Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Workshop zu erneuerbaren Energietechnologien und Energiebenchmarking in Industrieunternehmen

07.08.2014

Im Projekt GRETCHEN untersucht das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI unter anderem, wie sich die regulatorischen und energiepolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland auf die Entwicklung und Verbreitung von erneuerbaren Energietechnologien in Industrieunternehmen auswirken.

Die Projektergebnisse werden beispielsweise in Workshops mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Forschung und Praxis diskutiert. Der nächste Workshop findet am 18. September 2014 am Fraunhofer ISI in Karlsruhe statt, Anmeldeschluss ist der 5. September.

Um das klimapolitische Ziel zu erreichen, den globalen Temperaturanstieg auf 2 °C zu beschränken, müssen alle Akteure etwas beitragen. Im Verarbeitenden Gewerbe kann ein beschleunigter technologischer Wandel hin zu CO2-freien und CO2-armen Lösungen beispielsweise durch die Nutzung erneuerbarer Energietechnologien und eine gesteigerte Energieeffizienz erzielt werden. Die Transformation des Energiesystems wird beeinflusst durch einen sogenannten Policy Mix aus regulatorischen Rahmenbedingungen und energiepolitischen Instrumenten.

Im Projekt GRETCHEN (The impact of the German policy mix on technological and structural change in renewable power generation technologies) untersucht das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI unter anderem die fördernden und hemmenden Auswirkungen dieses Policy Mixes auf die Entwicklung und Verbreitung von erneuerbaren Energietechnologien in Industrieunternehmen. Aus den Ergebnissen werden Empfehlungen zur Ausgestaltung der Rahmenbedingungen und Instrumente entwickelt, die sich an Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft sowie an die Wissenschaft richten.

Im Rahmen des Projekts wurden bereits mehrere Publikationen veröffentlicht, weitere werden folgen. Diese zeigen unter anderem, dass Technologien zur Erzeugung von Strom und Wärme aus Erneuerbaren Energien im Verarbeitenden Gewerbe derzeit noch relativ selten im Einsatz sind, es in den vergangenen zehn Jahren jedoch einen starken Anstieg bei der Stromerzeugung gab:

Aktuell nutzen etwa 18 Prozent der Unternehmen erneuerbare Energien zur Stromerzeugung, darunter vor allem endkundennahe Firmen. Katharina Mattes vom Fraunhofer ISI erklärt: "Zusätzlich zum ökonomischen Potenzial werden erneuerbare Energietechnologien von Industrieunternehmen insbesondere aus Imagegründen genutzt. Das Image einer sogenannten grünen Fabrik ist vor allem für Unternehmen relevant, die für Endkonsumenten produzieren, da diese ihr Kaufverhalten verstärkt nach nachhaltigen Produkten ausrichten. Klassische Zulieferbetriebe hingegen nutzen deutlich weniger erneuerbare Energietechnologien."

Ein weiterer Ausbau im Bereich der Erneuerbaren ist laut den Forschungsergebnissen in den kommenden zwei bis drei Jahren geplant. Würden alle geplanten Projekte realisiert, würde dies zu einem Anstieg der Verbreitung erneuerbarer Energietechnologien in Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes um etwa 50 Prozent beim Strom und um 85 Prozent bei der Wärme führen.

Um zukünftig die Nutzung erneuerbarer Energietechnologien von Industriebetrieben zu steigern, empfehlen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer ISI unter anderem, staatliche Förderungen auf regionale Zielgruppen zu fokussieren. "Bisher setzen vorrangig Betriebe aus Regionen mit höherer Sonneneinstrahlung erneuerbare Stromerzeugungstechnologien ein. In sonnenärmeren Regionen wird das Potenzial erneuerbarer Energietechnologien kaum ausgeschöpft, obwohl neben der Nutzung von Solarenergie auch Energieträger wie Biomasse oder Wind relevant sein können", betont Katharina Mattes.

Die Ergebnisse des Projekts GRETCHEN werden nicht nur in Publikationen verbreitet, sondern beispielsweise auch in Workshops diskutiert. Der kostenlose Workshop "Die grüne Fabrik" findet am 18. September 2014 von 9.30 bis 16 Uhr am Fraunhofer ISI in Karlsruhe statt. Er richtet sich insbesondere an Energiemanager sowie Führungs- und Fachkräfte aus produzierenden Unternehmen.

Vormittags steht die Frage im Vordergrund, weshalb und in welchem Ausmaß Industrieunternehmen erneuerbare Energietechnologien zur eigenen Strom- und Wärmeerzeugung nutzen. In diesem Zusammenhang wird mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmerinnen diskutiert, wie regulatorische Rahmenbedingungen sowie energiepolitische Fördermaßnahmen zukünftig ausgestaltet werden sollten, um die Nutzungsrate zu steigern.

Am Nachmittag tritt der Arbeitskreis "Innerbetriebliches Energiebenchmarking" zusammen. Dieser wurde 2012 im Rahmen der Innovationsplattform Effizienzfabrik (http://www.effizienzfabrik.de) zum Wissenstransfer zwischen Theorie und Praxis gegründet und wird vom Fraunhofer ISI geleitet. Im Zentrum seiner Aktivitäten steht der Austausch über die praktische Nutzung und Anwendbarkeit von Benchmarking-Ansätzen für Energiefragestellungen.

Aus Studien des Arbeitskreises geht unter anderem hervor, dass innerbetriebliche Energiebenchmarks Unternehmen dabei unterstützen können, Wirkungen von Energieeffizienzmaßnahmen zu analysieren und das Erreichen von Energiezielen zu überwachen – wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt werden: Energiebenchmarks müssen an den Zielen der Nutzer ausgerichtet werden, sie brauchen transparente Kenngrößen und müssen permanent an veränderte Randbedingungen und geänderte Ziele angepasst werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops sind eingeladen, die zukünftige Ausrichtung des Arbeitskreises zu diskutieren und dadurch mitzugestalten.

Anmeldeschluss zum Workshop ist der 5. September 2014, Informationen zum Programm sowie das Anmeldeformular gibt es unter http://www.projekt-gretchen.de/workshops.html.

Publikationen zum Thema erneuerbare Energietechnologien
Wie grün ist Deutschlands Industrie wirklich? (http://www.isi.fraunhofer.de/isi-wAssets/docs/i/de/pi-mitteilungen/PI64.pdf)
Adoption and Diffusion of Renewable Energy Technologies: Influence of the Policy Mix in the Manufacturing Industry (http://www.isi.fraunhofer.de/isi-wAssets/docs/e-x/working-papers-sustainability-and-innovation/WP06-2014_IAEE_Finalversion.pdf)

Publikationen zum Thema Innerbetriebliches Energiebenchmarking
Innerbetriebliches Energiebenchmarking: Herausforderungen und Umsetzungen in der Praxis (http://www.effizienzfabrik.de/de/themen-ressourceneffizienz/white-paper-innerbetriebliches-energiebenchmarking/691/)
Energy-benchmarking within companies: insights from benchmarking practice (http://www.effizienzfabrik.de/de/themen-ressourceneffizienz/fraunhofer-isi-energiebenchmarks-massschneidern-und-erfolgreich-nutzen/1061/)

Weitere Informationen zum Projekt GRETCHEN finden Sie unter http://www.projekt-gretchen.de.

Kontakt:
Anne-Catherine Jung MA
Telefon: +49 721 6809-100
E-Mail: presse@isi.fraunhofer.de

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI analysiert Entstehung und Auswirkungen von Innovationen. Wir erforschen die kurz- und langfristigen Entwicklungen von Innovationsprozessen und die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien und Dienstleistungen. Auf dieser Grundlage stellen wir unseren Auftraggebern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Handlungsempfehlungen und Perspektiven für wichtige Entscheidungen zur Verfügung. Unsere Expertise liegt in der fundierten wissenschaftlichen Kompetenz sowie einem interdisziplinären und systemischen Forschungsansatz.

Weitere Informationen:

http://www.isi.fraunhofer.de/isi-de/service/presseinfos/2014/pri-17-2014-gretche...
http://www.projekt-gretchen.de/workshops.html

Anne-Catherine Jung | Fraunhofer-Institut

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics