Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bei Diskussion um PISA das Schreiben nicht vergessen

16.02.2007
Forschergruppe "Schreiben Interdisziplinär" an der Universität Erfurt gebildet - Workshop am 15./16.2. 2007

In internationalen Vergleichsstudien, allen voran PISA, ist für deutsche Schülerinnen und Schüler ein deutlicher Mangel an Lesekompetenz festgestellt worden. Diese Erkenntnis hat nach heftigen bildungspolitischen Diskussionen zu vielfältigen empirischen und praktischen Bemühungen geführt, zum einen Gründe für die mangelnde Lesekompetenz aufzudecken und zum anderen das Lesen von Schülerinnen und Schülern verschiedener Altersgruppen zu verbessern.

Über die Beschäftigung mit der zentralen Kulturtechnik Lesen ist in der allgemeinen bildungspolitischen Diskussion eine andere wesentliche Kulturtechnik, das Schreiben, eher vernachlässigt worden. Dies ist bedauerlich angesichts der bei den unterschiedlichsten Lernergruppen häufig festgestellten substanziellen Mängel in der Fähigkeit korrekte Texte zu verfassen.

Während sich die Deutschdidaktik in den letzten Jahren intensiver mit dem Schreiben aus der Lehr- und Lernperspektive befasste, wurde die schriftliche Produktion von Texten vor allem in der deutschsprachigen pädagogisch-psychologischen oder entwicklungspsychologischen Forschung insgesamt wenig beachtet. Erst in jüngerer Zeit wurden systematische empirische Untersuchungen zur Verbesserung der inhaltlichen und stilistischen Textproduktion und Textrevision bei deutschen Schülerinnen und Schülern durchgeführt. "Was im deutschsprachigen Raum beinahe vollständig fehlt, ist die interdisziplinäre Verzahnung von fachdidaktischen Ansätzen und systematischer empirischer Untersuchung der einzelnen am Schreibprozess untersuchten Teilprozesse sowie Verfahren zur Implementierung bewährter Schreibmodelle im schulischen Unterricht", so der Direktor der Erfurt School of Education (ESE) Prof. Dr. Hans Merkens.

... mehr zu:
»ESE »Kulturtechnik

Eine Forschergruppe "Schreiben" hat sich deshalb an der Universität Erfurt zusammengefunden. Die Wissenschaftler aus verschiedenen Fachdisziplinen wollen das Schreiben im Kindes- und Jugendalter gemeinsam aus unterschiedlichen Blickwinkeln untersuchen. So haben sich Entwicklungs- und Erziehungspsychologen (Prof. Dr. Bärbel Kracke und HD. Dr. Gerd Mannhaupt), Sprach- und Literaturdidaktiker (Prof. Dr. Hartmut Frentz) und Schulpädagogen (Prof. Dr. Manfred Lüders) in der Gruppe zusammengeschlossen. Dies sei ein völlig neuer Ansatz in der Bildungsforschung, betont Merkens, der sich beim Forschungsprojekt in einer Moderatorenrolle sieht.

Die ESE organisiert gemeinsam mit der Forschergruppe "Schreiben" am 15. und 16. Februar 2007 im Internationalen Begegnungszentrum der Universität (IBZ) einen ersten Workshop im Rahmen der Reihe "Interdisziplinäre Bildungsforschung - Kooperationen für Wissenschaft und Praxis". Experten aus Köln, Freiburg, Heidelberg, Würzburg und Frankfurt/ Main beleuchten dabei den Stand des Forschungsvorhabens "Schreiben interdisziplinär".

Das Ziel ist es, das Schreiben von Kindern und Jugendlichen als "individuelle Äußerungen eigener Gedanken" zu untersuchen. Dabei soll es konkret darum gehen, den Schülern im Zusammenhang mit dem Thema Berufswahl relevante Schreib- und Selbststeuerungsfähigkeiten zu vermitteln. Es soll geprüft werden, in wieweit dies zum einen in besseren Texten mündet und zum anderen die Entwicklung eines differenzierten "berufsbezogenen Selbstkonzepts" fördert. Projekt und Methoden wurden bereits in der Forschergruppe diskutiert und konzipiert. "Die Ergebnisse des Workshops dienen der weiteren Verbesserung des Projekts", so Prof. Dr. Merkens.

Die ESE organisiert und koordiniert nach Abschluss der konzeptionellen Phase die Kooperationen mit der Praxis, indem sie geeignete "Partnerschulen" sucht. Die Partnerschulen im Grund- und Regelschulbereich werden an den Erhebungen beteiligt und können von den Ergebnissen bei der eigenen Schulentwicklung profitieren. Interessierte Schulleiter können sich bei der ESE (Tel.: 0361-737-1750) melden.

Jens Panse | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erfurt.de/ese/

Weitere Berichte zu: ESE Kulturtechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Wärmebildkameras, Infrarotthermometer und deren richtige Anwendung
21.02.2017 | Optris GmbH

nachricht Pflanzen und Böden besser verstehen
21.02.2017 | Hochschule Rhein-Waal

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten