Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biodiversität als Krankenversicherung – Forschungspartner laden zu thematischer Workshopreihe ein

22.11.2011
Die Gesundheit der Weltbevölkerung hängt wesentlich vom Zustand der Ökosysteme ab. Biologische Vielfalt ist nicht nur Quelle für Infektionskrankheiten, sie hält sie auch gleichzeitig in Schach.

Wie sich Krankheitserreger in Ökosystemen halten, wie sie Artgrenzen überspringen und welchen Einfluss menschgemachte Störungen haben, sind aktuelle Fragen der Gesundheits- und Biodiversitätsforschung.

Das Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung lädt, zusammen mit Partnern wie dem Senckenberg Forschungsinstitut und der Humboldt-Universität Berlin, zu zwei thematischen Workshops in Frankfurt und Berlin, um aktuelle Beispiele und Forschungsergebnisse vorzustellen und Lösungsansätze zu diskutieren.

Klimatische Veränderungen und die zunehmende Globalisierung haben einen großen Einfluss auf die Ökologie von Parasiten und die Übertragungsdynamik von Infektionskrankheiten auslösenden Erregern (Pathogene). Beispiele dafür sind die Blauzungenkrankheit (BTV) bei Schafen und Rindern oder das Dengue-Fieber bei Menschen. Diese Aspekte wurden im Auftaktworkshop des NeFo-Themenschwerpunktes „Gesundheit und Biodiversität" im April dieses Jahres angerissen und diskutiert (s.u).

In zwei weiterführenden Workshops zu diesem Themenschwerpunkt sollen nun zwei weitere aktuelle Aspekte mit Experten aus verschiedenen Forschungsdisziplinen intensiv beleuchtet werden. Die Folgen von Veränderungen in Lebensräumen und Ökosystemen für das Vorkommen und die Ausbreitung von Infektionskrankheiten stellen die Organisatoren Dr. Stefan Klose (Universität Ulm), Prof. Dr. Bernd Sures (Universität Duisburg-Essen) und Prof. Dr. Sven Klimpe (Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) und Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung) in ihrem Workshop am 28./29. November in Frankfurt in den Mittelpunkt. „Die Dynamik solcher Infektionskrankheiten, vor allem die Erhaltung von Krankheitserregern im Wirt, die Überschreitung von Artschranken, der Verlust von Biodiversität und die Auswirkungen dieser Prozesse auf Natur- und Artenschutz, Jagd und Forstwirtschaft sind bislang nur sehr unzureichend verstanden. Das Verständnis dieser Zusammenhänge ist jedoch entscheidend: Der Verlust der Biodiversität, die Veränderungen der Landnutzung und die Zerschneidung von Lebensräumen werden Ökosysteme weltweit zunehmend in ihrer Funktion beeinträchtigen." so die Workshoporganisatoren.

Welche wesentliche Rolle Wasser bei der Übertragung und Eingrenzung von Infektionskrankheiten spielt, wollen Dr. Brigitte Bannert von der Humboldt-Universität und Dr. Klaus Knopf vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in einem weiteren Workshop am 24./25. November in Berlin klären. „Nicht nur die aus den Tropen und Subtropen bekannten wasserbezogenen Infektionskrankheiten wie z.B. Cholera, Amöbenruhr oder Bilharziose spielen eine wichtige Rolle. Auch die heimische (Trink-) Wasserwirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Zunehmende Veränderungen der Gewässer durch den Menschen, z. B. durch Wasserbau, Nährstoffeintrag, Verschleppung und Einwanderung fremder Arten, verändern auch die Parasitenfauna. Hier kann die ökologische Forschung wichtige Beiträge für gesundheitspolitische Entscheidungsprozesse liefern." sagt Organisatorin Bannert. „Zur Prävention von Infektionskrankheiten durch Überträger, wie beispielsweise blutsaugende Insekten ist eine interdisziplinäre Vernetzung der Parasitologie, Biologie, Medizin und Veterinärmedizin sowie der Umwelt- und Klimaforschung nötig".

Die NeFo-Workshops unterstützen den Prozess, naturwissenschaftliche Expertise aus verschiedenen Disziplinen mit gesellschaftsrelevanter Forschung zusammenzubringen, um innovative und lösungsorientierte Forschungsansätze zu verfolgen, Entscheidungsträger in Politik und Gesundheitsvorsorge zu beraten und zukunftsweisende Allianzen zu bilden.

24./25.11.2011, Berlin:
Workshop: Infektionskrankheiten und Biodiversität in anthropogen veränderten Gewässern
-->Programm unter
http://www.biodiversity.de/images/stories/Downloads/Workshopberichte
/waterbornflyer.pdf
28.-29.11.2011, Frankfurt / Main:
Workshop: Biodiversität und Infektionskrankheiten - Neue Herausforderung für Wissenschaft und Gesellschaft
-->Programm unter
http://www.coronavirus.org/fileadmin/2011-11-10_Flyer_Workshop.pdf
Weiterführende Literatur:
NeFo-Schwerpunktartikel "Wildtierfleisch aus den Tropen - das unterschätzte Risiko für Infektionskrankheiten" -->

http://biodiversity.de/index.php/de/fuer-presse-medien/top-themen-biodiversitaet

NeFo-Faktenblatt Nachhaltige Nutzung mit Schwerpunkt ‚Bushmeat' -->hier
http://biodiversity.de/images/stories/SBSTTA/nefo-factsheet-bushmeat.pdf
Bericht NeFo-Workshop "Klimawandel, Parasiten und Infektionskrankheiten - eine globale Herausforderung" -->hier
http://biodiversity.de/images/stories/Downloads/Workshopberichte/bericht_ws
_parasiten_end_02_09_2011.pdf
Ansprechpartner:
Sebastian Tilch
NeFo-Pressereferent
Telefon: 0341-235-1062
E-Mail: sebastian.tilch@ufz.de
Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland (NEFO) ist eine Kommunikationsplattform für Wissenschaftler und Anwender von Wissen zur biologischen Vielfalt. Das Projekt wird im Rahmen von DIVERSITAS-Deutschland e.V. durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ein wichtiges Ziel ist es, die Forschung unterschiedlicher Disziplinen, die sich mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen zur Biodiversität befasst, stärker ins öffentliche Licht zu stellen. Projektpartner sind das Museum für Naturkunde Berlin, Universität Potsdam und Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ.

Sebastian Tilch | idw
Weitere Informationen:
http://www.biodiversity.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Dritter Workshop „Mensch-Roboter-Zusammenarbeit“
12.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Leise und effektiv!
09.01.2017 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie

Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa

16.01.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz