Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Modellierungsansätze und Computersimulationen von Makromolekülen

29.11.2007
Im traditionellen internationalen Workshop "CompPhys07" zu neuen Entwicklungen in der Computerphysik der Fakultät für Physik und Geowissenschaften der Universität Leipzig geht es in diesem Jahr schwerpunktmäßig um interdisziplinäre Forschungsansätze zur Modellierung von Makromolekülen.
Zeit: 29. November 2007 bis 01. Dezember 2007
Ort: Institut für Theoretische Physik
Vor dem Hospitaltore 1
70 Experten der Theoretischen und der Experimentalphysik aus 10 Nationen, darunter aus Frankreich, Schweden, Großbritannien und Deutschland, aber auch aus Israel, Russland, Polen und Ungarn kommen zum traditionellen Workshop "Neue Entwicklungen in der Computerphysik" (CompPhys07). Auf der Tagesordnung des 8. Workshops stehen unter anderem Modellierungsansätze und Computersimulationen von Makromolekülen. Veranstaltet wird der Workshop vom Naturwissenschaftlich-Theoretischen Zentrum der Universität Leipzig.

Makromoleküle haben eine relativ große Molekülmasse und bestehen aus bis zu mehreren 100 000 Bausteinen. "Sie bilden die Grundlage für Plastikmaterialien, für viele Farben und sie werden in der Nahrungsmittelindustrie eingesetzt.", sagt Professor Dr. Wolfhard Janke, Leiter der Abteilung "Computerorientierte Quantenfeldtheorie" am Institut für Theoretische Physik der Leipziger Universität und Veranstalter des internationalen Workshops. "In der speziellen Form von Proteinen spielen sie eine wichtige Rolle bei allen Vorgängen des Lebens." Dabei sei es von besonderer Wichtigkeit, wie sich Proteine in ihre dreidimensionale Anordnung falten, wie sie an Membranen andocken und wie sie aneinander haften.

"Ein besseres Verständnis der grundlegenden Mechanismen könnten Simulationsverfahren bringen. Sind diese zuverlässig, könnten daraus wichtige Schlussfolgerungen für die Bekämpfung bisher unheilbarer Krankheiten wie Alzheimer gezogen werden.", so Janke weiter. " Von aktuellem praktischen Interesse sind aber auch die Wechselwirkung von organischen Proteinen mit anorganischen Festkörperoberflächen." Ein Ziel sei es z.B., die kontrollierte Selbstorganisation von Molekülstrukturen an Halbleiteroberflächen so gut zu verstehen, dass sie bei opto-elektronischen Bauelementen von Bedeutung werden könnten.

Dieser Themenschwerpunkt spielt auch eine große Rolle in der Graduiertenschule "Building with Molecules and Nano-objects", kurz BuildMoNa", für die die Universität Leipzig im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder den Zuschlag bekam, und im internationalen Promotionskolleg "Statistical Physics of Complex Systems", das seit diesem Sommer durch die Deutsch-Französische Hochschule gefördert wird.

Vielfalt von Computersimulationen

Neben diesem Schwerpunkt werden Fragestellungen zur dynamischen Entwicklung komplexer Systeme fernab vom Gleichgewicht diskutiert, aber auch Gittereichtheorien zur Beschreibung der Eigenschaften von Elementarteilchen sowie Überlegungen zur Quanteninformatik. "Diese scheinbar weit auseinanderliegenden Gebiete haben oft erstaunlich ähnliche Grundlagen, die immer wieder für gegenseitige Anregungen sorgen und so eine gemeinsame Behandlung in einem Workshop sehr fruchtbar machen.", resümiert Professor Janke.

Durch diese bewusst interdisziplinäre thematische Ausrichtung ist der Workshop im Zentrum von Physik, Chemie und Biologie bzw. den profilbildenden Forschungsbereichen PbF1, PbF2 und PbF3 angesiedelt.

Modellierung von "Nanotubes"

Am Donnerstag Abend findet das gemeinsam mit dem Workshop veranstaltete Physik-Kolloquium der Fakultät für Physik und Geowissenschaften statt. Professor Joan Adler vom Technion in Haifa, Israel, ist eine Spezialistin auf dem Gebiet der Modellierung und Simulation von "Carbon Nanotubes". Sie spricht über ihre Forschungsergebnisse zu diesen aufgerollten nanoskopischen Graphitzylindern. Dabei wird Adler auch erläutern, wie potentielle Anwendungen als Membranen für Gasseparation und als Massensensor zum "Abwiegen" sehr kleiner Moleküle aussehen könnten. Die in Zusammenarbeit mit Chemie- und Elektroingenieuren erarbeiteten neuen Erkenntnisse werden auch durch Computeranimationen graphisch illustriert. Dieser Themenkomplex hat einen engen Bezug zu der gerade eingerichteten sächsischen Forschergruppe "From Local Constraint to Macroscopic Transport".

Professor Wolfhard Janke freut sich vor allem darüber, dass sich zum traditionellen Workshop nicht nur Wissenschaftler aus Westeuropa angemeldet haben, sondern wie schon im letzten Jahr auch wieder Kollegen aus Russland, Ungarn und Polen. Insbesondere mit der Universität in Krakow habe man über eine Institutspartnerschaft der Alexander von Humboldt Stiftung inzwischen eine sehr enge Zusammenarbeit aufgebaut.

weitere Informationen:

Prof. Dr. Wolfhard Janke
Telefon: 0341 97-32725
E-Mail: janke@itp.uni-leipzig.de

Dr. Bärbel Adams | idw
Weitere Informationen:
http://www.physik.uni-leipzig.de/~janke/CompPhys07/

Weitere Berichte zu: Computersimulation Makromolekül

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Workshop »Emissionsarme Bauprodukte und Wohngesundheit«
28.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI

nachricht Nachwuchswissenschaftler blicken in die Quantenwelt
28.03.2017 | Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit

Antibiotikaresistenz zeigt sich durch Leuchten

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie