Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EUROSTUDENT-Workshop Data on Social Dimension

20.11.2007
Europaweite Sammlung und Interpretation von Daten zur sozialen Dimension im Hochschulwesen

Am 5. November hielt das internationale Netzwerk von EUROSTUDENT in Bukarest einen Workshop unter dem Titel "Collection and interpretation of data on the social dimension in higher education" ab. Gastgeberinstitut war das UNESCO Zentrum für Hochschulbildung (CEPES).

Das Team der Koordinatoren versammelte sich mit 45 Vertretern aus 21 Teilnehmerländern sowie Vertretern des Dachverbands der europäischen Studierendenvereinigungen (ESU), der Europäischen Kommission, des Europarats, von UNESCO-CEPES und dem Bologna Sekretariat, um sowohl Kontextfragen als auch methodische Probleme zu behandeln, die für die abschließende vergleichende Interpretation der Daten von Belang sind.

Der Workshop wurde von Dr. Cristian Adomnitei, dem rumänischen Minister für Bildung, Forschung und Jugend eröffnet. Er stellte als eine der Herausforderungen für die rumänische Bildungspolitik dar, dass internationale Firmen Rumänien zunehmend als wichtigen Wirtschaftsstandort entdecken, was zu einer Erhöhung des Bedarfs an hochqualifizierten Arbeitskräften führt. Der Minister schätzt die Nachfrage nach Hochschulplätzen in seinem Land als doppelt so hoch ein, wie sie das derzeitige Angebot offeriert. Die öffentlichen Ausgaben für Bildung liegen im OECD-Durchschnitt; jedoch muss ein größerer Anteil der Studierenden die vollen Lehrkosten für ein Studium aufbringen. Außerdem sei die soziale Benachteilung von bestimmten gesellschaftlichen Gruppen zu hoch. Von der rumänischen Teilnahme an EUROSTUDENT erhofft sich der Minister neue empirische Befunde über die Belange der rumänischen Studierenden sowie die Chance, die Situation Rumäniens mit der in anderen europäischen Ländern zu vergleichen. Der Direktor von UNESCO-CEPES, Dr. Jan Sadlak, hob ebenfalls die Notwendigkeit solcher Daten hervor, wies aber zugleich auf die schwierige Interpretierbarkeit und Vergleichbarkeit von Daten zum Thema social dimension hin.

Der erste Tag diente als Diskussionsplattform für Fragen zu Wert und Effizienz von Hochschulbildung sowie zur Chancengleichheit im Hochschulzugang. Diese Kontextfragen sind für EUROSTUDENT insofern relevant, als sich daraus Fragestellungen in Bezug auf die soziale Dimension der Hochschulbildung ergeben. Grundlegend hierfür ist die Begründung der sozialen Dimension, die die Hochschulminister Europas im Londoner Communiqué 2007 unter dem Begriff participative equity formulierten: "Wir teilen den gesellschaftlichen Anspruch, dass die Studierenden bei ihrem Eintritt in die Hochschule, mit ihrer Beteiligung und bei Abschluss der Hochschulbildung auf allen Ebenen die Zusammensetzung der Bevölkerung widerspiegeln sollten. Wir bekräftigen, dass es wichtig ist, dass Studierende ihr Studium unbehindert durch ihre sozialen oder wirtschaftlichen Voraussetzungen abschließen können."

Dieser Ansatz wurde in einer Paneldiskussion aus Sicht des Dachverbands der europäischen Studierendenvereinigungen (ESU), aus der Perspektive des Europarats und aus dem Blickwinkel des slowenischen Wissenschaftsministeriums evaluiert. Professor Damian vom Europarat charakterisierte die Situation der europäischen Hochschulbildung als Realisierung eines schwierigen Gleichgewichts zwischen Markt und Humanismus.

Am zweiten Tag wurden erste Aussagen zu den Themen Hochschulzugang, Studienfinanzierung und Mobilität anhand der bereits vorliegenden Daten und Kontextinformationen der Länder auf Validität und Kontextsensibilität geprüft. Dabei wurden den Vertretern der Teilnehmerländer Empfehlungen an die Hand gegeben, wie sie nationale Kontextinformationen in analytischer und methodischer Hinsicht aufwerten können, um so die Stichhaltigkeit und Passfähigkeit der Interpretation der Daten im europäischen Vergleich zu sichern.

EUROSTUDENT wird in seinem international vergleichenden Bericht, der unter der EU-Ratspräsidentschaft Sloweniens in Ljubljana am 27. und 28. April 2008 präsentiert wird und auch für die Mitarbeit des Projekts im Rahmen des Bologna-Prozesses steht, Daten und Informationen zur Unterstützung von hochschulpolitischen Entscheidungsprozessen bereitstellen. Damit kann ein Beitrag zu einer evidence-based policy im Bereich der sozialen und wirtschaftlichen Lage von europäischen Studierenden geleistet werden.

Nähere Auskünfte:
Dr. Dominic Orr
+49 (0)511 1220-372
orr@his.de
Dr. Elke Middendorff
+49 (0)511 1220-194
middendorff@his.de
Pressekontakt:
Theo Hafner
+49 (0)511 1220-290
hafner@his.de
Über EUROSTUDENT - http://www.eurostudent.eu
EUROSTUDENT ist ein zentraler Pool für international vergleichbare Daten zum Zweck der Berichterstattung über die soziale und wirtschaftliche Lage der Studierenden in Europa. Die internationale Koordinierung des Projekts hat die HIS Hochschul-Informations-System GmbH inne.

Theo Hafner | idw
Weitere Informationen:
http://www.eurostudent.eu
http://www.eurostudent.eu/abt2/ab21/Eurostudent/docs/cepes_agenda.pdf

Weitere Berichte zu: Europarat Eurostudent Hochschulbildung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht 1. Es­se­ner Ge­fahr­gut­ta­ge am 19.-20. Sep­tem­ber 2017 mit fach­be­glei­ten­der Aus­stel­lung
21.04.2017 | Haus der Technik e.V.

nachricht „MOBI“ holt das Meer ins Binnenland
19.04.2017 | Wissenschaftsjahr 2016*17 - Meere und Ozeane

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten