Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HIV/AIDS: Workshop zu Impfstoff- und Mikrobizid-Entwicklung

02.07.2009
Gemeinsame Pressemitteilung des BMG und des Robert Koch-Instituts Berlin

Information und Prävention sind wirksam gegen die Verbreitung von HIV/AIDS. Für ein weltweites, dauerhaftes Zurückdrängen der Virusinfektion ist aber ein Impfstoff unverzichtbar. Auch Mikrobizide könnten Frauen, vor allem in Entwicklungsländern, einen persönlichen Schutz unabhängig vom Verhalten des Mannes ermöglichen.

Der Forschungsstand bei Impfstoffen und Mikrobiziden war Thema eines Workshops, der vom 30. Juni bis zum 1. Juli in Berlin stattgefunden hat. Veranstalter waren das Bundesministerium für Gesundheit, das Paul-Ehrlich-Institut, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizin-produkte, die Internationale AIDS-Impfstoff-Initiative IAVI und das Robert Koch-Institut.

Forschung für Impfstoffe und neue Präventionsansätze, darunter Mikrobizide, werden auch im „Aktionsplan zur Umsetzung der HIV/AIDS-Bekämpfungsstrategie der Bundesregierung“ als wichtige Bausteine herausgestellt.

Bislang wurden zwei Impfstoffkandidaten vollständig in klinischen Studien getestet, mit beiden gelang es nicht, eine HIV-Infektion zu verhindern oder zu kontrollieren. Ein wichtiges Hindernis bei der Entwicklung eines Impfstoffs liegt darin, dass HIV genau die Zellen infiziert, die notwendig sind, um eine wirksame Immunantwort zu starten und aufrecht zu erhalten. Die meisten Wissenschaftler vermuten inzwischen, dass ein wirksamer Impfstoff beide „Arme“ der Körperabwehr aktivieren muss: einerseits die zelluläre Immunreaktion, bei der die so genannten T-Zellen die Viren bekämpfen, andererseits die humorale Immun-reaktion, bei der B-Zellen Antikörper herstellen.

Auch ein nur teilweise wirksamer Impfstoff würde einen großen Fortschritt bedeuten. IAVI, deren Impfstoff-Aktivitäten auf den speziellen Bedarf von Entwicklungsländer zugeschnitten sind, schätzt, dass zum Beispiel ein zu 50 % wirksamer Impfstoff, der an 30 % der Bevölkerung verabreicht würde, die Zahl der Neuinfektionen in Entwicklungsländern in einem Zeitraum von 15 Jahren mehr als halbieren würde. Auch ein Impfstoff, der die Infektion nicht verhindert, sondern nur die Vermehrung im Körper bremst, könnte bei einer Infektion die Prognose für den Betroffenen erheblich verbessern und das Ansteckungsrisiko für andere verringern. Derzeit ist eine Reihe von Kandidat-Impfstoffen in der klinischen Prüfung, kurzfristig sind allerdings keine praxisreifen Ergebnisse zu erwarten.

Angesichts der in Entwicklungsländern zunehmenden Infektionsraten unter Frauen und Mädchen besteht ein hoher Bedarf nach einer Methode, mit der sich Frauen effektiv und von ihrem Partner unabhängig vor HIV schützen können. Deshalb wird neben der Impfstoffentwicklung auch an der Entwicklung eines gegen eine HIV Infektion wirksamen Mikrobizids gearbeitet. Mikrobizide sind chemisch-therapeutische Produkte, die zum Beispiel als Creme oder Vaginalring am Eintrittsort des HI-Virus im Körper, üblicherweise die Vagina, lokal angewendet werden, um dort eine Virusübertragung zu reduzieren oder zu verhindern. Ähnlich wie bei der Impfstoffentwicklung gibt es bislang kein effektives Mikrobizid, das vor der Markteinführung stünde. Allerdings befinden sich mehrere Kandidat-Mikrobizide in verschiedenen Phasen der Sicherheits- und Wirksamkeitsprüfung, die weithin unterstützt werden.

Weitere Informationen:
• Bundesministerium für Gesundheit zu HIV/AIDS: www.bmg.bund.de > Themen
• Robert Koch-Institut zu HIV/AIDS: www.rki.de > Infektionskrankheiten A-Z
• International Partnership for Microbicides: www.ipm-microbicides.org
• Internationale AIDS-Impfstoff-Initiative IAVI: www.iavi.org.

| Bundesministerium für Gesundheit
Weitere Informationen:
http://www.bmg.bund.de
http://www.rki.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Workshop: Future Trends in DNA-based Nanotechnology vom 29. Mai bis 2. Juni 17
23.05.2017 | Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme

nachricht Dritter internationaler Workshop „Innovations in Oncology“: Anmeldung offen
18.05.2017 | Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten