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Tests an der virtuellen Leber - Wissenschaftler stellen neue Ersatzmethoden für Tierversuche vor

18.05.2011
Können wir bald auf Tierversuche verzichten? Die EU-Kommission und die US-amerikanische Regierung fördern die Erforschung moderner molekular- und zellbiologischer Methoden, die eine bessere Vorhersage der giftigen Eigenschaften chemischer Stoffe für den Menschen ermöglichen als die bisher üblichen Tierversuche.

Zum Auftakt eines dreitägigen Workshops an der Freien Universität stellen Wissenschaftler aus den Vereinigten Staaten und Deutschland einige dieser neuartigen Methoden vor. Journalisten sind zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen für

Sonntag den 22. Mai 2011, 15.00 Uhr
Seminaris CampusHotel Berlin
Takustraße 39, 14195 Berlin-Dahlem (U-Bhf. Dahlem Dorf, U 3)
Um Anmeldung zu der Veranstaltung wird gebeten unter:
E-Mail: presse@fu-berlin.de
Noch sind Tierversuche zum Schutz von Menschen vorgeschrieben, um Verbraucher und Anwender chemischer Stoffe in Arznei- und Lebensmitteln, Kosmetika und anderen Produkten vor gesundheitlichen Schäden zu bewahren. Doch Wissenschaftler arbeiten an Alternativen: Erforscht wird etwa die Möglichkeit, Computerchips und damit virtuelle Organe zu entwickeln oder die Wirkung von Substanzen an In-vitro-Zellkulturen zu testen.

In den USA wurden das „Human Toxicology Program“ und das Projekt „Toxicity Testing in the 21st Century“ ins Leben gerufen, die EU Kommission fördert den Forschungsschwerpunkt „Alternative Testing Strategies“ mit 150 Millionen Euro.

Das EU-Projekt AXLR8 (gesprochen accelerate – englisch für beschleunigen), das von der Freien Universität Berlin koordiniert wird, hat zum Ziel, diese neue Forschungsrichtung innerhalb Europas aber auch mit den USA und Japan abzustimmen und dazu in Berlin jährliche Workshops zu veranstalten. Der zweite AXLR8-Workshop, zu dem die Freie Universität vom 22. bis 25. Mai einlädt, soll dazu beitragen, eine gemeinsame internationale Forschungsstrategie für innovative, tierversuchsfreie Testmethoden in der Toxikologie zu entwickeln.

Das für die Medien öffentliche „Satellite Meeting on Innovative Methods“ am 22. Mai wird von Professorin Dr. Monika Schäfer-Korting, Pharmakologin und Vizepräsidentin der Freien Universität Berlin, und Professor Dr. Horst Spielmann, Leiter der Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch (ZEBET) am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Alternativen zu Tierversuchen geleitet. Die Vorträge sind auf Englisch.

Programm:

15.00Welcome & Chairs Monika Schäfer-Korting & Horst Spielmann, XLR8 & Freie Universität Berlin
New Toxicology Research Initiatives in Europe and the USA
15.10 “The EU-COLIPA “SEURAT” Project: “Towards the Replacement of in vivo Repeated Dose
Systemic Toxicity Testing” Michael Schwarz, Universität Tüebingen
15.40 The “Human Toxicology Project” Andrew Rowan, Humane Society International, USA
Innovative Molecular Disease Models
16.10 “Tox21 and Disease Pathway Interrogation” Raymond Tice, NIH, USA
16.40 “Human Skin Disease Models” Monika Schäfer-Korting, Freie Universität Berlin
Innovative Methods Developed in Germany
17.30 BMBF Project “The Virtual Liver” Jan Hengstler, IfADo
18.00 BMBF Go-Bio Project: “From Single Tissue Culture to Multi-Organ Chips”
Uwe Marx, Berlin TissUse & Technische Universität Berlin
Bioinformatics: The FP7 e-Tox Project
18.30 The IMI eTox Project: “Efforts to Develop In Silico Tools to Predict In Vivo Toxicity"

Thomas Steger-Hartmann, Bayer Schering

Der ausführliche Titel des EU-Projektes „AXLR8” lautet: „Accelerate the transition to a toxicity pathway-based paradigm for chemical safety assessment through internationally co-ordinated research and technology development”. Weitere Einzelheiten finden Sie auf der Website des EU Projektes AXLR8

www.axlr8.eu/

Weitere Auskünfte erteilen Ihnen gern:
Prof. Horst Spielmann und Dr. Vivian Kral Institut für Pharmazie der Freien Universität Berlin,

Telefon: 030 / 838-53219, E-Mail: horst.spielmann@fu-berlin.de und kral@zedat.fu-berlin.de

Carsten Wette | idw
Weitere Informationen:
http://www.fu-berlin.de

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