Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

1. bis 3. Quartal 2008: Kommunen mit Einnahmenüberschuss

18.12.2008
Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) haben die Gemeinden und Gemeindeverbände in Deutschland (ohne die Stadtstaaten) in den ersten drei Quartalen 2008 123,9 Milliarden Euro und damit 4,7% mehr an Einnahmen erzielt als im Vergleichszeitraum 2007. Die kassenmäßigen Ausgaben der Gemeinden und Gemeindeverbände lagen mit 118,3 Milliarden Euro um 3,2% über dem entsprechenden Vorjahresbetrag.
In der Abgrenzung der Finanzstatistik errechnet sich hieraus ein kassenmäßiger Finanzierungsüberschuss in Höhe von 5,6 Milliarden Euro. In den ersten drei Quartalen 2007 hatte er noch 3,7 Milliarden Euro betragen.

Die positive Entwicklung auf der Einnahmenseite war bestimmt durch einen kräftigen Zuwachs bei den im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs von den Ländern empfangenen Schlüsselzuweisungen. Sie erhöhten sich um 12,7% auf 20,9 Milliarden Euro. Auch die kommunalen Steuereinnahmen stiegen von Januar bis September 2008 wieder kräftig um 8,1% auf 48,2 Milliarden Euro.

Dabei fiel der Zuwachs beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer mit 13,5% auf 13,2 Milliarden Euro besonders deutlich aus. Die Gewerbesteuereinnahmen nahmen – nach Abzug der Gewerbesteuerumlage – um 8,2% auf 25,3 Milliarden Euro zu, die Einnahmen aus der Grundsteuer stiegen lediglich um 0,6% auf 7,4 Milliarden Euro. In den neuen Ländern fiel der Anstieg der kommunalen Steuereinnahmen mit 16,9% auf 4,9 Milliarden Euro mehr als doppelt so stark aus wie im früheren Bundesgebiet (+ 7,2% auf 43,3 Milliarden Euro).

Bei den Einnahmen aus investiven Zuweisungen der Länder verzeichneten die Kommunen in den ersten drei Quartalen 2008 gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Zuwachs in Höhe von 4,5% auf 4,9 Milliarden Euro.

Auf der Ausgabenseite erhöhte sich von Januar bis September 2008 der laufende Sachaufwand mit 4,5% auf 24,7 Milliarden Euro am stärksten. Die kommunalen Sachinvestitionen nahmen um 4,0% auf 13,6 Milliarden Euro zu. Die darin enthaltenen Bauausgaben stiegen um 2,0% auf 10,2 Milliarden Euro; wobei sich in drei Ländern eine deutlich überdurchschnittliche Zunahme ergab. In der Mehrzahl der Länder war jedoch die Entwicklung der kommunalen Bauausgaben verhalten oder sogar rückläufig. Die Personalausgaben der Kommunen erhöhten sich um 3,5% auf 29,5 Milliarden Euro.

Die sozialen Leistungen der Kommunen stiegen nur geringfügig um 0,7% auf 28,7 Milliarden Euro. Davon entfielen auf die Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Hartz IV) 8,6 Milliarden Euro; sie lagen infolge der günstigen Arbeitsmarktentwicklung um 4,5% unter den Ausgaben des Vorjahres. Dem standen Einnahmen aus Zuweisungen der Länder beziehungsweise des Bundes in Höhe von 3,8 Milliarden Euro gegenüber.

Die Kommunen haben in den ersten drei Quartalen 2008 2,6 Milliarden Euro mehr Schulden getilgt als sie zur Finanzierung ihrer Haushalte am Kreditmarkt aufgenommen hatten (Nettotilgung). Der Stand ihrer Kreditmarktschulden verringerte sich dadurch zum Ende des dritten Quartals 2008 auf 76,1 Milliarden Euro (31.12.2007: 79,0 Milli­arden Euro, 30.09.2007: 79,5 Milliarden Euro). Gleichzeitig erhöhte sich allerdings der Stand der kurz­fristigen Kassenkredite weiter auf 29,1 Milliarden Euro (31.12.2007: 28,4 Milli­arden Euro; 30.09.2007: 28,4 Milliarden Euro).

Durch Probleme im Zusammenhang mit der Einführung des doppischen Rechnungswesens sind die Daten der Kommunen in den betreffenden Ländern bei bestimmten Ausgabepositionen, insbesondere den Personalausgaben, nur eingeschränkt aussagefähig.
Weitere Auskünfte gibt:
Wolfgang Müller,
Telefon: (0611) 75-4160,
E-Mail: gemeindefinanzen@destatis.de

Wolfgang Müller | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Add-ons: Was Computerprogramme und Proteine gemeinsam haben

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie