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Arzneimittel in systembiologischer Sicht

15.03.2010
Computergestütztes Wirkstoffdesign ist das Thema eines internationalen Workshops, der in der Woche vom 22. bis 25. März 2010 im Schloss Rauischholzhausen bei Marburg stattfindet.

Die Veranstalter erwarten 90 Teilnehmer aus Hochschule und Industrie zu 23 Vorträgen, für die renommierte Kollegen aus mehreren europäischen Ländern und der USA gewonnen werden konnten.

"Der menschliche Organismus ist ein extrem komplexes Gefüge, das durch eine riesige Zahl von Regelkreisen gesteuert und kontrolliert wird", erläutert Professor Dr. Gerhard Klebe vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Philipps-Universität: "Treten Fehler auf und kommen bestimmte Steuerkreise aus dem Tritt, kann es zu einer Erkrankung kommen." Durch eine Arzneistofftherapie kann man versuchen, das gesamte System wieder ins Gleichgewicht zu bekommen. Diese Arzneistoffe interagieren mit Zielstrukturen im Organismus. Da aber alle diese Strukturen untereinander im Kontakt stehen, wird natürlich in die gesamte Steuerung eingegriffen. Die Systembiologie versucht, biologische Organismen in ihrer Gesamtheit zu verstehen. Wie lässt sich der Eingriff mit Arzneistoffen im Hinblick auf systembiologische Fragestellungen betrachten?

Die Tagung wird den aktuellen Stand der Forschung zu diesen Themen zusammenfassen. Der mittlerweile zum sechsten Mal im Schloss Rauischholzhausen durchgeführte Workshop wird dabei auch versuchen, den Stellenwert dieser Initiativen in der zukünftigen Arzneimittelforschung abzuschätzen und zu prüfen, wie die neuen Ansätze das computergestützte Wirkstoffdesign verändern werden. So geht es auch darum zu diskutieren, wie als Antwort auf die heute verfügbar werdenden Daten die Konzepte und wissenschaftlichen Werkzeuge der Zukunft auszusehen haben. Die Veranstaltung wird von Professor Klebe zusammen mit Professor Christoph Sotriffer von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und Dr. Hans Matter vom Frankfurter Pharmakonzern Sanofi-Aventis organisiert.

Tagungsprogramm

Monday, March 22, 2010
15:00 Opening and Introduction (Klebe)
15:15 Martin Stahl, Roche Basel, Switzerland: A Medicinal Chemist's Guide to Molecular Interactions
16:00 Coffee
16:30 Johan Åquist, Univ. of Uppsala, Sweden: Force Field Based Scoring of Protein-Ligand Binding Affinities
17:15 Bernd Engels, University of Würzburg, Germany: Are Molecular crystals indeed good approximation for protein surroundings?
19:00 Dinner
20:00 Poster session
Tuesday, March 23, 2010
9:00 Rebecca Wade, European Media Laboratory, Heidelberg, Germany: Molecular Interaction Fields: From Drug Design to Systems Biology and back
9:45 Shoshana Wodak, Univ. of Toronto, Dept. of Biochemistry, Canada: Interaction proteomics, the bounty and the challenges
10:30 Coffee
11:00 Roberto Mosca, Inst. f. Research in Biomedicine, Barcelona, Spain: Structural systems biology: modelling protein interactions and complexes
11:45 Volkhard Helms, Univ. of Saarbrücken, Germany: Designing Transient Binding Pockets on Protein Surfaces
13:00 Lunch
15:00 Michael Kuhn, TU Dresden, Germany: Predicting drug targets and finding the molecular basis of side effects
15:45 Jordi Mestres, IMIM Institut Municipal d'Investigació Mèdica, Barcelona, Spain: Chemical probes for systems biology
16:30 Coffee
17:00 Johanna Fehr, Inst. of Pharmacology, Philipps-University Marburg, Germany: Common pathways database - development of a tool to systematically
support the discovery of multiple-indication drugs
17:45 Jürgen Bajorath, LIMES, B-IT, LIMES, University of Bonn, Germany: Molecular Networks and SAR Analysis
19:00 Dinner
20:00 Musical Intermezzo: UFA meets Jazz
Wednesday, March 24, 2010
9:00 Xavier Barril Dept. Fisicoquímica, Facultat de Farmàcia, Barcelona (Spain): Binding site detection and druggability predictions: the solvent's perspective
9:45 Helena Danielson, Uppsala University, Sweden: SPR biosensor generated interaction kinetic data for identification and characterization of leads
10:30 Coffee
11:00 Steve Homans, Univ. of Leeds, United Kingdom: Prediction Affinity from Structure, Entropic Considerations of Protein-Ligand Binding
11:45 Marc E. Dumas, Imperial College London, United Kindom: Genetic mapping of metabolic profiles: genomic and metagenomic influences and consequences for identification of drug targets
13:00 Lunch
15:00 Günter Mayer, University of Strathclyde, Glasgow, Scotland: The Chemical Biology of Aptamers
15:45 Carsten Schultz, EMBL-Heidelberg, Germany: New tools for imaging and modulation of intracellular signaling networks
16:30 Coffee
17:00 Daniel Bur, Actelion, Basel, Switzerland: Search for Multifunctional Plasmepsin Inhibitors as Antimalarial Drugs
17:45 Christoph Müller, EMBL-Heidelberg, Germany: Molecular mechanisms of chromatin targeting
19:00 Dinner
20:30 Round-table discussion
Thursday, March 25, 2010
9:00 Jane A. Endicott, Univ. of Oxford, United Kingdom: Targeting the CDK family for anti-cancer drug design
9:45 Stefan Knapp, Structural Genomics Center, Oxford, United Kingdom: Targeting Signalling Networks in Cancer
10:30 Coffee
11:00 Eric Meggers, Univ. of Marburg, Germany: Organometallic Complexes an Emerging Scaffolds for the Design of Enzyme Inhibitors
11:45 Hans-Werner Mewes, Helmholtz Center Munich, Germany: Drug Development: Puzzle or Mystery?
13:00 Lunch
14:00 End of Workshop
Weitere Informationen:
Ansprechpartner: Professor Dr. Gerhard Klebe,
Institut für Pharmazeutische Chemie
Tel. (Sekr.): 06421 28-21313
E-Mail: klebe@staff.uni-marburg.de

Johannes Scholten | idw
Weitere Informationen:
http://www.agklebe.de
http://www.uni-marburg.de

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Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

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Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

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