Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektronenhirne mit kühlem Kopf: Workshop zu supraleitenden Prozessoren am IPHT

23.10.2009
Das Institut für Photonische Technologien (IPHT) war am 22. und 23. Oktober 2009 Veranstaltungsort eines Workshops zum Thema Supraleitende Digital Elektronik.

PD Dr. Hans-Georg Meyer, Koordinator des EU-Projektes S-Pulse (Shrink-Path of Ultra-Low Power Superconducting Electronics) konnte 25 Teilnehmer aus Deutschland, USA, Japan, Frankreich und Finnland am IPHT begrüßen.

Im Vordergrund der Vorträge und Diskussionen stand die Vermittlung von Wissen über die Herstellung und Anwendung von supraleitenden digitalen Schaltkreisen.

Superschnelle Computer sind der Traum so mancher PC-Anwender.

Ist man als Heim- oder Büro-PC-Nutzer mit Taktfrequenzen von gegenwärtig 3 GHz schon sehr gut ausgestattet, so gibt es Spezialanwendungen die deutlich höhere Taktungen verlangen. Dies sind zum Beispiel komplizierte Berechnung von Molekülen in der Chemie oder Medizin sowie schnelle Signalverarbeitung in der Telekommunikation. Eines der Hauptprobleme bei Prozessoren mit herkömmlichen Halbleitern ist die enorme Wärmeentwicklung bei hohen Taktfrequenzen.

Supraleitende Digitalschaltungen basieren auf anderen physikalischen Effekten, wodurch das Wärmeproblem umgangen werden kann. Hauptsächlich wird der Supraleiter Niob für diese Schaltkreise bei einer Temperatur von -269 Grad Celsius verwendet. Am französischen Zentrum für Atomenergie (CEA, Commissariat à l'énergie atomique) in Frankreich strebt man durch die Verwendung von Niob-Nitrid den Betrieb bei einer etwas höheren Temperatur (-264 Grad Celsius) an.

Im Mittelpunkt des Workshops am IPHT stand der Austausch des aktuellen Wissenstands über die Herstellung und die Anwendung supraleitender digitaler Schaltungen. In Europa ist das IPHT die führende Einrichtung zur Herstellung supraleitender Digitalschaltungen. Der hier entwickelte Herstellungsprozess wurde vorgestellt und mit anderen etablierten Prozessen aus aller Welt (USA, Japan, Finnland) verglichen. International führend auf diesem Gebiet ist Japan. Der komplexeste japanische Herstellungsprozess am AIST (National Institute of Advanced Industrial Science and Technology) soll die Entwicklung einer CPU mit einer Taktfrequenz von 100 GHz ermöglichen.

"Es ist enorm wichtig das Wissen über diese Techniken und deren Reifegrad zu verbreiten, um dadurch auch die Sichtbarkeit für die Anwendbarkeit dieser neuartigen Elektronik zu verbessern", so Dr. Jürgen Kunert Mitorganisator des Workshops aus der Arbeitsgruppe von PD Dr. Hans-Georg Meyer. Der Workshops soll die Erarbeitung einer Europäischen Roadmap der Supraleiter-Elektronik unterstützen und helfen, die europäische Wettbewerbsfähigkeit auf diesem Markt zu sichern. "Ein Supercomputer mit hundert GHz Rechenleistung ist Spezialanwendungen vorbehalten und wird für Otto Normalverbraucher auch in Zukunft ein Traum bleiben", so Kunert.

Ihr Ansprechpartner:
Dr. Jürgen Kunert
Forschungsabteilung Quantendetektion
Telefon +49 (0) 3641 206-127
Telefax +49 (0) 3641 206-199
juergen.kunert@ipht-jena.de

Manuela Meuters | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipht-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Fazit der Pilotphase – Qualifizierung für Schulleiterinnen und Schulleiter hat sich bewährt
22.06.2017 | Heraeus Bildungsstiftung

nachricht Elektromobilität im ÖPNV, ein Werkstattproblem?
22.06.2017 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften