Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftler diskutieren den Reaktorunfall in Fukushima

28.07.2011
Internationaler Workshop: Systeme mit der Neigung zu extremer Unsicherheit

Der Reaktorunfall in Fukushima hat die Diskussion um die Sicherheit der Kernkraftwerke erneut in die Öffentlichkeit gebracht und zum Beispiel in Deutschland zur Entscheidung des Atomausstiegs geführt.

Doch Atomkraftwerke sind nur ein Beispiel für Systeme, die zu extrem unsicheren Ereignissen (englisch Extreme Unsafe Event, EUE) führen können. Ein internationaler Workshop befasst sich vom 3. bis 4. August in der Universität Bielefeld mit den Problemen, die mit der Entwicklung und Nutzung von für EUE anfälligen Technologien einhergehen.

Nach den meisten Maßstäben sind Nuklearunfälle die kostspieligsten schweren Zwischenfälle in Friedenszeiten. Es stellt sich die Frage, wie oder ob Stromerzeugung aus Kernspaltung hinreichend sicher gemacht werden kann und was genau „hinreichend sicher“ ist. Die entscheidenden Probleme sind daher weder rein technischer Natur, noch sind sie ausschließlich organisatorisch-theoretisch. Die Gesellschaft spielt eine Rolle bei der Entscheidung, was hinreichende Sicherheit ist. Im Extremfall gibt sie eine Technologie vollständig auf, wie derzeit in der Schweiz und in Deutschland oder sie äußert öffentlichen Protest, wie in Japan.

Auf der technischen Ebene stellt sich die Frage, warum die deutlichste öffentliche Darstellung der Gefährdung, die zum Unfall in Fukushima führte, in einem Buch des Organisations-Soziologen Charles Perrow zu finden ist und nicht etwa in einer öffentlichen Gefährdungsanalyse vom Betreiber des Kraftwerks oder der Aufsichtsbehörde. Dies macht deutlich, dass die Soziologie eine sehr wichtige Rolle bei der Entwicklung solcher Systeme haben muss.

Der Organisator des „11. Bieleschweig Workshops“, Professor Dr. Peter Ladkin, Technische Fakultät der Universität Bielefeld, freut sich über die Zusage von auf ihrem Gebiet herausragenden internationalen Experten: Robin Bloomfield (Adelard/City University, London), Lee Clarke (Rutgers, The State University of New Jersey), John Downer (Stanford University), John Knight (University of Virginia), Nancy Leveson (MIT), Charles Perrow (Yale University) und Martyn Thomas (Thomas Associates). Gemeinsam mit den Bielefelder Wissenschaftlern Bernd Sieker, Axel Schneider und Jörg Bergmann werden sie über verschiedene Aspekte extremer unsicherer Ereignisse referieren und anschließend diskutieren.

Ziel dieses Workshops ist es, einen Konsens zu formulieren, wie die Gesellschaft mit der Nutzung von Technologien, die für EUE anfällig sind, umgehen soll, unter besonderem Bezug auf den Unfall in Fukushima.

Der Workshop beginnt am Mittwoch, dem 3. August um 10 Uhr im Senatssitzungssaal der Universität Bielefeld, A3-126. Die Tagungssprache ist Englisch.

Kontakt:
Professor Dr. Peter Ladkin, Universität Bielefeld
Technische Fakultät
Telefon: 0521 106-2962
E-Mail: ladkin@rvs.uni-bielefeld.de

Ingo Lohuis | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bielefeld.de
http://www.rvs.uni-bielefeld.de/Bieleschweig/eleventh/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Wärmebildkameras, Infrarotthermometer und deren richtige Anwendung
21.02.2017 | Optris GmbH

nachricht Pflanzen und Böden besser verstehen
21.02.2017 | Hochschule Rhein-Waal

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie