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Das Selbst als Subjekt und Objekt

04.07.2013
Sozialpsychologen der Universität Jena veranstalten vom 5.-7. Juli 2013 internationalen Workshop

Was haben die Fans von Carl Zeiss Jena mit denen von Rot-Weiß-Erfurt gemeinsam? Beide gehören sozialen Gruppen an, die von außen oft als homogen wahrgenommen werden. „Richtig ist, dass gemeinsame Aktionen zusammenschweißen“, sagt Prof. Dr. Thomas Kessler von der Universität Jena.

Die Vorstellung einer homogenen Gesellschaft erweise sich hingegen als irrige Annahme, sagt der Inhaber des Lehrstuhls für Sozialpsychologie. Und zwischen den Jenaer und Erfurter Fußballfans endet die Homogenität ebenfalls spätestens beim Derby.

Seit Jahren forschen die Jenaer Sozialpsychologen über Kooperationen und Konflikte zwischen sozialen Gruppen. Dazu gibt es jedes Jahr einen internationalen Workshop, dessen 14. Auflage vom 5. bis 7. Juli 2013 auf Schloss Oppurg stattfindet. Das diesjährige Thema lautet: „The Puzzle of I and Me: Individual and Collective Perspectives on Self and Identity.“

Wie Thomas Kessler erläutert, geht es um das Rätsel des Selbst, das als Subjekt und als Objekt wie auch individuell und kollektiv auftreten kann. Den Begriff des „I“ und „Me“ habe der US-amerikanische Psychologe William James geprägt, so Kessler. Die – zunächst analytische – Betrachtung dieses Phänomens verspreche einen enormen praktischen Nutzen. So lassen sich die Ursachen sozialer Diskriminierung erkennen und im besten Fall ausschalten. „Mit unseren Forschungsergebnissen können wir wertvolle Ratschläge geben“, sagt Prof. Kessler. Die untersuchten Interaktionen von sozialen Gruppen spielten beispielsweise beim europäischen Zusammenschluss eine Rolle. Gleiches gilt für die anstehenden Umweltveränderungen, für deren Bewältigung Gruppenleistungen gefragt sind.

Zum aktuellen Workshop werden 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Schloss Oppurg erwartet. Für impulsgebende Vorträge wurden die Australierin Kate Reynolds und der US-Amerikaner Colin W. Leach gewonnen. Weitere Gäste kommen aus Rumänien, England, Portugal, Polen, Schottland und Deutschland.

Der Workshop sei weit über die Grenzen Jenas hinaus bekannt und geschätzt, sagt Thomas Kessler. Man könne mit Fug und Recht von einem Aushängeschild der Universität Jena sprechen. Finanziell gefördert wird das internationale Forschertreffen durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Kontakt:
Prof. Dr. Thomas Kessler
Institut für Psychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Humboldtstraße 26, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945254
E-Mail: thomas.kessler[at]uni-jena.de

Stephan Laudien | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

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