Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationaler Workshop zu Knochenmarkkrebs

19.04.2013
Forscher aus Europa und Amerika präsentieren aktuelle Forschungsergebnisse und Entwicklungen in Therapie und Diagnostik beim Multiplen Myelom / Ärzte, Wissenschaftler und Journalisten sind herzlich eingeladen
Am 26. und 27. April 2013 veranstaltet die Sektion Multiples Myelom der Medizinischen Universitätsklinik und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg den hochkarätig besetzten Internationalen Myeloma Workshop. Auf dem Programm stehen neueste Forschungsergebnisse (am 26. April, Vortragssprache ist Englisch) sowie aktuelle Standards und Empfehlungen für Therapie und Diagnostik (am 27. April in Deutsch). Ärzte, Wissenschaftler und Journalisten sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.myelomaworkshop.de

Rund 3.500 Menschen erkranken in Deutschland jährlich neu am Multiplen Myelom, einer bislang meist unheilbaren Krebserkrankung des blutbildenden Knochenmarks. Eine Hochdosis-Chemotherapie gefolgt von einer Transplantation mit Stammzellen aus dem eigenen Blut ist heute die wirksamste Behandlungsform und bietet die Chance auf langfristige Krankheitskontrolle. Neue Medikamente und Stammzelltransplantation haben den krankheitsfreien Zeitraum und das Gesamtüberleben bei jüngeren Patienten auf über zehn Jahre verlängert.
Neuer Mechanismus in der Entstehung des Knochenmarkkrebses entdeckt

Da die Erkrankung sehr unterschiedlich verlaufen kann, ist es für die Therapie wichtig, die einzelnen Patientengruppen voneinander unterscheiden und ihre Prognose möglichst exakt bestimmen zu können. Dazu dienen genetische Veränderungen und charakteristische klinische und molekulare Marker. So hat eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Heidelberg, des Deutschen Krebsforschungszentrums (unter Leitung von Professor Dr. Kari Hemminki) und des Institute of Cancer Research in London, die auf dem Workshop präsentiert wird, gezeigt, dass bestimmte, den Knochenmarkkrebs verursachende Defekte im Erbgut nicht zufällig auftreten. Sie können von kleinen Genveränderungen an anderer Stelle begünstigt werden. Bei manchen Menschen erhöht sich durch diese häufig auftretende Genveränderung für das Protein namens Cyclin D1 das Risiko, an einer speziellen Form des Multiplen Myeloms zu erkranken (veröffentlicht in Nature Genetics).
„Das Wissen um charakteristische Erbgutveränderungen beim Multiplen Myelom hilft uns, die Entstehung der Erkrankung zu verstehen. Wenn wir so Hinweise darauf erhalten, welche Abläufe in den Zellen gestört sind, können wir passende Therapieansätze entwickeln“, sagt Professor Dr. Hartmut Goldschmidt, Leiter des Myelomzentrums der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg. Der neu entdeckte Mechanismus um die Cyclin D1-Variante betrifft wahrscheinlich nur einen Teil der Patienten: „Es gibt keine einheitliche Erkrankung Multiples Myelom, sondern mehrere Untergruppen mit unterschiedlicher Krankheitsursache“, so Erstautor Dr. Niels Weinhold von der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg. „Das muss bei der Therapie berücksichtigt werden.“

Erfolgsrezept: Hohe Qualität in Therapie und Begleitforschung

Diesem Anspruch kommt man am Myelomzentrum Heidelberg nach, das mit mehr als 1.400 Patienten und 200 Stammzelltransplantationen bei Multiplem Myelom pro Jahr die weltweit drittgrößte Einrichtung dieser Art und führend in Deutschland ist. So richtet sich die Therapie nicht nur nach Symptomatik, Stadium der Erkrankung, Alter und Allgemeinzustand des Patienten, sondern auch nach Veränderungen im Erbgut der Krebszellen. „Die Patienten sprechen auf diese individualisierte Therapie besser an und überleben länger“, sagt Professor Goldschmidt. Eine Studie unter Heidelberger Leitung zeigte z.B., dass Patienten, deren Knochenmarkszellen bestimmte Veränderungen im Erbgut aufweisen, besonders von einer Therapie mit dem Krebsmedikament Bortezomib profitieren.
Programm und weitere Informationen im Internet:
http://www.myelomaworkshop.de
http://www.krebsgesellschaft.de/arzt_myelomaworkshop_2013,228545.html
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Multiples-Myelom.131686.0.html

Ansprechpartner bei Fragen zur Veranstaltung:
Dr. Annemarie Angerer
Sektion Multiples Myelom
Med. Klinik V
Universitätsklinikum Heidelberg und
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Tel.: +49 6221-56-5429
Fax: +49 6221 56-5647
E-Mail: annemarie.angerer@med.uni-heidelberg.de

Literatur:
Niels Weinhold, David C Johnson, Daniel Chubb, Bowang Chen, Asta Försti, Fay J Hosking, Peter Broderick, Yussanne P Ma, Sara E Dobbins, Dirk Hose, Brian A Walker, Faith E Davies, Martin F Kaiser, Ni L Li, Walter A Gregory, Graham H Jackson, Mathias Witzens-Harig, Kai Neben, Per Hoffmann, Markus M Nöthen, Thomas W Mühleisen, Lewin Eisele, Fiona M Ross, Anna Jauch, Hartmut Goldschmidt, Richard S Houlston, Gareth J Morgan und Kari Hemminki: The CCND1 c.870G>A polymorphism is a risk factor for t(11;14)(q13;q32) multiple myeloma. Nature Genetics 2013, DOI:10.1038/ng.2583.

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 11.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 2.200 Betten werden jährlich rund 118.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und rund 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Leiterin Unternehmenskommunikation / Pressestelle
des Universitätsklinikums Heidelberg und der
Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 56-4536
Fax: 06221 56-4544
E-Mail: annette.tuffs@med.uni-heidelberg.de

Julia Bird
Referentin Unternehmenskommunikation / Pressestelle
des Universitätsklinikums Heidelberg und der
Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 56-7071
Fax: 06221 56-4544
E-Mail: julia.bird@med.uni-heidelberg.de

Besuchen Sie das Universitätsklinikum Heidelberg auch bei:
Facebook: http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/facebook
Twitter: http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/twitter
Youtube: http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/youtube

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Wärmebildkameras, Infrarotthermometer und deren richtige Anwendung
21.02.2017 | Optris GmbH

nachricht Pflanzen und Böden besser verstehen
21.02.2017 | Hochschule Rhein-Waal

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie