Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herzklappenerkrankungen: Speziell ältere Menschen haben ein höheres Risiko

31.10.2008
UKM-Herzseminar am 6. November informiert auch über neue Behandlungsmethoden mit Kathetertechnik

Herzklappenerkrankungen nehmen immer mehr zu. Ein wichtiger Grund: Bei steigender Lebenserwartung treten gerade im Alter Klappenfehler gehäuft auf.

Nach Angaben der Deutschen Herzstiftung gab es im Jahr 2007 in Deutschland über 21.000 Herzklappenoperationen, zehn Jahre zuvor lag diese Zahl noch bei 13.500. Neueste Behandlungsmöglichkeiten, wie der Ersatz von Herzklappen mit Hilfe von schonender Kathetertechnik, erlauben es aber inzwischen, auch älteren „Risikopatienten“ zu helfen.

Daher stellt die Deutsche Herzstiftung in diesem Jahr besonders Herzklappenerkrankungen in den Mittelpunkt des „Herzmonats November“, der jährlich von der Stiftung initiiert wird. Das Universitätsklinikum Münster (UKM) beteiligt sich mit einem Herzseminar am 6. November (Donnerstag) für Patienten und Angehörige an diesem Aktionsmonat.

Prof. Dr. Helmut Baumgartner, Leiter des Kardiologischen Zentrums für Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (EMAH) und erworbenen Klappenfehlern am UKM, hat in diesem Jahr erstmals am UKM bei inzwischen 20 Patienten Herzklappen mit einem Katheterverfahren über die Leistenarterie implantiert. Ein chirurgischer Eingriff am offenen Herzen konnte so vermieden werden. „Dieses Verfahren ist speziell für ältere Patienten mit Verengung der Herzklappe zwischen linker Herzkammer und Hauptschlagader („Aortenstenose“), die durch schwere Zusatzerkrankungen für die konventionelle Operation ein hohes Risiko hätten, eine viel versprechende neue Behandlungsmöglichkeit“, erklärt der Kardiologe. Auch die Erholungszeit ist bei solchen Hochrisikopatienten in der Regel viel kürzer als bei einem chirurgischen Eingriff. Bei dem Kathetereingriff wird die neue Herzklappe über die Leistenarterie eingebracht, ohne dass Brustkorb und Herz geöffnet werden müssen.

Dieses neue Verfahren ist allerdings nur ein Aspekt, um den es am 6. November beim Herzseminar gehen wird. „Patienten mit einer Herzklappenerkrankung haben viele Fragen. Mit unserem Seminar wollen wir gezielt über alle Aspekte informieren. Auch die Frage: „Wie erkenne ich einen Herzklappenfehler und was ist zu tun?“ werden wir beantworten. Weitere Themen sind die Herzklappenoperation oder das Thema Gerinnungshemmung“, erklärt Privat-Dozent Dr. Gerold Mönnig, Oberarzt der Medizinischen Klinik und Poliklinik C (Kardiologie und Angiologie) am UKM.

Mediziner und Experten aus verschiedenen Kliniken der Herz- und Gefäßmedizin am UKM werden daher am 6. November informieren und Fragen beantworten. Dabei sollen speziell auch ältere Menschen angesprochen werden: „Gerade in der Gruppe der über 65-jährigen besteht ein höheres Risiko, dass durch eine zunehmende Verkalkung der Aortenklappe die Funktion beeinträchtigt wird“, betont Mönnig. Die Aortenklappe ist das Ventil zwischen der großen linken Herzkammer und der Körperschlagader, der Aorta. Im Laufe eines 80-jährigen Lebens öffnet und schließt sich die Aortenklappe mehr als drei Milliarden Mal. Verengt diese Klappe, kann das Blut nur schwer hindurch fließen. Anzeichen, die auf eine solche Klappenverengung hinweisen können, sind etwa Atemnot bei körperlicher Anstrengung, das Gefühl der Brustenge bis hin zum Verlust des Bewusstseins, wenn das Gehirn nicht ausreichend mit Blut versorgt wird.

Vor allem eines betonen Prof. Baumgartner und Dr. Mönnig: „Gerade angesichts einer immer älter werdenden Bevölkerung ist auch eine weitere Zunahme der Herzklappenerkrankungen zu erwarten. Darum ist auch eine breite Information der Bevölkerung nötig. Das wollen wir mit dem Seminar erreichen.“

Programm des UKM-Herzseminars am 6. November, Beginn 17 Uhr
Ort:
Universitätsklinikum Münster
Lehrgebäude am Zentralklinikum
Hörsaal L 10, Albert-Schweitzer-Str. 21
48149 Münster
Ablauf:
17 Uhr Begrüßung und Einführung
Prof. Dr. Dr. h.c. Günter Breithardt
Herzzentrum Münster, UKM

17.15 Uhr „Herzklappenfehler – wie erkenne ich sie, was muss ich tun?“
Priv.-Doz. Dr. Gerold Mönnig
Medizinische Klinik und Poliklinik C (Kardiologie und Angiologie), UKM

17.45 Uhr „Die Herzklappenoperation“
Priv.-Doz. Dr. Andreas Hoffmeier
Klinik und Poliklinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, UKM
18.15 Uhr „Herzklappenersatz mit dem Katheter – neue Chancen“
Prof. Dr. Helmut Baumgartner
EMAH-Zentrum, UKM
18.45 Uhr „Gerinnungshemmung und Endokarditisprophylaxe –
was muss der Patient wissen?“
Dr. Ekkehard Hilker
Medizinische Klinik und Poliklinik C (Kardiologie und Angiologie), UKM
19 Uhr Diskussion mit den Referenten
20 Uhr Abschließende Bemerkungen
Prof. Dr. Helmut Baumgartner
Information und Auskunft:
Brigitte Skudelny
Universitätsklinikum Münster
Med. Klinik und Poliklinik C
Telefon: 0251/83-47638
Telefax: 0251/83-49943
Brigitte.Skudelny@ukmuenster.de

Stefan Dreising | Universitätsklinikum Münster (UK
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenster.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Seminar zu Einblicken in die unterschiedlichen Ebenen des 3D-Druckens und wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten - 2017
26.04.2017 | Haus der Technik e.V.

nachricht Praxisworkshop Mikrooptische Beleuchtungsanwendungen, 12.09.17 in Göttingen
24.04.2017 | PhotonicNet GmbH Kompetenznetz Optische Technologien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie