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Es geht um Menschen nicht um Geräte: Biophotonik vernetzt Medizin und Industrie

20.05.2011
Optische Technologien spielen in der Medizin eine entscheidende Rolle, man denke an Mikroskope oder Röntgengeräte. Die steigende Lebenserwartung stellt für die Gesellschaft jedoch eine Herausforderung von neuer Qualität dar: Um die drastisch ansteigenden Fallzahlen von Tumor- und Infektionserkrankungen wie Sepsis in den Griff zu bekommen, muss der Wissenstransfer zwischen Entwicklern und Medizinern (Anwendern) grundlegend verbessert werden.

Einen Impuls zur besseren Kommunikation über Fachgrenzen hinweg sollen die Workshops „Visions for Future Diagnostics“ vermitteln, die am 25. und 26. Mai 2011 zu den Themen Onkologie und Infektionskrankheiten in München stattfinden.

Im Rahmen der Weltleitmesse für Optische Technologien LASER World of PHOTONICS treffen sich elf ausgewiesene Experten auf dem eigens für das Thema Biophotonik auf der Messe eingerichteten Forum, unter ihnen Vertreter der Industrie und der verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen. Die Biophotonik ist eine vielversprechende Forschungsrichtung, welche die Anwendung lichtbasierter Technologien auf Fragestellungen in Medizin und Lebenswissenschaften umfasst und deswegen von Chemikern, Physikern, Biologen und Medizinern gleichermaßen betrieben wird. Zu den Technologien gehören u.a. moderne Mikroskopie- und Spektroskopieverfahren, aber auch der Einsatz von Licht in Form von Lasern als Werkzeug, sei es in der Zellbiologie oder in der Chirurgie.

Bei den exemplarischen Workshops werden Ärzte die Diskussion anstoßen, indem sie Ihre Anforderungen benennen und damit die Entwicklungsrichtung in der Biophotonik vorgeben. Insbesondere werden sie konkrete Parameter an die Forscher und Hersteller weiter geben, die wiederum die System- und Komponentenentwickler adressieren. So zeigen die Teilnehmer wie gemeinsam eine zielgerichtete und abwendungsgetriebene Forschung und Entwicklung entlang der Wertschöpfungskette, die den Kampf gegen Krebs und Infektionskrankheiten für die nächsten Jahre aufnimmt, koordiniert werden kann. „Wenn die Beteiligten ausschließlich technologiefokussiert denken, verliert man leicht das Ziel aus den Augen und Krebs ist auf einmal kein Problem des Patienten mehr, sondern des Mikroskops!“ betont der Jenaer Onkologe, Professor Andreas Stallmach, der auf dem Onkologie-Workshop am 25. Mai für die Ärzte sprechen wird.

„Die notwendige Interdisziplinarität wird zwar oft beschworen, in der Praxis bisher aber nicht genug gelebt“, berichtet Prof. Jürgen Popp, Initiator der Workshops, wissenschaftlicher Direktor des Jenaer Instituts für Photonische Technologien und Leiter des Institutes für Physikalische Chemie an der Universität Jena. Um den Austausch in dem komplexen Fachgebiet zu fördern, ist er sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene in Initiativen wie dem EU-Exzellenznetzwerk „Photonics4Life“ oder dem Forschungsschwerpunkt Biophotonik des BMBF aktiv. Im Rahmen der Messe präsentiert der Forschungsschwerpunkt bereits erfolgreiche Biophotonik-Projekte aus Deutschland, darunter ein Gerät zum schnellen Nachweis von Krankheitserregern in Kliniken und ein neuartiger Scanner für schwarzen Hautkrebs.

Pressevertreter sind am Montag, 23. Mai, in der Zeit von 9.30 – 12.00 Uhr herzlich eingeladen, die Ausstellung der BMBF-Förderprojekte zur Biophotonik (Halle B1 Stand 340) zu besuchen. Bitte kontaktieren Sie uns hierzu im Vorfeld (0177 7864134).

Im Anschluss an die Workshops (Mi. 25.5. Onkologie, Do. 26.5. Infektionskrankheiten, jeweils. 10.00 – 12.30 Uhr, Halle B1, Biophotonik-Forum) besteht die Gelegenheit für Interviews mit den Referenten. Die Presseakkreditierung für die LASER World of PHOTONICS ist sowohl online (http://www.world-of-photonics.net/de/laser/presse) als auch vor Ort am Presse-zentrum möglich.

Hintergrund
Forschungsschwerpunkt Biophotonik
Das Bundesforschungsministerium fördert im Forschungsschwerpunkt Biophotonik seit dem Jahr 2002 Verbundprojekte, in denen Wissenschaft und Industrie optische Lösungen für biologische und medizinische Probleme erarbeiten. Seither haben rund 150 Institutionen – Unternehmen, Universitäten und sonstige Forschungseinrichtun-gen – ihre Kräfte in zahlreichen Forschungsprojekten gebündelt. Dazu investierten beteiligte Industrieunternehmen und das BMBF jeweils fast 100 Millionen Euro.
Photonics4Life
Das Netzwerk Photonics4Life ist ein von der EU innerhalb des 7. Rahmenprogramms mit 4 Mio. Euro geförderter Zusammenschluss von 13 erstklassigen Forschungseinrichtungen, die sich die Aufgabe gestellt haben, die Potentiale der Biophotonik in Europa bestmöglich zu erschließen. Dazu veranstaltet Photonics4Life interdisziplinäre Konferenzen und Workshops und schreibt für internationale Forschungsprojekte Förderrunden aus. Ab Juni bietet das Netzwerk ein Wiki zur Biophotonik auf seiner Website: www.photonics4life.eu an, das die diversen Technologien und Anwendungen der Biophotonik zusammenbringt.

Dr. Andreas Wolff | idw
Weitere Informationen:
http://www.biophotonik.org
http://www.photonics4life.eu

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