Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aktuelle Entwicklungen und Anwendungen der Industriellen Kristallisation

29.08.2016

Mit Blick auf Anwendungen in den lebenswissenschaftlichen Bereichen Pharmazie, Lebensmittelindustrie und Agrochemie stellen rund einhundert WissenschaftlerInnen und IngenieurInnen aus Industrie und Forschung aus zwanzig Ländern ihre aktuellen Arbeiten auf dem Gebiet der Kristallisation vor. Sie kommen vom 6. bis 8. September 2016 im Rahmen des 23. Internationalen Workshops zur Industriellen Kristallisation BIWIC am Max-Planck-Institut Magdeburg zusammen.

Schokolade, Haushaltszucker und Speisesalz haben eines gemeinsam: für ihren Herstellungsprozess wird die Kristallisation angewendet. Haushaltszucker und feinkörniges Speisesalz müssen zum Beispiel nahezu gleich große Kristalle aufweisen und rieselfähig sein. Auch bei der Herstellung von Schokolade spielt die Kristallisation eine wichtige Rolle für die Gewährleistung der Genussqualität.


An einem 20-Liter-Reaktor in der Technikumshalle des Max-Planck-Instituts Magdeburg untersucht ein Wissenschaftler Kristallisationsprozesse.

Max-Planck-Institut Magdeburg

Die Kristallisation ist somit ein wichtiges physikochemisch-technisches Verfahren. Substanzen können getrennt und aufgereinigt werden. Bestimmte anwendungsspezifische Produkteigenschaften können zudem über die Kristalleigenschaften, wie Korngröße, Kornform und Schüttverhalten, beeinflusst und gegebenenfalls gezielt eingestellt werden (Produktdesign).

Die durch Kristallisation in der Industrie produzierten Mengen reichen von einigen Kilogramm im Pharmabereich bis hin zu mehreren (Millionen) Tonnen pro Jahr im Lebensmittel- und Düngemittelsektor. Darüber hinaus spielen Kristallisationsprozesse auch bei Fragestellungen der Nachhaltigkeit, wie der Rückgewinnung von Wertstoffen, eine Rolle. Um solche komplexen Fragestellungen anzugehen, ist eine interdisziplinäre Herangehensweise unabdingbar.

Daher tauschen sich rund einhundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Industrie und Wissenschaft, unter anderem aus Deutschland, Großbritannien, Thailand, Japan, Schweiz, Russland und Frankreich, zu den unterschiedlichen Themen der Kristallisation aus. Dabei werden grundlegende Fragestellungen sowie der Einsatz der Kristallisation für Trennung, Aufreinigung und Produktdesign in den Life-Science-Industrien, Modellierung und Regelung von Kristallisationsprozessen, Prozess- und Reaktordesign und der Beitrag der Kristallisation zur Nachhaltigkeit in der industriellen Wertschöpfungskette besprochen.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg bringen ihre Expertise auf der BIWIC ein. Sie forschen seit vielen Jahren an gegenwärtigen Aufgabenstellungen zur Kristallisation. Neben Grundlagenforschung zu Thermodynamik, Kristallisationskinetik, Prozess- und Produktdesign stehen insbesondere schwierige und komplexe Trennaufgaben, wie die Trennung von Enatiomeren aus dem pharmazeutischen und medizinischen Bereich oder die Isolierung eines Wirkstoffs aus einem Naturstoffgemisch, im Vordergrund.

Ziel der BIWIC ist es, Wissenschaftler und Ingenieure aus verschiedenen Bereichen der Wirtschaft und Forschung, Experten und Nachwuchskräfte, zusammenzubringen, um aktuelle Arbeiten zu diskutieren sowie neue Herausforderungen für die Kristallisationsforschung zu ermitteln. Die besondere informelle Atmosphäre des Treffens bietet viele Möglichkeiten des Erfahrungsaustausches, der Initiierung von Kooperationen und, speziell für die Doktoranden, des Kontakts mit internationalen Kristallisationsexperten.

Die BIWIC findet dieses Jahr zum 23. Mal und damit zum zweiten Mal in Magdeburg statt und setzt damit eine erfolgreiche Serie dieser Workshops fort. Sie wurde von Professor Joachim Ulrich, Universität Halle-Wittenberg, im Jahr 1990 mit dem ursprünglichen Titel „Bremen International Workshop on Industrial Crystallization“ ins Leben gerufen. Seitdem findet die BIWIC jedes Jahr an einem anderen Ort statt, wie z.B. in Halle, Delft, Tianjin, Odense, Rouen, Daejeon und Kapstadt.

Weitere Informationen:

http://www.mpi-magdeburg.mpg.de/biwic2016
http://www.mpi-magdeburg.mpg.de/3157182/2016-08-29-pm-mpi-biwic-workshop-kristal...

Gabriele Ebel | Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Workshop: Future Trends in DNA-based Nanotechnology vom 29. Mai bis 2. Juni 17
23.05.2017 | Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme

nachricht Dritter internationaler Workshop „Innovations in Oncology“: Anmeldung offen
18.05.2017 | Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise