Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sind großbetriebliche Agrarkonzerne das zukünftige Modell weltweiter Landbewirtschaftung?

18.09.2013
Workshop auf der GEWISOLA-Jahrestagung analysiert aktuelle Trends

In vielen Ländern der westlichen Welt ebenso wie in den meisten Entwicklungsländern ist der landwirtschaftliche Familienbetrieb die wesentliche Organisationsform der Agrarproduktion. Seit einigen Jahren ereignen sich hier organisatorische Revolutionen:

Die Bewirtschafter sind nicht länger identisch mit den Eigentümern des Bodens. Die landwirtschaftlichen Arbeitskräfte gehören nicht länger einem sozialen Familienverband an. In einigen Fällen sind sogar außerlandwirtschaftliche Kapitaleigner alleinige Eigentümer der Produktionsmittel und Anlagen für die Agrarproduktion. Diese lange für unmöglich gehaltenen Prozesse einer zunehmenden Ausdifferenzierung und Arbeitsteilung stehen im Begriff, eine neue Form des großbetrieblichen Agrarkapitalismus zu begründen.

Im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaus (GEWISOLA) findet am 26.09., um 10:30 Uhr, in der Humboldt-Universität zu Berlin der Workshop „Neue Geschäftsmodelle in der großbetrieblichen Landwirtschaft: Bestimmungsgründe, Auswirkungen und politischer Handlungsbedarf“ statt. Der Workshop wird organisiert von PD Dr. Martin Petrick vom Leibniz Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO) und Dr. Rainer Gießübel vom Landwirtschaftsministerium.

Petrick wird während des Workshops zum Aufschwung kapitalistischer Geschäftsmodelle in der Weltagrarwirtschaft referieren. Bernhard Forstner und Andreas Tietz (Thünen-Institut) werden auf mögliche Auswirkungen und politischen Handlungsoptionen der neuen Geschäftsmodelle in der deutschen Landwirtschaft eingehen. Stellungnahmen von Barbara Unmüßig (Heinrich-Böll-Stiftung) und Jobst Jungehülsing (Landwirtschaftsministerium) runden die Fachvorträge ab.

Ein Blick auf die Weltmärkte zeigt, dass bereits verschiedene neue Geschäftsmodelle entstanden sind. In Eurasien gründeten sich mit außerlandwirtschaftlichem Kapital finanzierte „Agroholdings“ aus den Überresten der früheren sowjetischen Großbetriebe und in Lateinamerika bewirtschaften Agrarunternehmer in sogenannten „Sowing pools“ Flächeneinheiten von 20.000 Hektar und mehr. Auch in Europa und speziell in Deutschland ist Bewegung in landwirtschaftliche Boden-, Kapital- und Arbeitsmärkte gekommen.

Dies hat in der westlichen Öffentlichkeit zu kontroversen Diskussionen über das zukünftige Modell der Landbewirtschaftung geführt. Einige Vertreter der Zivilgesellschaft erwarten regulierende Eingriffe von Seiten der Politik, um die aus ihrer Sicht bereits eingetretenen oder zu erwartenden Nachteile solcher Organisationsformen einzudämmen. Insbesondere Preissteigerungen für Agrarland, eine hohe Konzentration von Eigentum an landwirtschaftlichen Ressourcen, Massentierhaltung oder ökologisch fragwürdige Anbaumethoden werden hier genannt.

Die Frage ist, ob auch in Deutschland die Zukunft der Agrarproduktion in der Hand von vertikal integrierten Holdings und Industriekonzernen liegt. Der Workshop „Neue Geschäftsmodelle in der großbetrieblichen Landwirtschaft“ will eine Analyse aktueller Trends liefern. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den komplexen politischen und wirtschaftlichen Einflussfaktoren ihrer Entstehung. Vorhandene Belege für soziale und wirtschaftliche Folgewirkungen sollen zusammengetragen und Handlungsoptionen für derzeitige politische Entscheidungsträger identifiziert werden. Interessierte Besucher können sich unter www.gewisola2013.hu-berlin.de/ über die 53. Jahrestagung der GEWISOLA informieren und anmelden.

Workshop im Rahmen der 53. Jahrestagung der GEWISOLA
“Neue Geschäftsmodelle in der großbetrieblichen Landwirtschaft: Bestimmungsgründe, Auswirkungen und politischer Handlungsbedarf“
26.09.2013 | 10:30 – 12:00 Uhr | Humboldt-Universität zu Berlin
Universitätsgebäude am Hegelplatz, Dorotheenstraße 24, HS 1.101
Akkreditierung
Journalisten, die an der GEWISOLA-Tagung teilnehmen und darüber berichten möchten, wenden sich bitte an das Tagungsbüro: Dr. Astrid Häger, Telefon: +49-(0)30-2093 6049 oder Kerstin Oertel, Telefon: +49-(0)30-2093 6340, gewisola2013@hu-berlin.de.
Über das IAMO
Das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO) widmet sich der Analyse von wirtschaftlichen, sozialen und politischen Veränderungsprozessen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie in den ländlichen Räumen. Sein Untersuchungsgebiet erstreckt sich von der sich erweiternden EU über die Transformationsregionen Mittel-, Ost- und Südosteuropas bis nach Zentral- und Ostasien. Das IAMO leistet dabei einen Beitrag zum besseren Verständnis des institutionellen, strukturellen und technologischen Wandels. Darüber hinaus untersucht es die daraus resultierenden Auswirkungen auf den Agrar- und Ernährungssektor sowie die Lebensumstände der ländlichen Bevölkerung. Für deren Bewältigung werden Strategien und Optionen für Unternehmen, Agrarmärkte und Politik abgeleitet und analysiert. Seit seiner Gründung im Jahr 1994 gehört das IAMO als außeruniversitäre Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft an.
Ansprechpartnerin für die Medien
Britta Paasche
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO)
Tel. +49 (0)345 2928-329
Fax +49 (0)345 2928-499
E-Mail presse@iamo.de
http://www.gewisola2013.hu-berlin.de/
- Anmeldung
https://www.conftool.com/gewisola2013/index.php?page=browseSessions&form_session=31&presentations=hide

- Detaillierte Informationen zum Workshop

Britta Paasche | IAMO
Weitere Informationen:
http://www.iamo.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Fazit der Pilotphase – Qualifizierung für Schulleiterinnen und Schulleiter hat sich bewährt
22.06.2017 | Heraeus Bildungsstiftung

nachricht Elektromobilität im ÖPNV, ein Werkstattproblem?
22.06.2017 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften