Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Back To The Roots

10.04.2012
Doktoranden der Universität Jena veranstalten am 12./13. April Workshop zu hydrologischer Modellierung

Nicht selten passieren wesentliche Dinge auf dieser Erde unter ihrer Oberfläche und damit im Verborgenen. So weiß man zum Beispiel, wie Pflanzen mit ihren Wurzeln Wasser unter der Erde aufnehmen. Welche Ordnung allerdings in den vielen Verzweigungen der Wurzelstränge liegt und in welchen Tiefen sie Wasser aufnehmen, muss noch genauer erforscht werden. Junge Wissenschaftler sitzen, um solche und andere Vorgänge zu erforschen, inzwischen eher vor dem Computer als in der Natur.

Doktoranden der Friedrich-Schiller-Universität Jena wollen mit etwa 20 Kollegen aus ganz Deutschland über dieses und andere Themen im Bereich der hydrologischen Modellierung diskutieren. Sie treffen sich deshalb am 12. und 13. April in Jena zur 10. Arbeitsgemeinschaft Hydromodellierung (AG HYDMOD). Der Workshop findet im Max-Planck-Institut für Biogeochemie statt, mit dem eine enge Kooperation besteht.

„Wir untersuchen, wie Pflanzen, Boden und Atmosphäre miteinander interagieren und bilden diese Prozesse zum besseren Verständnis am Computer nach“, erklärt Marcus Guderle, Doktorand am Institut für Geowissenschaften der Universität Jena und am Max-Planck-Institut für Biogeochemie. Gemeinsam mit Sophie Biskop, Marcel Bechmann und Christian Fischer hat er den Workshop organisiert. Die Wissenschaftler bearbeiten in ihren Projekten ganz verschiedene Fragestellungen und gehen bei ihren Untersuchungen sehr unterschiedlich vor. Guderle etwa misst den Bodenwassergehalt in verschiedenen Tiefenstufen des Bodens und möchte daraus ableiten, wie viel Wasser die Pflanze in den verschiedenen Tiefen aufgenommen hat. Sein Kollege Bechmann – ein studierter Mathematiker – modelliert am Computer Wurzelformen und möchte damit die Wasseraufnahme rekonstruieren. „So können wir Vorgänge in der Natur nachbilden und effektiver Informationen aus Messwerten herausfiltern“, sagt Bechmann.

Neue Erkenntnisse ihrer Studien können beispielsweise für die Landwirtschaft sehr nützlich sein. So kann man auf die Veränderungen im Klima reagieren und Pflanzen züchten, die auf die jeweiligen Bodenverhältnisse und den Bodenwassergehalt angepasst sind. Das sorgt auch für einen sparsameren Umgang mit dem Lebenselixier. „Zum anderen ist Vegetation immer auch ein Faktor, der bei der Erstellung von Klimamodellen berücksichtigt wird“, erklärt Bechmann. „Denn während der Kohlenstoffaufnahme zur Fotosynthese verdunstet immer auch Wasser, und das wird aus dem Boden nach oben bewegt.“ Das könne beispielsweise Auswirkungen auf die Bodentemperatur und sogar auf die Wolkenbildung haben. Allerdings werde bei diesen Untersuchungen die Vegetation sehr allgemein betrachtet und nicht auf einzelne Pflanzen eingegangen.

Mit dem Workshop wollen die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus ganz Deutschland vor allem eigene Anregungen für ihre Forschungen gewinnen. „Die Teilnehmer stellen nicht, wie sonst bei Tagungen üblich, tolle Forschungsergebnisse vor“, informiert Marcus Guderle. „Vielmehr berichten sie über ihre Projekte und gehen dabei gezielt auf Probleme ein.“ In anschließenden Gesprächen kristallisieren sich erfahrungsgemäß Lösungsansätze heraus. Gerade im Methodenbereich gäbe es noch viel Gesprächsbedarf.

Kontakt:
Marcus Guderle / Marcel Bechmann
Institut für Geowissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Max-Planck-Institut für Biogeochemie
AquaDiva-Gruppe Ökologische Modellierung
Tel.: 03641 / 576212
E-Mail: marcus.guderle[at]uni-jena.de, bechmann.marcel[at]uni-jena.de

Sebastian Hollstein | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Wärmebildkameras, Infrarotthermometer und deren richtige Anwendung
21.02.2017 | Optris GmbH

nachricht Pflanzen und Böden besser verstehen
21.02.2017 | Hochschule Rhein-Waal

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie