Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsch-französischer Kooperationsworkshop stellt Weichen für die zukünftige Zusammenarbeit

31.01.2008
Grundlage für deutsch-französisches Forum in Paris

Über 30 Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich und der französischen Forschungsorganisation CEA trafen sich in der vergangenen Woche in Jülich. Zwei Tage lang diskutierten sie Themen, die für beide Seiten interessant sind.

Die Ergebnisse bilden die wissenschaftliche Grundlage für eine bilaterale Kooperationsvereinbarung. Thema dieses ersten gemeinsamen Workshops war die Simulation naturwissenschaftlich-technischer Aufgaben auf Supercomputern. Auf diesem Gebiet belegen beide Einrichtungen aufgrund ihrer ausgezeichneten technischen Ausstattung und ihrer exzellenten Forschungsarbeiten führende Plätze in Europa.

Prof. Achim Bachem, der Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums, und der französische Hochkommissar Bernard Bigot begrüßten die anwesenden Wissenschaftler. Sie betonten die große Bedeutung, die sie einer Zusammenarbeit von Jülich und CEA beimessen. Leitende Wissenschaftler beider Einrichtungen stellten die Aktivitäten ihrer Arbeitsgruppen vor.

... mehr zu:
»CEA »Materialwissenschaft

Anschließend erarbeiteten sie Vorschläge für gemeinsame Technologieentwicklungen, bei denen Höchstleistungsrechner und ihr Einsatz für Simulationen im Mittelpunkt standen. Diese Simulationen sind vorgesehen auf den Gebieten Materialwissenschaften und Quantentechnologie, Weiche Materie und Biophysik, System Erde und Atmosphärenphysik, Sicherheitsforschung, Hadronenphysik und Kernstruktur sowie Kernfusion und Plasmaphysik.

Beide Zentren sind als Mitglieder ihrer nationalen Konsortien bereit und interessiert, Standort für zwei der künftigen europäischen Höchstleistungsrechner zu sein. Die Teilnehmer vereinbarten daher, die technischen Vorbereitungen für die Installation solcher Systeme zu koordinieren und miteinander abzustimmen. Im Sinne der internationalen Benutzer streben die Zentren an, bei der Auswahl auf Komplementarität der Systeme zu achten. Die deutschen und französischen Partner wollen unter anderem die parallele Datenverarbeitung bei Höchstleistungssystemen verbessern, die Ein- und Ausgabe von Daten beschleunigen und Technologien zur Verringerung des Energieverbrauchs entwickeln.

Im Bereich Materialwissenschaften und Quantentechnologien ist eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der magnetischen Strukturen und schaltbarer Nanosysteme geplant. Auf dem Gebiet „Weiche Materie & Biophysik“ sollen grundlegende Mechanismen der Zelle verstanden werden.

Erderwärmung, Ozonschicht und Schadstoffausbreitung in der Atmosphäre stehen im Mittelpunkt der Erd- und Atmosphärenforschung.

Für den nächsten Klimabericht der Vereinten Nationen (UN) sollen gemeinsam Klimasimulationen über Zeiträume von 200 bis 300 Jahren durchgeführt werden. Dabei werden bislang vernachlässigte chemische Änderungen in der Atmosphäre mit berücksichtigt. Dazu sollen die bei CEA und in Jülich künftig verfügbaren Höchstleistungsrechner eingesetzt werden.

Ziel der gemeinsamen nuklearen Sicherheitsforschung ist es, Werkzeuge zur Simulation von Kernkraftwerken für massiv-parallele Rechner in Jülich zu entwickeln. Damit sollen die Sicherheitseigenschaften laufender und künftiger Reaktoren detailliert simuliert und erforscht werden. Absicht der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Hadronenphysik sind Verbesserungen bei der Vorhersage der Struktur von Atomkernen. Die Wechselwirkungen zwischen einem Plasma und der Wand einer Fusionsanlage sowie turbulente Strömungen sollen durch gekoppelte Simulationsmodelle untersucht werden. Als erster Schritt wird ein beim CEA entwickelter gyrokinetischer Code auf einen Jülicher Supercomputer übertragen. Die Ergebnisse sind wichtig für den Bau des internationalen Fusionsexperiments ITER, dessen Bau in diesem Jahr am CEA-Standort Cadarache beginnen wird.

Yvan Capouet von der Europäischen Kommission verfolgte interessiert die Vorschläge für gemeinsame Aktivitäten im Bereich Computersimulation in der Fusionsforschung, insbesondere die deutlichen Fortschritte auf dem Weg zu einem gemeinsamen europäischen Fusionscomputer in Jülich.

Die Ergebnisse des Workshops sollen die wissenschaftliche Grundlage für eine bilaterale Kooperationsvereinbarung zwischen Jülich und dem CEA legen. Sie werden am 29. Februar im Rahmen des 3. deutsch-französischen Forschungsforums in Paris den Forschungsministerinnen beider Länder vorgestellt. Jean-Paul Duraud, stellvertretender Direktor des CEA, lud die Teilnehmer ein, in einem Jahr bei CEA wieder zusammenzukommen und über die bis dahin erreichten Ergebnisse zu berichten.

Mit diesen Aktivitäten gehört Jülich zu den ersten Zentren, die das am 3. Dezember 2007 von der Helmholtz-Gemeinschaft und CEA unterzeichnete „Memorandum of Understanding“ für eine Kooperation im Bereich Energie und Klimaforschung umsetzen.

Das 1945 gegründete CEA ist eine staatliche französische Einrichtung. Seine Aufgaben gehen heute weit über die Kernenergie hinaus. Sie umfassen unter anderem die zukünftige Energieversorgung, Technologieforschung und Grundlagenforschung im Bereich Werkstoff- und Lebenswissenschaften. Daran arbeiten etwa 11.000 Menschen.

Das Forschungszentrum Jülich betreibt interdisziplinäre Spitzenforschung zur Lösung großer gesellschaftlicher Herausforderungen in den Bereichen Gesundheit, Energie & Umwelt sowie Information. Einmalig ist dabei die Verknüpfung der beiden Schlüsselkompetenzen Physik und Supercomputing. In Jülich werden sowohl langfristig angelegte, grundlagenorientierte Arbeiten als auch konkrete technologische Anwendungen erarbeitet. Mit rund 4.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört Jülich, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, zu den größten Forschungszentren Europas.

Peter Schäfer | Forschungszentrum Jülich GmbH
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Berichte zu: CEA Materialwissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Fazit der Pilotphase – Qualifizierung für Schulleiterinnen und Schulleiter hat sich bewährt
22.06.2017 | Heraeus Bildungsstiftung

nachricht Elektromobilität im ÖPNV, ein Werkstattproblem?
22.06.2017 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften