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Ärzte aus Klinik und Praxis, Politiker, Krankenkassen- und Patientenvertreter sowie Wissenschaftler diskutierten Hemmnisse und Verbesserungsmöglichkeiten rund um das Thema. Die Fehl- und Unterversorgung zu verbessern ist dabei ein primäres Ziel – doch dazu benötigen alle Beteiligten mehr Wissen, weshalb der Ruf nach Versorgungsforschung immer lauter wird.
Wie relevant das Thema insgesamt für die Kostenträger ist, erklärte Prof. Dr. h.c. Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender der Krankenkasse DAK. In Kooperation mit der AOK Niedersachsen, Grünenthal und dem IGES Institut wurde kürzlich der Versorgungsatlas Schmerz herausgegeben. Dieser analysiert die Versorgungssituation von Schmerzpatienten unter Alltagsbedingungen.
Dazu wurden die so genannten Routinedaten der Krankenkassen genutzt, welche in erster Linie Abrechnungsdaten darstellen. Die Daten wurden anhand eines eigens entwickelten Logarithmus so modelliert, dass neun aussagekräftige Schmerztypen gebildet wurden. „Bisher gab es zu Schmerzen nur wenige Erkenntnisse, die Diagnosestellung von Schmerzen erfolgt meistens organbezogen und selten anhand zur Verfügung stehender Schmercodes“, erläuterte Rebscher.
Viele Patienten kauften rezeptfreie Schmerzmittel und dokterten lange an sich selbst herum, bevor sie einen Arzt aufsuchten. Schmerz sei eine „Black Box“. Mithilfe der jetzt vorliegenden Analyse wurde Licht ins Dunkel gebracht. Bei der DAK ergab sich anhand der neun Schmerztypen folgendes Bild: 1.655.731 Versicherte (und damit 31,9%) litten an unspezifischen Rückenschmerzen (31,9 Prozent), es folgen Arthrose- und Arthritis-bedingte Schmerzen (14,2 Prozent) und Kopfschmerzen (9,6 Prozent), Schmerzen bei Krebs (7,7 Prozent) sowie Bandscheibenerkrankungen (6,1 Prozent). „Nur wenn wir unsere Daten richtig interpretieren können, lassen sich auch gute Versorgungskonzepte ableiten“, sagte Rebscher und verschwieg dabei nicht, dass Versorgungsforschung aufwendig und kostenintensiv sei und gute Methodiker benötige.
„Unzulänglich behandelte chronische Schmerzen verschlechtern nicht nur die Lebensqualität, sie werden auch zu einem erheblichen Kostenfaktor.“ erläuterte Kai Martens, Geschäftsbereichleiter Deutschland der Grünenthal GmbH die gegenwärtige Situation. „Die Schmerzpatientenbehandlung mit Arzneimitteln nutzt nur dann etwas, wenn sie richtig eingesetzt werden.“
Keine Selbstverständlichkeit wie die Beiträge im Laufe der Veranstaltung zeigten. Es gibt viele Gründe, warum Patienten unter Schmerzen leiden, obwohl die Medizin Abhilfe schaffen könnte. In den Diskussionen der Fachleute und Patientenvertreter wurden Faktoren wie Arzneimittelbudgets und das damit verbundene Regressrisiko, Überregulierung, Qualitätsdefizite in der Versorgung, zu wenig verbreitetes Fachwissen, Selbstmedikation oder mangelnde Compliance genannt. Eine unbeantwortete Frage blieb außerdem, ob innovative Therapien künftig an den durch das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) geschaffenen Marktzugangshürden scheitern könnten. Fest steht aber schon jetzt, dass neue Arzneimittel einen erschwerten Zugang zum Markt und damit zum Patienten haben.
Prof. Dr. med. Wolfgang Koppert, Präsident der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes erläuterte die Lage der Schmerztherapie an deutschen Krankenhäusern, und zeigte anhand von diversen Studien, „dass es bei der Qualität der Schmerztherapie in deutschen Krankenhäusern noch erheblichen Verbesserungsbedarf gibt.“ Noch mehr Handlungsbedarf als bei dem „Symptom Schmerz“ sah er aber bei der chronischen Form des Schmerzes. „Der chronische Schmerz muss endlich als eigenes Krankheitsbild anerkannt werden“, lautete eine Forderung der Fachgesellschaft. „Damit der Fokus auf dieses Krankheitsbild gelegt wird, das eigentlich kein anerkanntes ist, müssen wir Daten generieren“, appellierte Koppert. Der Erkenntnisgewinn sei eine Steilvorlage für die Durchsetzung der Schmerzmedizin als eigenständige Disziplin. Einzig bei der Palliativmedizin gebe es bereits die Aufmerksamkeit, die das Fach verdiene. „Die Schmerzmedizin gehört in die Approbationsordnung und der Schmerz zu den 182 erhobenen Qualitätsindikatoren“, forderte der Anästhesist.
Über die Grünenthal Gruppe Die Grünenthal Gruppe ist ein unabhängiges, international tätiges, forschendes Pharmaunternehmen im Familienbesitz mit Konzernzentrale in Aachen, Deutschland. Aufbauend auf ihrer einmaligen Kompetenz in der Schmerzbehandlung ist es das Ziel, die patientenzentrierteste Firma und damit führend in Therapie-Innovation zu werden. Insgesamt ist die Grünenthal Gruppe in 36 Ländern weltweit mit Gesellschaften vertreten. Grünenthal-Produkte sind in mehr als 100 Ländern erhältlich und circa 4.900 Mitarbeiter arbeiten global für die Grünenthal Gruppe. Der Umsatz 2010 betrug rund 910 Mio €. Weitere Informationen unter: http://www.grunenthal.de/
Kontakt:
Christina Obertanner
Tel.: +49 241 569-3081,
Fax: +49 241 569-1511,
christina.obertanner@grunenthal.com
Grünenthal GmbH, 52099 Aachen, Deutschland
Christina Obertanner | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.grunenthal.de
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