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Neue Studenten-Ideen für Arbeitslose: "Optimi-Stick" und Job-Box für die Bewerbung

03.03.2008
Neue Ideen zur Lösung von Arbeitsmarktproblemen sind auf einem fünftägigen Workshop der "HPI School of Design Thinking" des Hasso-Plattner-Instituts entwickelt worden.

Unter der Leitung der Professoren Hasso Plattner (HPI) und Terry Winograd (Stanford University) erarbeiteten gut 30 Studierende prototypische Möglichkeiten, um Arbeitslose "nachhaltig und erfolgreich wieder in Beschäftigungsverhältnisse zu bringen" - so die Aufgabenstellung.

In Gesprächen mit Arbeitslosen, Politikern und anderen Arbeitsmarktexperten in Berlin hatten die Professoren und Studierenden der Innovationsschule vor Ort Fakten gesammelt, Bedürfnisse analysiert und in sieben Teams daraus Lösungsideen abgeleitet. Die beiden Informatik-Professoren zeigten sich beeindruckt von der großen Dynamik der Arbeit und dem starken Engagement der Studierenden. "Wir werden beobachten, wie Sie künftig die Welt verändern", gab ihnen HPI-Stifter Hasso Plattner, der Mitgründer und Aufsichtsratsvorsitzende des SAP-Konzerns, mit auf den Weg.

Mehrere Teams des Potsdamer Workshops konzentrierten sich auf Vorschläge, wie die Motivation und das Selbstvertrauen von Jobsuchenden verbessert werden könnte. Ein Ergebnis war etwa die Idee, dass sich Arbeitssuchende zu einer so genannten "Wir-AG" zusammenschließen. Einziges Ziel dieser Gesellschaften sei es, ihre Mitglieder möglichst schnell wieder zu entlassen - in den Arbeitsmarkt. Das soll erreicht werden, indem sich die "Kollegen auf Zeit" mit ihren unterschiedlichen, sich ergänzenden Fähigkeiten gegenseitig bei der Jobsuche unterstützen. Um Arbeitssuchenden mehr Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu ermöglichen, setzte eine andere Gruppe auf gegenseitige Unterstützung via Internet.

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Dazu demonstrierten sie den Prototyp eines Programmes, das es ermöglicht, den eigenen Lebenslauf im Internet von Bekannten und Freunden kommentieren zu lassen. Dadurch soll der Blick auf die eigenen Stärken erleichtert werden. Den gleichen Effekt soll der Vergleich mit ähnlichen Lebensläufen ermöglichen, anhand derer die Nutzer erkennen können, wie andere Personen Probleme oder Karriereknicks erfolgreich gemeistert haben. Ein weiterer Vorschlag mündete in Workshops für Langzeitarbeitslose, in denen Vertrauen zwischen ihnen und möglichen Arbeitgebern aufgebaut werden soll und die zunächst in Probeeinsätzen in Unternehmen münden sollen.

Ein Design Thinker-Team schlug eine Job-Box für gerade arbeitslos gewordene Personen vor. Um Frustrationen und Lethargie vorzubeugen, sollen die Inhalte der Box die Arbeitssuchenden an die Hand nehmen und Schrittt für Schritt helfen, die Hürden auf dem Weg zu einem neuen Arbeitsplatz erfolgreich zu nehmen. Unter anderem wollen die Studierenden in der Job-Box auch einen Gutschein für ein professionelles Bewerbungsfoto sehen. Auch ein Comic soll auf unterhaltsame Weise Impulse geben dafür, schwierige Situationen selbstbewusst zu meistern. Um auf die individuellen Bedürfnisse bestimmter Gruppen von Bewerbern einzugehen, könnte die Job-Box von den Arbeitsberatern flexibel bestückt werden, so die Idee der Potsdamer Design Thinking-Studenten.

Eine andere Idee aus der Innovationsschule in Potsdam: Eine neue Online-Plattform, die bereits auf der Startseite die derzeit eine Million freien Stellen in Deutschland übersichtlich visualisiert. Gibt der Nutzer einige wenige Suchkriterien ein, verändert sich die Job-Landkarte für ihn sofort individuell. Er kann dann neben Informationen zum Job selbst auch noch Angaben zum Umfeld bekommen. Benutzbar ist das Portal sowohl daheim als auch von der Arbeitsagentur aus. Beim Arbeitsberater bekommt er sogar noch den "Optimi-Stick", einen USB-Stick, auf dem das persönliche Profil, der Verlauf der bisherigen Jobsuche und auch nützliche Dinge wie Tipps für erste telefonische Kontakte mit möglichen Arbeitgebern gespeichert sind. Das soll helfen, die Karriere buchstäblich in die eigene Hand zu nehmen und dabei mobil zu sein.

Um den Jobsuchern das Leben ein wenig einfacher zu machen, kreierte eine Studentengruppe "Job Mate", eine Videokabine, die im öffentlichen Raum platziert werden kann. Vergleichbar zum Prinzip von YouTube soll sie es Arbeitssuchenden ermöglichen, eine eigene Videobotschaft aufzunehmen, mit der sie sich potenziellen Arbeitgebern online präsentieren können. "Keep it simple", war das Motto der Studierenden. Damit sollen selbst technikfremde Nutzer angelockt werden, die sich so eine eigene Präsentations-Plattform schaffen können. Nachrichten aufs Handy informieren dann über Jobangebote und können die Nutzer nach Vorstellung der Studierenden auch untereinander vernetzen.

Schließlich machten die Studierenden auch einen Vorschlag, wie die Leistungen der Arbeitsvermittler bewertet und damit verbessert werden können. Sie schlugen vor, dass Arbeitssuchende nach ihrem Gespräch mit dem Berater an einem Feedback-Terminal mit ein paar Klicks eine Bewertung des Gesprächs eingeben.

Hans-Joachim Allgaier | idw
Weitere Informationen:
http://www.hpi-web.de
http://www.hpi.uni-potsdam.de/d-school

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