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Internationaler Workshop zur Geschlechterforschung an Saar-Uni

08.06.2011
Oft wird behauptet, dass Männer besser logisch denken und Frauen sich leichter in Gesprächspartner einfühlen. Ob solche Klischees wirklich stimmen, ist eines der Themen der Geschlechterforschung, im Englischen auch Gender Studies genannt.

Dieser Forschungszweig ist in den USA fest etabliert, in Deutschland steckt er noch in den Kinderschuhen. Astrid Fellner, Professorin für nordamerikanische Literatur und Kultur der Saar-Uni, will das ändern und veranstaltet daher am 30. Juni und 1. Juli einen internationalen Gender-Workshop für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Dazu hat sie renommierte Geschlechterforscherinnen aus den USA und Deutschland nach Saarbrücken eingeladen.

An dem Workshop werden Doktorandinnen und Doktoranden der Universität des Saarlandes sowie von Universitäten in Deutschland, Österreich, Belgien, Großbritannien und den USA teilnehmen. Die meisten von ihnen beschäftigen sich in ihren Forschungsarbeiten mit einem Thema, das die Unterschiede oder Gemeinsamkeiten der Geschlechter beleuchtet. Dabei geht es zum Beispiel um die Männlichkeitsideale von Boxern in Film und Literatur oder um eine Analyse der Fernsehserie „Sex and the Cities“. Die Teilnehmer des Workshops werden ihre Forschungsarbeiten vorstellen und gemeinsam diskutieren. Sie haben aber auch die Möglichkeit, an so genannten Master Classes teilzunehmen. Diese werden von der bekannten Gender-Forscherin Judith Jack Halberstam, Professorin an der University of Southern California in Los Angeles, sowie von Eveline Kilian, Professorin für Englische Kulturwissenschaft und Kulturgeschichte der Humboldt-Universität in Berlin geleitet.

Außerdem werden zwei Abendveranstaltungen in Saarbrücken angeboten, die sich auch an die interessierte Öffentlichkeit im Saarland richten. Die Professorin Judith Halberstam wird am 30. Juni um 20 Uhr in der Frauenbibliothek Saar (Bleichstr. 4) einen Vortrag in englischer Sprache zum Thema „Low Theory: Transdisciplinarity and Queer Studies“ halten. Dabei untersucht Halberstam unter anderem das Spannungsverhältnis zwischen so genannter Hochkultur und Populärkultur. In Kooperation mit den Cinédames des Lesben- und Schwulenverbandes Deutschland (LSVD) wird im Kino Achteinhalb (Nauwieser Str. 19) am 1. Juli um 20 Uhr der Dokumentarfilm „Travel Queeries” von Elliat Graney-Saucke gezeigt, der die europäische Queer-Szene beleuchtet. „Queer“ steht im Englischen für „seltsam“ oder „sonderbar“ und wurde auch lange Zeit als Schimpfwort für Homosexuelle verwendet. Im Anschluss an den Film findet eine Performance und Diskussion mit der amerikanischen Regisseurin und Künstlerin Elliat Graney-Saucke alias Sir La Muse statt, die in Berlin lebt.

Den internationalen Workshop zur Geschlechterforschung haben die Professorin Astrid M. Fellner und Jennifer Moos organisiert, die in diesem Semester dazu ein Haupt- und Proseminar anbieten. Darin geht es um Theorien der Gender Studies sowie um verschiedene literarische Textsorten aus der Perspektive der Gendertheorien. Gender Studies haben ihren Ursprung in der Frauenforschung, gehen aber weit darüber hinaus und beziehen alle gesellschaftlichen Bereiche mit ein. Sie sind interdisziplinär und werfen wissenschaftskritische Blicke auf etablierte Disziplinen. Dabei werden das Verhältnis der Geschlechter sowie die Ungleichheit und Unterschiede zwischen den Geschlechtern untersucht. Auch soll dafür sensibilisiert werden, dass sich weltweit die Gesellschaftsprozesse verändern lassen. In Zusammenwirkung mit anderen interdisziplinären Forschungsansätzen wie den Cultural Studies setzen sich die Gender Studies außerdem kritisch mit der nationalen, ethnischen und geschlechtlichen Identität auseinander.

Fragen beantworten:

Prof. Dr. Astrid Fellner
North American Literary and Cultural Studies
Tel. 0681 / 302 – 2330
Mail: fellner@mx.uni-saarland.de
Jennifer Moos M.A.
Tel.: 0681 / 302 3323
Mail: moos@mx.uni-saarland.de
Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-ISDN-Codec. Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-3610) richten.

Friederike Meyer zu Tittingdorf | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de
http://www.amerikanistik.uni-saarland.de/index.php?id=117

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