Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

7. Workshop der Schmerztherapie – „Gipfeltreffen“ zur verbesserten Schmerztherapie

23.01.2012
Alle, die etwas zum Thema Schmerz zu sagen haben, trafen sich am Ende des Jahres zum nunmehr 7. Workshop „Zukunft der Schmerztherapie“, der alljährlich von der Grünenthal GmbH ausgerichtet wird.

Ärzte aus Klinik und Praxis, Politiker, Krankenkassen- und Patientenvertreter sowie Wissenschaftler diskutierten Hemmnisse und Verbesserungsmöglichkeiten rund um das Thema. Die Fehl- und Unterversorgung zu verbessern ist dabei ein primäres Ziel – doch dazu benötigen alle Beteiligten mehr Wissen, weshalb der Ruf nach Versorgungsforschung immer lauter wird.

Wie relevant das Thema insgesamt für die Kostenträger ist, erklärte Prof. Dr. h.c. Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender der Krankenkasse DAK. In Kooperation mit der AOK Niedersachsen, Grünenthal und dem IGES Institut wurde kürzlich der Versorgungsatlas Schmerz herausgegeben. Dieser analysiert die Versorgungssituation von Schmerzpatienten unter Alltagsbedingungen.

Dazu wurden die so genannten Routinedaten der Krankenkassen genutzt, welche in erster Linie Abrechnungsdaten darstellen. Die Daten wurden anhand eines eigens entwickelten Logarithmus so modelliert, dass neun aussagekräftige Schmerztypen gebildet wurden. „Bisher gab es zu Schmerzen nur wenige Erkenntnisse, die Diagnosestellung von Schmerzen erfolgt meistens organbezogen und selten anhand zur Verfügung stehender Schmercodes“, erläuterte Rebscher.

Viele Patienten kauften rezeptfreie Schmerzmittel und dokterten lange an sich selbst herum, bevor sie einen Arzt aufsuchten. Schmerz sei eine „Black Box“. Mithilfe der jetzt vorliegenden Analyse wurde Licht ins Dunkel gebracht. Bei der DAK ergab sich anhand der neun Schmerztypen folgendes Bild: 1.655.731 Versicherte (und damit 31,9%) litten an unspezifischen Rückenschmerzen (31,9 Prozent), es folgen Arthrose- und Arthritis-bedingte Schmerzen (14,2 Prozent) und Kopfschmerzen (9,6 Prozent), Schmerzen bei Krebs (7,7 Prozent) sowie Bandscheibenerkrankungen (6,1 Prozent). „Nur wenn wir unsere Daten richtig interpretieren können, lassen sich auch gute Versorgungskonzepte ableiten“, sagte Rebscher und verschwieg dabei nicht, dass Versorgungsforschung aufwendig und kostenintensiv sei und gute Methodiker benötige.

„Unzulänglich behandelte chronische Schmerzen verschlechtern nicht nur die Lebensqualität, sie werden auch zu einem erheblichen Kostenfaktor.“ erläuterte Kai Martens, Geschäftsbereichleiter Deutschland der Grünenthal GmbH die gegenwärtige Situation. „Die Schmerzpatientenbehandlung mit Arzneimitteln nutzt nur dann etwas, wenn sie richtig eingesetzt werden.“
Keine Selbstverständlichkeit wie die Beiträge im Laufe der Veranstaltung zeigten. Es gibt viele Gründe, warum Patienten unter Schmerzen leiden, obwohl die Medizin Abhilfe schaffen könnte. In den Diskussionen der Fachleute und Patientenvertreter wurden Faktoren wie Arzneimittelbudgets und das damit verbundene Regressrisiko, Überregulierung, Qualitätsdefizite in der Versorgung, zu wenig verbreitetes Fachwissen, Selbstmedikation oder mangelnde Compliance genannt. Eine unbeantwortete Frage blieb außerdem, ob innovative Therapien künftig an den durch das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) geschaffenen Marktzugangshürden scheitern könnten. Fest steht aber schon jetzt, dass neue Arzneimittel einen erschwerten Zugang zum Markt und damit zum Patienten haben.

Prof. Dr. med. Wolfgang Koppert, Präsident der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes erläuterte die Lage der Schmerztherapie an deutschen Krankenhäusern, und zeigte anhand von diversen Studien, „dass es bei der Qualität der Schmerztherapie in deutschen Krankenhäusern noch erheblichen Verbesserungsbedarf gibt.“ Noch mehr Handlungsbedarf als bei dem „Symptom Schmerz“ sah er aber bei der chronischen Form des Schmerzes. „Der chronische Schmerz muss endlich als eigenes Krankheitsbild anerkannt werden“, lautete eine Forderung der Fachgesellschaft. „Damit der Fokus auf dieses Krankheitsbild gelegt wird, das eigentlich kein anerkanntes ist, müssen wir Daten generieren“, appellierte Koppert. Der Erkenntnisgewinn sei eine Steilvorlage für die Durchsetzung der Schmerzmedizin als eigenständige Disziplin. Einzig bei der Palliativmedizin gebe es bereits die Aufmerksamkeit, die das Fach verdiene. „Die Schmerzmedizin gehört in die Approbationsordnung und der Schmerz zu den 182 erhobenen Qualitätsindikatoren“, forderte der Anästhesist.
Über die Grünenthal Gruppe Die Grünenthal Gruppe ist ein unabhängiges, international tätiges, forschendes Pharmaunternehmen im Familienbesitz mit Konzernzentrale in Aachen, Deutschland. Aufbauend auf ihrer einmaligen Kompetenz in der Schmerzbehandlung ist es das Ziel, die patientenzentrierteste Firma und damit führend in Therapie-Innovation zu werden. Insgesamt ist die Grünenthal Gruppe in 36 Ländern weltweit mit Gesellschaften vertreten. Grünenthal-Produkte sind in mehr als 100 Ländern erhältlich und circa 4.900 Mitarbeiter arbeiten global für die Grünenthal Gruppe. Der Umsatz 2010 betrug rund 910 Mio €. Weitere Informationen unter: http://www.grunenthal.de/

Kontakt:
Christina Obertanner
Tel.: +49 241 569-3081,
Fax: +49 241 569-1511,
christina.obertanner@grunenthal.com
Grünenthal GmbH, 52099 Aachen, Deutschland

Christina Obertanner | idw
Weitere Informationen:
http://www.grunenthal.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Workshop: Future Trends in DNA-based Nanotechnology vom 29. Mai bis 2. Juni 17
23.05.2017 | Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme

nachricht Dritter internationaler Workshop „Innovations in Oncology“: Anmeldung offen
18.05.2017 | Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften