Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Problematische Medikamentengaben bei Demenz - Workshop zur Versorgungsforschung in Greifswald

11.04.2012
Über die Verwendung von Medikamentendaten in der Demenzforschung diskutieren Fachleute am 20. April 2012 an der Universität Greifswald.

An dem "Workshop Über-, Unter- und Fehlversorgung bei der Pharmakotherapie von Patienten mit Demenz. Notwendigkeit einer vernetzten Versorgungsforschung" nehmen Wissenschaftler, Mediziner, Apotheker sowie Vertreter von Krankenkassen und des Sozialministeriums Mecklenburg-Vorpommern teil.

Die Veranstaltung am DZNE-Standort Greifswald wurde gemeinsam mit dem Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald vorbereitet.

Medikamente helfen, Symptome zu lindern und häufig Krankheiten zu heilen; sie können bei falscher Anwendung aber auch krank machen. Wir wissen bereits seit einiger Zeit, dass bestimmte Medikamente bei alten Menschen das Sturzrisiko erhöhen oder die Gedächtnisleistung herabsetzen. In der Folge entstehen dadurch weitere Behandlungsbedarfe und -kosten. Speziell Demenzpatienten werden zu selten mit den für sie optimalen Medikamenten behandelt.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Versorgungsforschung zu Medikamenten eine zunehmende Bedeutung. Das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz mit der frühen Nutzenbewertung führte zu einem erheblichen Anstieg der Arzneimittelverbrauchsstudien, die zum Teil und nicht immer zu Recht als Versorgungsstudien bezeichnet wurden. Ziel dieser Studien ist nicht immer nur die Verbesserung der Versorgung, sondern zum Teil auch die Steigerung des Absatzes bzw. die Entwicklung von Marketingstrategien. Dementsprechend sind bei der Durchführung der Studien deutliche Qualitätsschwankungen zu beobachten. In der Konsequenz zeigt sich, dass hier einheitliche Forschungsstandards notwendig sind.

Die Teilnehmer des Workshops in Greifswald diskutieren die Notwendigkeit, die Perspektiven und die Qualitätssicherung bei der Forschung mit Medikamentendaten. Es ist geplant, im Anschluss ein gemeinsames Eckpunktepapier für die Versorgungsforschung mit Medikamentendaten zu veröffentlichen.

Eine klare Ausrichtung dieser Forschung sollte zu einer Optimierung des Medikationsmanagements beitragen.

Das heißt, es geht um die Vermeidung unnötiger Medikamente ohne Nutzen oder sogar mit einem Risiko für den Patienten, aber auch um die Beseitigung von Versorgungslücken, wie sie z. B. bei der Osteoporose, Depression und Demenz zu beobachten sind. Ziele der wissenschaftlichen Versorgungsforschung sind letztendlich: die Verbesserung der Lebensqualität, die Vermeidung potenziell ungeeigneter bzw. schlecht verträglicher Medikamente mit einem Risiko für den Anwender, die flächendeckende Versorgung mit Medikamenten, deren Nutzen belegt ist und die Vernetzung der beteiligten Versorger (Arzt, Apotheke und Pflege) vor Ort.

Auf dem Workshop stellt Dr. Bernd Stahlhacke von der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern Ergebnisse einer Studie zur Medikamentenanwendung in der ambulanten Versorgung vor, Diplom-Pharmazeutin Anna-Franziska Wüstmann berichtet über Herausforderungen der Diabetestherapie bei kognitiv eingeschränkten Patienten, und Dr. Thomas Fiß wird über erste Erfahrungen aus dem Medikationsmanagement von Demenz-Patienten referieren. Als wichtige Kooperationspartner in der Forschung werden die Allgemeinmediziner Prof. Jean-Francois Chenot und Prof. Attila Altiner Perspektiven der Zusammenarbeit zwischen Arzt und Apotheker aufzeichnen. Prof. Wolfgang Hoffmann stellt zum Abschluss Rahmenbedingungen und Konzepte der vernetzten Versorgungsforschung dar.

Weitere Informationen
Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt Ihnen Dr. Fiß (siehe Ansprechpartner).
DZNE http://www.dzne.de/
DZNE-Standort Greifswald/Rostock http://www.dzne.de/standorte/rostock-greifswald.html
CommunityMedicin − Abteilung Versorgungsepidemiologie und Community Health http://www.medizin.uni-greifswald.de/icm/index.php?id=18

Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) http://www.deutsche-alzheimer.de/

Links zu themenspezifischen Fachinformationen
http://www.patientenleitlinien.de/Demenz/demenz.html
http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/038-013.html
http://leitlinien.degam.de/uploads/media/Patinfo_Demenz_002.pdf
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=38470
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=41065
Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, MPH
DZNE Standort Rostock/Greifswald
Gf. Direktor des Instituts für Community Medicine
Leiter der DelpHi-MV Studie
Ellernholzstraße 1/2, 17487 Greifswald
Telefon 03834 86-7750
wolfgang.hoffmann@uni-greifswald.de
Medikationsmanagement:
Dr. Thomas Fiß
DZNE Standort Rostock/Greifswald
Ellernholzstraße 1/2, 17487 Greifswald
Telefon 03834 86-7776
thomas.fiss@dzne.de

Jan Meßerschmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.dzne.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Workshop »Emissionsarme Bauprodukte und Wohngesundheit«
28.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI

nachricht Nachwuchswissenschaftler blicken in die Quantenwelt
28.03.2017 | Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit