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Die elektronische Gesundheitskarte - eine Erfolgsgeschichte für die Gesundheitsberufe?

25.11.2008
Workshop an der FH Osnabrück zieht positive Bilanz

Die negativen Schlagzeilen über die Verzögerungen und politischen Querelen rund um die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) in Deutschland sind hinreichend bekannt.

Dabei konnte das Großprojekt eGK bislang zwei stille Erfolge verbuchen, die in den Schlagzeilen fehlen: ein sicheres technisches Zugriffskonzept auf Gesundheitsdaten über den Heilberufsausweis für Ärzte und Apotheker und eine Ausweitung der Ausgabe von Heilberufsausweisen auf alle Gesundheitsberufe.

Unter dem Motto "Heilberufsausweis - der Schlüssel zur vernetzten Versorgung" luden daher das Netzwerk Versorgungskontinuität in der Region Osnabrück e.V. zusammen mit der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Fachhochschule Osnabrück und der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie zum Workshop des Netzwerkes Versorgungskontinuität 2008 ein.

Hochkarätige Referenten wie Dr. Jürgen Faltin vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit, Prof. Dr. Martin Staemmler von der Fachhochschule Stralsund und Dr. Monika Rausch, Sprecherin der "Interessengemeinschaft eGBR der Gesundheitsberufe in Deutschland", konnten für den Workshop gewonnen werden. Vor rund 70 Teilnehmern tauschten sie sich über die Chancen aus, die durch die Einbindung aller Gesundheitsdienstleister in den elektronischen Kommunikationsprozess für die Patientenversorgung entstehen. Gewährleistet wird die Integration aller Beteiligten durch den elektronischen Heilberufsausweis mit seiner Signaturfunktion. Er wird für die Gesundheitsberufe durch das elektronische Gesundheitsberuferegister (eGBR) herausgegeben. Ärzte und Apotheker erhalten den Heilberufsausweis allerdings weiterhin über ihre Kammern. "Ohne ein Gesundheitsberuferegister hätten die Pflegekräfte, Hebammen, Therapeuten und Gesundheitshandwerker gar keine Chance, an einen Heilberufsausweis heranzukommen", so Dr. Faltin, einer der maßgeblichen Architekten des eGBR. Damit wäre die große Anzahl der Gesundheitsberufe mit ihren 2,3 Millionen Angehörigen von dem elektronischen Informationsfluss abgeschnitten. Um das eGBR und den Heilberufsausweis voranzutreiben, hatten sich Anfang 2008 die maßgeblichen Verbände von Gesundheitsberufen zur Interessengemeinschaft eGBR zusammengeschlossen. Sie fordern, wie Dr. Monika Rausch in ihrem Referat deutlich machte, eine fachliche Mitgestaltung des neu zu gründenden Registers. Nach dem Gesetz liegt die Gestaltung des Registers in der alleinigen Regie der Länder.

Ohne Heilberufsausweis keine elektronische Gesundheitskarte und umgekehrt: beide Entwicklungen sind gesetzlich und technisch eng miteinander verwoben. Zeitliche Prognosen über die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte wurden auf dem Workshop nicht abgeben. Die Frage wie sich die technischen Details in der Praxis umsetzen lassen, ist noch nicht abschließend geklärt. Einig waren sich die Teilnehmer aber in einem: Vieles ist durch die elektronische Gesundheitskarte und die Heilberufsausweise in Deutschland in Bewegung gekommen, manches Technische, vieles Organisatorische. Und dazu zählt auch die Chance für eine neue Rolle der Gesundheitsberufe in der Patientenversorgung.

Dass der Workshop des Netzwerkes Versorgungskontinuität in den Räumlichkeiten der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften stattfand, ist kein Zufall. Die Fakultät bildet seit Jahren in ihren Studienprogrammen unterschiedliche Akteure im Gesundheitswesen aus und hat in den letzten Semestern neue spezifische Bachelor- und Masterangebote geschaffen, die Pflegekräften, Physio- und Ergotherapeuten, Hebammen, Logopäden und Managern im Gesundheitswesen zugute kommen. Auch in der Forschung konnte sie die Klammer um die Gesundheitsberufe legen. So ist das Netzwerk Versorgungskontinuität in der Region Osnabrück e.V., dem alle großen - wie Klinikum, Marienhospital, Diakoniewerk u.v.a. - und viele kleine Gesundheitseinrichtungen der Region angehören, aus einer Serie von Forschungsprojekten von Prof. Dr. Ursula Hübner entstanden.

Information zum Netzwerk Versorgungskontinuität:
Das Netzwerk Versorgungskontinuität in der Region Osnabrück e.V. setzt sich aus Mitgliedern von Krankenhäusern, Altenpflegeeinrichtungen, ambulanten Pflegediensten und der Hilfsmittelindustrie zusammen. Es hat den Bedarf am strukturierten Informationsaustausch schon früh erkannt und beschäftigt sich seit dem Jahr 2001 mit Konzepten und Lösungen für die pflegerische Überleitung. Damit ist das Netzwerk regional ein Vorreiter in dieser Thematik. Dabei versteht es sich als Plattform für alle Gesundheitsdienstleister der Region, denn es ist deutlich geworden, dass einzelne Einrichtungen und selbst Klinikverbünde nicht den umfangreichen Anforderungen der Sicherstellung der Versorgungskontinuität in einer Region gerecht werden können.

Vorstand: Prof. Dr. Ursula Hübner, Uta Strotmann

Weitere Informationen und Kontakt:
Dipl.-Kfm. Daniel Flemming
Fachhochschule Osnabrück
d.flemming@fh-osnabrueck.de

Miriam Riemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.netzwerk-os.de

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