Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Telekommunikation in Europa - wer wird die Netzwerke organisieren, wer wird davon profitieren?

16.01.2008
Bald wird es überall in Europa zum Standard gehören, dass man über das Internet telefoniert und Fernsehen empfängt. Die Breitbandtechnik und mobile Übertragungswege schaffen außerdem in allen europäischen Ländern Tag für Tag neue Geschäftsmodelle.

Wie sieht es aber mit der Organisation der Netzwerke in Europa aus? Wer legt in der Telekommunikationsbranche die technischen Spielregeln fest? Wer kümmert sich um die ökonomischen Aspekte und entscheidet, welches Unternehmen in der Kette von Netzwerkbetreiber und Internet-Provider bis hin zum Serviceanbieter am großen Kuchen teilhaben darf? Diese und viele andere Fragen behandeln internationale Wissenschaftler im Perspektiven-Workshop "Telecommunication Economics" vom 23. bis 26. Januar im Informatikzentrum Schloss Dagstuhl.

An der Tagung in Dagstuhl nehmen Wissenschaftler und Industrievertreter aus verschiedenen europäischen Ländern teil, die sich mit der Telekommunikation aus technischer und ökonomischer Perspektive beschäftigen. Sie arbeiten seit Kurzem auch in einem Netzwerk im Rahmen des europäischen COST-Programms zusammen, das die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen Forschung stärken will. Ziel dieser Aktion von 20 europäischen Ländern ist es, Strategien für neue Forschungsgebiete in der Telekommunikation zu entwickeln und Richtlinien für alle Beteiligten wie Endkunden, Unternehmen, Netzwerkbetreiber und Serviceanbieter, zu entwickeln.

So hat bisher beispielsweise jedes europäische Land seine eigenen Gesetze, wenn es um die Sicherheit der Datenströme und den vertraulichen Umgang mit Daten geht. Daher wird es in Schloss Dagstuhl auch um die Frage gehen, wie die Netzwerkneutralität gewährleistet werden kann, wie also etwa das Telefongeheimnis auch auf die Internet-Telefonie angewendet werden kann. Wann sollte der Netzwerkbetreiber demnach wissen dürfen, welche Daten er transportiert? Wäre ein Unternehmer auch verpflichtet, illegale Daten weiterzuleiten, wenn er davon Kenntnis bekäme? Die Ökonomen werden außerdem der Frage nachgehen, ob sich die Regulation des Netzwerkes auf die Marktstrategien der Unternehmen auswirkt. Für die Experten für Netzwerktechnologien sind in diesem schnelllebigen Forschungsgebiet unter anderem die Mechanismen der Peer-to-Peer-Systeme von Interesse, also der Netzwerke ohne zentralen Server, die sich spontan für bestimmte Aufgaben zusammenschließen können.

Die Organisation der Tagung in Dagstuhl haben die Wissenschaftler Louis-Francois Pau, der an der Erasmus Universität in Rotterdam (Niederlande) und für die Firma Ericsson forscht, Burkhard Stiller von der Universität Zürich (Schweiz) und Dimitris A. Varoutas von der National and Kapodistrian University of Athens (Griechenland) übernommen.

Hintergrund:

Schloss Dagstuhl lädt das ganze Jahr über Wissenschaftler aus aller Welt ins nördliche Saarland ein, um über neueste Forschungsergebnisse in der Informatik zu diskutieren. Rund 3.000 Informatiker von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und aus der Industrie nehmen jährlich an den wissenschaftlichen Veranstaltungen in Dagstuhl teil. Seit 2005 gehört Schloss Dagstuhl zur Leibniz-Gemeinschaft, in der zurzeit 83 führende außeruniversitäre Forschungsinstitute und wissenschaftliche Serviceeinrichtungen in Deutschland vertreten sind.

Dr. Roswitha Bardohl
Tel. (0681) 302-3847
Email: presse@dagstuhl.de
Kompetenzzentrum Informatik der Universität des Saarlandes:
Friederike Meyer zu Tittingdorf
Tel. (0681) 302-58099
Email: presse@cs.uni-sb.de
Weitere Informationen:
http://www.dagstuhl.de/08043 - Dagstuhl Seminar "Telecommunication Economics"
http://www.dagstuhl.de/ueber-dagstuhl/presse/downloads/ - Fotos von Schloss Dagstuhl

http://www.cost605.org - Informationen zu der europäischen Aktion COST

Dr. Roswitha Bardohl | idw
Weitere Informationen:
http://www.dagstuhl.de

Weitere Berichte zu: Forschungsgebiet Netzwerkbetreiber Telecommunication

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht GoToMeeting-Integration - Webinare bequem in Lernszenarien einbinden
14.08.2017 | time4you GmbH

nachricht Lean Development - Effizienzsteigerung in der Entwicklung und Konstruktion
11.08.2017 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik