Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Workshop "Fühkindliche und Elementarbildung"

10.04.2008
10. bis 12. April 2008 im Studio der Villa Bosch Heidelberg,
finanziert durch die Klaus Tschira Stiftung, veranstaltet von
Prof. Dr. Jeanette Roos und Prof. Dr. Hermann Schöler,
Pädagogische Hochschule Heidelberg

Veranstalter und teilnehmende Experten des Workshops laden zu einem Pressegespräch ein. Termin: Freitag, 10. April, 13 Uhr, alternativ um 18 Uhr. Ort: Villa Bosch, Schloss-Wolfsbrunnenweg 33, 69118 Heidelberg

Vom 10.-12. April treffen sich in einem von der Klaus Tschira Stiftung finanzierten Workshop "Frühkindliche und Elementarbildung - Bestandsaufnahme und Zukunftsperspektiven" über 80 namhafte Expertinnen und Experten aus Hoch-schulen, Wissenschaft, Politik, Ministerien und Wirtschaft im Studio der Villa Bosch, um über den Stand der Frühkindlichen und Elementarbildung in Deutschland in verschiedenen Panel zu diskutieren.

Erfreulicherweise widmen sich Politik und Wirtschaft vermehrt dem Thema Bildung, insbesondere der frühkindliche und Elementarbereich ist in die Diskussion gekommen, und alle Bundesländer haben Bildungs- bzw. Orientierungspläne verabschiedet.

Für diese Aufgaben fehlt allerdings Fachpersonal, das durch das bisherige Ausbildungssystem nicht hervorgebracht wurde. Der Anteil der Fachkräfte im Früh-und Elementarbereich, die einen akademischen Abschluss haben, liegt in Deutschland bei unter drei Prozent - ganz anders in europäischen Ländern, die ihre Bildungssysteme nach dem so genannten Sputnik-Schock in den 1960er und 1970er Jahre reformiert haben:

Dort ist die Ausbildung für Frühpädagogik meist universitär. Denn die früh- und elementarpädagogischen Aufgabenstellungen gehören sicherlich zu den kom-plexesten und anspruchsvollsten Tätigkeiten im Bildungssystem und erfordern daher vermehrt Personen, die selbstständig und reflexiv diese vielfältigen Problem- und Aufgabenstellungen bewältigen. Insofern ist letztlich eine Reform unabdingbar, auch bei der Bezahlung, denn diese liegt am unteren Ende der Lohnskala.

Ein solches System, in dem auch kaum Aufstiegschancen vorhanden sind, führt nicht dazu, dass sich die besseren Absolventinnen und Absolventen eines Abiturjahrganges, die einen Beruf im Bereich der Bildung anstreben, dem Früh- und Elementarbereich zuwenden. Da die Bezahlung nicht ausreicht, um eine Familie zu ernähren, fehlen Männer in diesem Bildungsbereich, auch als männliche Sozialisationsvorbilder - ein weiteres Manko.

Zumindest große Teile der Politik sehen das bisherige Ausbildungssystem im Früh- und Elementarbereich aber immer noch als "exzellent" an und befürchten nichts mehr als einen Systemwechsel durch eine Veränderung in Richtung einer Akademi-sierung: "Die neuen Angebote der Pädagogischen Hochschulen dienen der Qualifikation von Personal mit herausgehobener Funktion in der frühkindlichen Erziehung.

An der exzellenten Ausbildung an den Fachschulen wird nicht gerüttelt" (Pressemitteilung der Landesregierung Baden-Württemberg Nr. 209/2007 vom 3. Juli 2007). Dazu im Widerspruch steht allerdings die Fortbildungsinitiative im Orientierungsplan Baden-Württembergs, eine solche wäre dann überflüssig.

Neben wenigen privaten Stiftungen, wie der Klaus Tschira Stiftung, die die Weiterbildung der Erzieherinnen und die Qualitätsentwicklung in den Kindertagesstätten in Heidelberg fördert ("QUASI Heidelberg" und "Mit Kindern die Welt entdecken") oder der Bosch-Stiftung, die 2003 einen Schwerpunkt "Frühkindliche Bildung" eingerichtet hat und sich seit 2005 mit ihrem Programm "PiK - Profis in Kitas" um eine Professionalisierung von Frühpädagoginnen und -pädagogen bemüht, sind nun auch in der Politik erste Anzeichen für ein Umdenken erkennbar.

In Baden-Württemberg wurden im Wintersemester 2007/2008 erste Bachelor-Studiengänge an den Pädagogischen Hochschulen zur Ausbildung von Frühpädagoginnen und -pädagogen etabliert. Auch an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg startete der Bachelor-Studiengang "Frühkindliche und Elementarbildung", zu dem 35 Studierende zugelassen wurden.

Der Workshop soll dazu beitragen, die vorhandene Expertise im Inhaltsbereich für die akademische Ausbildung von Elementar- und Frühbildnern zu nutzen und zu bündeln, um nicht das Rad immer wieder neu erfinden zu müssen.

In den Fachdisziplinen liegen zwar seit Jahrzehnten Erkenntnisse über die Entwicklungs- und Bildungsprozesse von Kindern und die Notwendigkeit einer professionellen Unterstützung und Förderung dieser Prozesse vor, die Bildungspolitik hat eine Reform der Ausbildung bislang aber immer aus befürchteten Kosten unterlassen, ein Fehler, der sich hoffentlich längerfristig nicht rächen wird, denn die Reparaturkosten bei mangelhafter Bildung sind für eine Gesellschaft beträchtlich höher als die Prävention durch ein verbessertes Bildungssystem von Beginn an.

Eine höhere Gewichtung des Bildungsauftrages von Kindertageseinrichtungen allein greift zu kurz. Seitens der Wissenschaft, aber auch seitens der Gewerkschaft und der Wirtschaft wurde eine strukturelle Veränderung und Akademisierung der Ausbildung für unbedingt notwendig erachtet und gefordert. Dazu gehören auch die Integration administrativer und politischer Zuständigkeiten für die Belange von Kindern innerhalb eines Ministeriums und Bemühungen um eine verstärkte bundesweite Kooperation beteiligter Institutionen.

Norbert Hocke, Hauptvorstand der Gewerkschaft GEW, meinte dazu in seinem Statement sinngemäß, dass es eines dringenden Perspektivenwechsels in der Bildungsdiskussion bedarf: Es reiche nicht mehr aus, in Sonntagsreden den Stellenwert der frühen Kindheit hervorzuheben, finanziell aber das System der Tageseinrichtungen für Kinder nicht mit mehr Ressourcen auszustatten. Prof. Dr. Jürgen Kluge als Vertreter der Wirtschaft ist ebenfalls davon überzeugt, dass jede Diskussion über Bildung ins Leere läuft, die nicht auch ökonomische Grundlagen berücksichtigt, die Bildung erst ermöglichen.

Allein den Bildungsauftrag von Kindertageseinrichtungen höher zu gewichten, greift zu kurz. Es ist dringend erforderlich, die Elementarbildung als öffentliche Pflichtaufga-be von hohem Stellenwert anzuerkennen. Die weitreichende Gestaltungsfreiheit auf lokaler wie Trägerebene wird der Anerkennung und Behandlung der Elementarbildung als eine solche öffentliche Pflichtaufgabe nicht gerecht. Sie verlangt ein höheres Maß an staatlicher Steuerung und Absicherung, um ein bedarfsgerechtes, qualitativ hochwertiges Bildungsangebot zu gewährleisten.

Kontakt:
Prof. Dr. Hermann Schöler
Leiter des B. A.-Studiengangs "Frühkindliche und Elementarbildung"
website: http://www.ph-heidelberg.de/org/felbi
Abt. Psychologie in sonderpädagogischen Handlungsfeldern
Institut für Sonderpädagogik, Fakultät I
website: www.ph-heidelberg.de/wp/schoeler
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Keplerstr. 87
D - 69120 Heidelberg
Tel.: (06221) 477-426
e-mail: k40@ix.urz.uni-heidelberg.de

Nico Lindenthal | idw
Weitere Informationen:
http://www.ph-heidelberg.de/org/felbi
http://www.ph-heidelberg.de

Weitere Berichte zu: Bildungssystem Elementarbildung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Dritter Workshop „Mensch-Roboter-Zusammenarbeit“
12.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Leise und effektiv!
09.01.2017 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau