Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie bringt die medizinische Forschung ihre Erkenntnisse möglichst rasch zum Patienten?

26.11.2009
Damit Patienten umfassend von neuen medizinischen Erkenntnissen profitieren können, müssen Forschungsergebnisse möglichst schnell in innovative Diagnoseverfahren und Therapien "übersetzt" werden.

Wie lässt sich diese "Translation" aus der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung forcieren?

Das war die Kernfrage, die Experten aus der Hochschulmedizin, staatlich finanzierten außeruniversitären Forschungsorganisationen, Wissenschaftsministerien und Dienstleistungseinrichtungen auf einem gemeinsamen Workshop des Medizinischen Fakultätentags der Bundesrepublik Deutschland und der HIS Hochschul-Informations-System GmbH diskutierten.

Drei Leitgedanken verbanden alle Vorträge und Diskussionsbeiträge:
1. Entscheidend für die Zusammenarbeit ist die persönliche Kommunikation von Partnern, die ein gemeinsames Ziel verfolgen. Trotz der neuen Kommunikationstechnologien braucht die Translationale Forschung deshalb auch besondere Gebäude, in denen Mediziner, Naturwissenschaftler und Ingenieure gleichberechtigt zusammenarbeiten können. Netzwerke und virtuelle Zentren können die praktische Arbeit Tür an Tür nicht ersetzen.

2. Die Struktur solcher Zentren muss der Funktion folgen. Wer erst die Struktur vor den wissenschaftlichen Fragestellungen definiert, verhindert, dass die besten Köpfe zusammenfinden.

3. Bezüglich der Rahmenbedingungen bedarf es eines ausgewogenen Verhältnisses von institutioneller, projektbezogener und persönlicher Förderung. Dabei kommt der flexiblen Projektförderung eine Schlüsselrolle zu.

Für den Präsidenten des MFT und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), Professor Dieter Bitter-Suermann, ist die translationale Forschung insbesondere in regionalen Kooperationen eine wichtige Voraussetzung zur verstärkten Drittmitteleinwerbung der Hochschulmedizin bei der pharmazeutischen und medizintechnischen Industrie. Dazu werden die vielfältigen Partnerschaften der MHH mit benachbarten Universitäten und Forschungseinrichtungen zur Translationsallianz in Niedersachsen (TRAIN) verbunden. Angelpunkt der translationalen Forschung im Universitätsklinikum Erlangen wiederum ist das Translational Research Center (TRC), ein vom Bund und dem Freistaat Bayern gemeinsam finanzierter Forschungsbau. "Richtungweisend ist nicht nur das vom Wissenschaftsrat ausgezeichnete Forschungskonzept, sondern auch dessen Übersetzung in eine adäquate Gebäudestruktur durch Wissenschaftler und Bauplaner unter Federführung von Professor Kai-Uwe Eckardt", erläutert Dr. Horst Moog von der HIS GmbH. Am Forschungszentrum Jülich wird im Rahmen der translationalen Forschung die Kombination bildgebender und stoffwechselphysiologischer Diagnoseverfahren für das menschliche Gehirn erprobt. Dazu betreibt Professor N. Jon Shah Großgeräte, die nur in der Zusammenarbeit mit der Hochschulmedizin voll genutzt werden können.

Wie das zur Forschungsstrategie der jeweiligen Einrichtung passende Forschungsgebäude aussehen kann, zeigen die Planungsansätze der HIS GmbH: Instituts-, Verfügungs- und Servicebereiche für laborbezogene Forschungsgruppen lassen sich aus Personalmodellen ableiten. Planungsgrundlage für klinische Studienzentren und Forschungsambulanzen bilden Musterraumprogramme.

Allerdings bietet die bauliche Infrastruktur der translationalen Forschung bestenfalls eine Hülle, die von Menschen mit unterschiedlichen Qualifikationen und Erfahrungshintergründen mit Leben gefüllt werden muss. Um Naturwissenschaftler, Ingenieure und Ärzte zur Zusammenarbeit zu motivieren, müssen nach Dr. Stefan Lohwasser von der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates eine Reihe weiterer Bedingungen erfüllt sein: Ebenso wichtig wie der Ausgleich der tarifvertraglichen Entgeltdifferenzen sind für eine erfolgreiche Teambildung, flache Hierarchien, klare Kommunikationsstrukturen, eine Kultur der gegenseitigen Wertschätzung und nicht zuletzt die akademische Freiheit.

Die Veranstaltung hat deutlich gemacht, dass die translationale Forschung zum Wohl zukünftiger Patienten eine der wichtigsten Herausforderungen für Medizinische Fakultäten, Universitätsklinika, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Ministerien und die Gesundheitswirtschaft darstellt.

Die Vortragsunterlagen des Workshops können unter http://www.his.de/publikation/seminar/Workshop_Translational heruntergeladen werden.

Nähere Auskünfte:
Horst Moog
Tel: 0511 / 1220-180
moog@his.de
Pressekontakt:
Verena Wirwohl, MFT - Medizinischer Fakultätentag der Bundesrepublik Deutschland
Tel: 030 / 6449-8559-15
wirwohl@mft-online.de
Theo Hafner, HIS
Tel: 0511 / 1220-290
hafner@his.de
Astrid Richter, HIS
Tel: 0511 / 1220-382
a.richter@his.de
Medizinischer Fakultätentag der Bundesrepublik Deutschland (MFT):
Der MFT vertritt die Interessen der 36 Medizinischen Fakultäten Deutschlands. Die 3.700 Professuren der Medizinischen Fakultäten verausgaben jährlich rund 1,2 Milliarden Euro an Drittmitteln für die Forschung, die dem medizinischen Fortschritt zugute kommt.
HIS Hochschul-Informations-System GmbH:
Die HIS Hochschul-Informations-System GmbH unterstützt die Hochschulen und ihre Verwaltungen sowie die staatliche Hochschulpolitik als Dienstleister im Bemühen um eine effektive Erfüllung ihrer Aufgaben. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Aktivitäten
o als Softwarehaus der Hochschulverwaltungen
o im Sektor Hochschulforschung in Form von empirischen Untersuchungen und anderen Expertisen

o im Bereich Hochschulentwicklung mit den zentralen Themenfeldern Hochschulmanagement, Hochschulorganisation und Hochschulbau

Theo Hafner | idw
Weitere Informationen:
http://www.his.de/publikation/seminar/Workshop_Translational
http://www.his.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018
23.11.2017 | Haus der Technik e.V.

nachricht Anwender-Workshops „Laserbearbeitung von Faserverbundwerkstoffen“
20.11.2017 | Laser Zentrum Hannover e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie