Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kunststoffe als Basis neuer funktioneller Werkstoffe

28.03.2007
Internationales Symposium zu neuen Erkenntnissen der Polymerforschung am 3./4. April an der Universität Jena

Polymere entwickeln sich immer mehr zu wichtigen Grundstoffen für die Herstellung funktioneller Werkstoffe. Dabei handelt es sich um Materialien, die sich durch spezielle Eigenschaften, z. B. elektrische Leitfähigkeit bei gleichzeitig hoher Transparenz und Festigkeit, auszeichnen und auch im Bereich der Hochtechnologien Anwendung finden. Mit verschiedenen Aspekten der Erzeugung und Untersuchung von funktionellen Materialien auf der Basis von Kunststoffen beschäftigt sich das am 3. und 4. April in Jena stattfindende Symposium "Functional Polymer Based Materials".

Erwartet werden etwa 120 Teilnehmer aus zehn Ländern von Universitäten, Forschungsinstituten und aus der Industrie, sagt Prof. Dr. Roland Weidisch. Der Professor für Mechanik der funktionellen Materialien am Institut für Materialwissenschaft und Werkstofftechnologie der Universität Jena veranstaltet die Tagung gemeinsam mit dem Polymet Jena e. V.

Bei dem Symposium geht es nach Angaben von Weidisch um verschiedene Materialien, die aus Polymeren und Kompositen bestehen und neue funktionelle Anwendungen erlauben. In 45 Vorträgen, wozu auch international führende Experten als Vortragende gewonnen wurden, und einer Postersitzung werden neue Erkenntnisse und Entwicklungen auf den Gebieten der Polymerchemie, -physik und -mechanik als auch auf dem Gebiet der Nanokomposite sowie funktionelle Anwendungen dargeboten. Schwerpunkte der Anwendungen liegen in den Gebieten Nanotechnologie, Optik, Medizin und Biotechnologie, aber auch in der Automobilindustrie. Beispielsweise können Partikel (Silikate, Kohlenstoffnanoröhren) mit Größen im Nanometerbereich in Polymere eingearbeitet werden, die eine Verbesserung der mechanischen aber auch elektrischer Eigenschaften bei gleichzeitig geringer Masse der Bauteile bewirken.

Dünnste Drähte auf Polymerbasis können nach einer Funktionalisierung zukünftig in miniaturisierten Schaltkreisen in Computern Verwendung finden. Weiterhin werden Materialien für intelligente Oberflächen, Aktuatoren und optische Schichten mit antireflexiven Eigenschaften sowie Biomaterialien für medizinische Anwendungen vorgestellt. Biopolymere eignen sich auch als Beschichtungen für Implantate oder Stents, die biokompatibel sind. Sie begünstigen also eine Ansiedlung von körpereigenen Zellen, erläutert der Jenaer Werkstoff-Experte. Hochelastische Materialien könnten in Zukunft als Membranen oder künstliche Muskeln eingesetzt werden.

Es lassen sich inzwischen bereits superelastische Materialien fertigen, die um bis zu 2.000 Prozent dehnbar sind, sagt Weidisch. Folglich ist das Ziel des Symposiums, Experten aus den Gebieten der Grundlagenforschung und der angewandten Forschung zusammenzuführen und somit die Basis für eine interdisziplinäre Diskussion zu bilden.

Kontakt:
Prof. Dr. Roland Weidisch
Institut für Materialwissenschaft und Werkstofftechnologie der Universität Jena
Löbdergraben 32
07743 Jena
Tel.: 03641 / 947701
E-Mail: roland.weidisch[at]uni-jena.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.matwi.uni-jena.de/mechanik.html
http://www.pbm-symposium.uni-jena.de/

Weitere Berichte zu: Kunststoff Materialwissenschaft Werkstofftechnologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Diskurs: Wie lässt sich durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Produktion Energie sparen?
12.10.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

nachricht Haus der Technik e. V. (HDT) bündelt alle Veranstaltungen zu den Themen Immissionsschutz und Störfall
11.10.2017 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

17.10.2017 | Physik Astronomie

Partnervermittlung mit Konsequenzen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungsnachrichten