Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zuckerrübenschnitzel als Energiespender - Workshop zur Biomethanerzeugung aus Reststoffen in Moskau

02.10.2012
Russland bietet große, nicht erschlossene Biomassepotenziale und –nutzungsoptionen. Am Beispiel der Region Orel wurden im Rahmen eines Workshops unterschiedliche Möglichkeiten zur Nutzung von Biogas und Biomethan einem Kreis aus hochrangigen Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik vorgestellt.

Im Rahmen eines gemeinsamen Workshops der russischen Staatlichen Energieservice Agentur (FESCO), der IBC Solutions (Oblast Orel) und des Deutschen Biomasseforschungszentrums konnten die Möglichkeiten zur Herstellung von Biomethan im Multimegawatt–Maßstab auf Basis von Reststoffen in Moskau mit hochrangigen Vertretern aus verschiedenen Branchen diskutiert werden.

Die Ergebnisse wurden für den Oblast Orel gemeinsam von den deutschen (DBFZ, TH Wildau) und russischen Partnern (IBC Solutions, Agraruniversität und Technische Universität Orel) im Rahmen des vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) im Programm „Energetische Biomassenutzung“ von 2009 – 2012 geförderten Forschungsvorhabens „BiNeRu – Bioenergie-Netzwerke in Russland“ erzielt.

Die Region Orel, 350 km südlich von Moskau gelegen, verfügt über eine ausgeprägte Agrarproduktion und Lebensmittelindustrie. Dr. Walter Stinner, Projektleiter des Vorhabens BiNeRu vom DBFZ beschreibt die Situation in der Region folgendermaßen: „In Orel bestehen erhebliche Ressourcen für die Produktion von Biogas und Biomethan aus Rest- und Abfallstoffen. Bislang werden Abfallprodukte aus der Zuckerfabrikation, der Alkoholproduktion, der Fleischerzeugung, der Öl- und Fettproduktion sowie aus der Tierhaltung kaum verwertet, stattdessen meist entsorgt.
Mit einem Energiepotenzial von 94 MWel ragt die Zuckerfabrikation als „Energiespender“ ganz besonders heraus. Die Erschließung ist besonders interessant, weil die Dimensionen der 3 Einzelstandorte riesig sind. Wenn die Finanzierung für die wissensbasierten vorbereitenden Schritte gelingt (v.a. Optimierung von Prozesskinetik und Technologieauswahl, Aufbau wissensbasierter Infrastruktur, Capacity building), kann unter Einbeziehung weiterer Reststoffe reststoffbasierte Biomethanerzeugung zu niedrigen Kosten in Größenordnungen von bis zu 100 MW an Einzelanlagen erfolgen.“

Neben Teilnehmern aus Verbänden und großen Unternehmen der Lebensmittelindustrie sowie der Agraruniversität Orel waren auch Vertreter der Regierung des Oblast Orel, der Staatsduma und des Landwirtschaftsministeriums an den Ergebnissen und Möglichkeiten für Biomethanpotenziale interessiert. Die anwesenden Vertreter standen den von Dr. Walter Stinner (DBFZ) und Frau Irina Filipovich (IBC Solutions) vorgestellten strategischen Ansätzen sehr positiv gegenüber und beschlossen, sich gemeinsam um die Finanzierung der weiteren notwendigen Schritte zu bemühen.

In den zwei Jahren Projektlaufzeit des BiNeRu - Projektes konnte auf vielen Veranstaltungen, in Schulungen und Diskussionsforen Wissen vermittelt, Potenziale dargestellt und föderale Stellen von einer zukünftigen Kooperation auf dem Gebiet der energetischen Biomassenutzung überzeugt werden. Weitere Anstrengungen und Förderungsmöglichkeiten sind jedoch von Nöten, um die vorhandenen Biomassepotenziale zukünftig effizient erschließen zu können.
Auch nach Abschluss mehrerer großer deutsch–russischer Forschungsvorhaben ist das DBFZ Ansprechpartner und Berater für gemeinsame angepasste technische, ökonomische und soziale Lösungen für eine nachhaltige Bioenergiebereitstellung in Osteuropa. So unterstützt z.B. das Forschungsnetzwerk SOJUS den internationalen Wissensaustausch sowie die Kooperation zur nachhaltigen Entwicklung der energetischen Biomassenutzung und verbindet Akteure aus Forschung und Entwicklung in Deutschland, Russland, der Ukraine und Belarus. Der Aufbau des Netzwerkes SOJUS BIOENERGIE wurde vom BMU im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative und dem Programm „Energetische Biomassenutzung“ von 2009 bis 2011 direkt unterstützt.

Projektkoordination BiNeRu:
Dr. Walter Stinner - Projektleitung
Telefon: +49 (0) 341-2434-524
E-Mail: walter.stinner(at)dbfz.de

Velina Denysenko
Telefon: +49 (0) 341-2434-524
E-Mail: velina.denysenko(at)dbfz.de

Projektpartner:
Technische Fachhochschule Wildau (TH Wildau) – University of Applied Science
Unterauftragnehmer:
Europäisches Energie- und Umweltforum e. V. (EEUF) TH Wildau, UA: EEUF
Nicht geförderte Kooperationspartner in Russland in drei Oblasts und der autonomen Republik Tartastan

Antje Sauerland | idw
Weitere Informationen:
http://www.dbfz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Mit Kompetenz im digitalen Zeitalter punkten
27.06.2017 | Frankfurt University of Applied Sciences

nachricht Fazit der Pilotphase – Qualifizierung für Schulleiterinnen und Schulleiter hat sich bewährt
22.06.2017 | Heraeus Bildungsstiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive