Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Computersimulationen von Nichtgleichgewichtsphänomenen

25.11.2009
Das ist eines der Themen des 10. Internationalen Workshops CompPhys09 zu neuen Entwicklungen in der Computerphysik, der jährlich vom Naturwissenschaftlich-Theoretischen Zentrum (NTZ) und der Fakultät für Physik und Geowissenschaften der Universität Leipzig veranstaltet wird. Erwartet werden Experten aus über zehn Nationen, u.a. aus Brasilien, Frankreich, Großbritannien, Japan, Spanien, den USA, Polen, der Ukraine und Ungarn.

Das ist eines der Themen des 10. Internationalen Workshops CompPhys09 zu neuen Entwicklungen in der Computerphysik, der jährlich vom Naturwissenschaftlich-Theoretischen Zentrum (NTZ) und der Fakultät für Physik und Geowissenschaften der Universität Leipzig veranstaltet wird. Erwartet werden Experten aus über zehn Nationen, u.a. aus Brasilien, Frankreich, Großbritannien, Japan, Spanien, den USA, Polen, der Ukraine und Ungarn.

Zeit: 26.11.2009 bis 29.11.2009
Ort: Institut für Theoretische Physik,
Vor dem Hospitaltore 1 und
Hörsaal für Theoretische Physik,
Linnéstraße 5
Computersimulationen von physikalischen Systemen fernab vom Gleichgewicht sind einer der Themenschwerpunkte des diesjährigen NTZWorkshops CompPhys09, zu dem bereits zum zehnten Mal Physiker aus aller Welt nach Leipzig kommen. Derartige Systeme sind weit verbreitet und spielen sowohl in der Quantenwelt als auch bei biologischen Vorgängen eine wichtige Rolle. Viele Transportprozesse (Ladung, Wärme, Materie, Autos, Schüttgüter,) fallen in diese Klasse. Für einen Übersichtsvortrag zu diesem Thema, der Modellierungsansätze und Simulationsverfahren auf modernen Höchstleistungsrechnern näher beleuchtet, konnte Professor Nobuyasu Ito von der University of Tokyo, Japan, gewonnen werden.

Computersimulationen von Makromolekülen Computersimulationen von Makromolekülen wie Polymere und Proteine sind nicht nur die Grundlage für Plastikmaterialien, für viele Farben und Verfahren in der Nahrungsmittelindustrie, sondern spielen auch bei nahezu allen Vorgängen des Lebens eine sehr wichtige Rolle.

Diese Systeme sind in der Regel derart komplex, dass oft vergröberte Beschreibungen benutzt werden, die auf grossen Längen- und Zeitskalen zuverlässige Ergebnisse liefern, deren Modellparameter aber aus mikroskopischen Überlegungen abgeleitet werden müssen. Das Schlagen dieser Brücke über viele Zehnerpotenzen in Raum und Zeit ist Gegenstand der auf dem Workshop diskutiererten sogenannten Mehrskalenanalysen die auch in der numerischen Mathematik sehr viele Anwendungen haben.

Vielfalt von Computersimulationen

Ein weiterer Teil des Workshops beschäftigt sich mit ungeordneten Systemen. Hier werden z.B. die Beweglichkeit von Polymeren in porösen Materialien oder die Eigenschaften von Spingläsern untersucht. In einigen Vorträgen wird dabei auch der Frage nachgegangen, inwiefern neue Einsichten in diese Probleme wichtige Auswirkungen auf scheinbar weit entfernte Gebiete wie die kombinatorische Optimierung oder die Graphentheorie haben können. Weitere Beiträge zu Netzwerkstrukturen, dem Verhalten von Finanzmärkten und Infektionsausbreitungen unterstreichen diese Vielfalt. Interdisziplinärer Ansatz.

Viele dieser auf den ersten Blick weit auseinanderliegenden Gebiete haben erstaunlich ähnliche Grundlagen, wodurch algorithmische Verbesserungen der Simulationsmethoden in einem Gebiet oft auf andere übertragen werden können. Deshalb kann ein interdisziplinär ausgerichteter Workshop für fruchtbare gegenseitige Anregungen sorgen. Diese thematische Breite gibt dem Workshop eine Klammerfunktion zwischen Physik, Chemie und Biologie und damit gleich drei profilbildenden Forschungsbereichen der Leipziger Universität:

- Von Molekülen und Nanoobjekten zu multifunktionalen Materialien und Prozessen (PbF1),
- Mathematik und ihre Anwendungen in den Naturwissenschaften (PbF2) und
- Molekulare und zelluläre Kommunikation: Biotechnologie, Bioinformatik und Biomedizin in Therapie und Diagnostik (PbF3), sowie der durch die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder finanzierten Graduiertenschule

- - Building with Molecules and Nano-objects (BuildMoNa).

Besonders große Überlappungen gibt es außerdem mit der sächsischen DFG-Forschergruppe FOR877 "From Local Constraints to Macroscopic Transport" und dem internationalen Promotionskolleg "Statistical Physics of Complex Systems", das seit gut zwei Jahren durch die Deutsch-Französische Hochschule gefördert wird und eine Klasse der Research Academy Leipzig (RAL) ist. Ausdruck dafür ist auch die Anwesenheit zahlreicher Doktoranden und Mitarbeiter von der Partneruniversität Nancy, Frankreich.

Janke freut sich vor allem darüber, dass sich zum Jubiläumsworkshop nicht nur Wissenschaftler aus Europa angemeldet haben, sondern auch Kollegen aus Brasilien, USA und Japan teilnehmen. Wie in den letzten Jahren sind auch wieder osteuropäische Forschergruppen vertreten, mit denen ein regelmässiger wissenschaftlicher Austausch stattfindet. Insbesondere mit der Jagellonian Universität Krakow, Polen, habe man über eine Institutspartnerschaft der Alexander von Humboldt Stiftung und der Zusammenarbeit in einem Krakower Promotionskolleg inzwischen eine sehr enge und fruchtbare Zusammenarbeit aufbauen können.

Dr. Bärbel Adams | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Workshop Aufbau-und Verbindungstechnik, 18.10.2017 in Hannover
20.07.2017 | PhotonicNet GmbH Kompetenznetz Optische Technologien

nachricht Blick Richtung Zukunft: Optische Sensoren im Kfz!
06.07.2017 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Lupinen beim Trinken zugeschaut – erstmals 3D-Aufnahmen vom Wassertransport zu Wurzeln

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie