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Molekularsprache aus Sicht eines Nobelpreisträgers

10.06.2009
"Jena Life Science Forum" richtet ersten Workshop an der Universität Jena aus (18.-20.6.)

Vom Stoffwechsel bis zur Vererbung - alle zentralen Lebensvorgänge sind informationsgesteuert. Die Annahme, dass die in den Erbmolekülen verschlüsselte Information die Struktur einer Sprache hat, wirft die Frage auf, ob das Prinzip der Codierung nicht nur auf die menschliche Sprache, sondern auf alle Ausdrucksformen genetischer Information bezogen werden kann. Dementsprechend wäre Sprache ein allgemeines Naturprinzip, das für den Aufbau und die Evolution lebender Systeme und damit für die lebenswissenschaftliche Grundlagenforschung und Biotechnologie von enormer Bedeutung ist.

"The Molecular Language of Life" lautet das Thema des ersten Workshops des neu gegründeten "Jena Life Science Forum" (JLSF), das vom 18.-20. Juni an der Friedrich-Schiller-Universität Jena stattfindet. "Unter 'language' soll dabei ein allgemeines informations- und kommunikationsbasiertes Organisationsprinzip des Lebendigen verstanden werden", berichtet Prof. Dr. mult. Bernd-Olaf Küppers, Lehrstuhlinhaber für Naturphilosophie an der Universität Jena. Gemeinsam mit Prof. Dr. Stefan H. Heinemann, der den Lehrstuhl für Biophysik innehat, und Prof. Dr. Stefan Schuster, Lehrstuhlinhaber für Bioinformatik, organisiert Küppers den interdisziplinären Workshop. "Mit diesem Thema", so Küppers weiter, "haben wir eine innovative Fragestellung aufgegriffen, die auf mögliche Forschungsthemen der nächsten Jahre ausgerichtet ist".

Neben internen Diskussionsrunden internationaler Experten bietet die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierte Veranstaltung auch zwei öffentliche Vorträge hochkarätiger Experten. Nobelpreisträger Manfred Eigen vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen wird am 18. Juni (17 Uhr, Campus Carl-Zeiß-Str. 3, Hörsaal 2) zum Forumsthema sprechen. Am 19. Juni (15 Uhr, Campus Carl-Zeiß-Str. 3, Hörsaal 7) hält der amerikanische Bioinformatiker David B. Searls einen Vortrag zum Thema "Omic Empiricism". "Wir wollen es renommierten Wissenschaftlern ermöglichen, wesentliche Probleme der Erforschung des Lebendigen aus einer interdisziplinären Perspektive zu betrachten", so Prof. Küppers, der zugleich Leiter des "Frege Centre for Structural Sciences" ist, welches für das Jena Life Science Forum verantwortlich zeichnet. Das Zentrum hat es sich dabei zur Aufgabe gemacht, die herausragende Bedeutung der Strukturwissenschaft für die Lebenswissenschaften aufzugreifen und ein offenes Forum für die Diskussion zukunftsweisender Konzepte sowohl für die Grundlagenforschung als auch für die angewandte Forschung zu bieten.

Kontakt:
Prof. Dr. mult. Bernd-Olaf Küppers
Institut für Philosophie der Universität Jena
Zwätzengasse 9, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944136
E-Mail: bernd.kueppers[at]uni-jena.de

Katrin Czerwinka | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de
http://www.frege.uni-jena.de/Projekte.html

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