Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Spezialbrille auf Spurensuche

14.06.2011
Sich in den anderen hineinfühlen, spüren, was es bedeutet, schlecht oder gar nicht sehen zu können, Hilfe annehmen zu müssen und dennoch so selbstständig wie möglich zu bleiben: Studierende der Universität Erfurt wollen sich gemeinsam mit Sehbehinderten auf Spurensuche begeben und dabei die Möglichkeit schaffen, einander ganz neu zu begegnen.

Im Seminar „Begegnung“ im Studium Fundamentale haben sie im laufenden Semester die Idee dazu entwickelt. Am Samstag, 25. Juni, findet er nun statt, der Aktionstag „Sehblick“ auf dem Campingplatz in Kühnhausen.

„Wir wollen gemeinsam versuchen, Berührungsängste abzubauen“, erläutern Jana Hofereiter und Annika Vogel, zwei der insgesamt sieben am Projekt beteiligten Studierenden, die Idee hinter der Aktion. „Aus eigener Erfahrung kennen wir die Hilfslosigkeit, mit der man Sehbehinderten manchmal begegnet. Wollen sie unsere Hilfe? Und wenn ja: in welcher Form?

Da ist man ja oft selbst nicht sicher. Einerseits will man helfen, auf der anderen Seite aber auch niemanden bevormunden, das ist manchmal gar nicht so leicht“, berichtet Jana Hofereiter und ihre Kommilitonin Annika ergänzt: „Durch den Kontakt mit jungen Erwachsenen, die wir über den Blinden- und Sehbehindertenverband Thüringen kennengelernt haben, konnten wir uns bereits im Vorfeld des Aktionstages dem Thema nähern und eigene Erfahrungen sammeln, z.B. anhand von Spezialbrillen, mit denen sich Sehbehinderungen simulieren lassen. Ich habe wirklich großen Respekt vor Menschen, die mit einer solchen Beeinträchtigung scheinbar normal leben können.“

Und noch etwas haben die Studierenden gelernt: Fällt einer der Sinne aus, werden andere oft stärker ausgeprägt. „Das ist schon beeindruckend“, berichten die Studentinnen, die bei den verschiedenen Treffen mit den Sehbehinderten in den vergangenen Wochen viel über deren Fähigkeiten gelernt haben. Am 25. Juni nun wollen alle noch einmal zusammenkommen und auf den Campingplatz nach Kühnhausen fahren, um dort gemeinsam einen Tag zu verbringen, der erneut die Sinne schärfen soll - beispielsweise auf einem Barfußpfad, den die Teilnehmer beschreiten werden. Außerdem werden Hilfsmittel für Sehbehinderte vorgestellt und natürlich kommt auch die Geselligkeit nicht zu kurz: Am Lagerfeuer soll gegrillt und gemeinsam Musik gemacht werden. Unterstützung bekommen die Studierenden dabei nicht nur von der örtlichen Feuerwehr, sondern auch von der lokalen Wirtschaft, die als Sponsor der Veranstaltung mit im Boot ist.

„Sich mit dem Thema einmal eingehend zu beschäftigen und einen solchen Tag auf die Beine zu stellen, mit allem, was dazu gehört, ist eine wichtige Erfahrung, die ich aus dem Studium Fundamentale mitnehme“, erklärt Annika Vogel. „Aber das Beste an der Geschichte ist, dass ich mich heute im Umgang mit Sehbehinderten einfach sicherer fühle und mich besser in sie hineindenken kann. Dass ich so etwas mal im Studium lernen würde, hätte ich wirklich nicht gedacht.“

Carmen Voigt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erfurt.de

Weitere Berichte zu: Berührungsängste Sehbehindert Spezialbrille

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise