstand und damit ein etwas günstigerer Verlauf als zuletzt berichtet. Für den weiter zurückliegenden Revisionszeitraum bis zum dritten Quartal 2008 ergaben sich hingegen leichte Korrekturen nach unten von maximal - 0,1 Prozentpunkten bezogen auf die bisher veröffentlichten vierteljährlichen Veränderungsraten und im vierten Quartal 2008 eine leichte Korrektur von 0,1 Prozentpunkten nach oben.

Die aktuellen Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen zur Erwerbstätigkeit nach Quartalen und Jahren können im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de, Pfad: Themen --> Arbeitsmarkt --> Erwerbstätige --> Tabellen, abgerufen werden.

Eine Tablle sowie methodische Kurzbeschreibungen zur Berechnung der Erwerbstätigkeit und des Arbeitsvolumens bietet die Online-Fassung dieser Pressemitteilung unter www.destatis.de.

Weitere Auskünfte gibt:
Christoph-Martin Mai,
Telefon: (0611) 75-3378,
E-Mail: arbeitsmarkt@destatis.de

Christoph-Martin Mai | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie