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3. Internationaler Zukunftsworkshop „Risk Assessment in Platelet Transfusion“

04.11.2010
Arbeitsgemeinschaft der Ärzte staatlicher und kommunaler Bluttransfusionsdienste e.V. (StKB e.V)
11.11.2010; 13-17 Uhr
Medizinische Hochschule Hannover, Gebäude J6, Erdgeschoß, Hörsaal R

Einladung zur Pressekonferenz

Wir laden Sie hiermit zur Pressekonferenz am 11. November 2010, um 10:30 Uhr in den Hörsaal R, Gebäude J6, Erdgeschoß, Carl-Neuberg-Strasse 1, 30625 Hannover ein. Prof. Dr. Marcell U. Heim (Universitätsklinikum Magdeburg), Dr. Walter Hitzler (Universitätsmedizin Mainz) und Priv.-Doz. Dr. H.-G. Heuft (MHH) werden Ihnen das Programm des Zukunft-Workshops erläutern und Ihnen für weitere Fragen zur Verfügung stehen.

Presseerklärung

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Arbeitsgemeinschaft der Ärzte staatlicher und kommunaler Bluttransfusionsdienste (StKB; www.stkb.de) wird im Rahmen ihres 3. Internationalen Zukunftsworkshops „Risk Assessment in Platelet Transfusion“ die Transfusion von Thrombozytenkonzentraten thematisieren.

Hintergrund

Thrombozytenkonzentrate (TK) sind Blutprodukte, die in Deutschland ca. 400.000mal im Jahr transfundiert werden. Apherese-TK (A-TK) werden über ein maschinelles Spendeverfahren (Zellseparation) von einem einzelnen Spender gewonnen. So genannte Pool-TK (P-TK) hingegen werden aus mindestens 4-5 Vollblutspenden zu einem Blutprodukt zusammengemischt (=gepoolt). P-TK sind also ein „Abfallprodukt“ aus Vollblutspenden und werden vor allem von Blutspendediensten hergestellt, die hauptsächlich Vollblutspenden verarbeiten.

Das Problem

Der MHH-Blutspendedienst stellt für MHH-Patienten und Patienten anderer Kliniken und Praxen im Großraum Hannover ausschließlich A-TK bereit. In den Jahren 2006 bis 2009 wurden jährlich ca. 2.400 Patienten mit A-TK versorgt. Diese relativ kleine, aber schwerst kranke Patientengruppe benötigte ca. 14.000 A-TK/Jahr, die von einem Spenderkollektiv von ca. 1.400 Apheresespendern gewonnen werden. Bei einem Wechsel zur P-TK-Versorgung würden statt 1.400 mindestens 56.000 Spender (14.000×4 Vollblutspenden) benötigt, verbunden mit einem ca. 40fachen (!) Anstieg der Spenderexposition für die Patienten. Da die Blutversorgung in Deutschland einen hohen Sicherheitsstandard erreicht hat und die klassischen transfusionsrelevanten Infektionen wie HIV, Hepatitis B und C derzeit nur eine sehr geringe Rolle spielen, sollte diese Sicherheit auch weiterhin garantiert werden. Weltweit gesehen ist die Infektionslage aber keineswegs so günstig. Seit 1981 sind nachweislich folgende Erreger in die menschliche Blutversorgung eingebrochen oder erstmals nachgewiesen worden: HIV (USA, 1981, danach weltweit), GBV-C/HGV (Nordamerika, Europa 1993), TTV (Europa, 1997), Prionen (Großbritannien, 1996), HHV-8 (USA, 1997), Chagas (USA, 1997), West Nil Virus (USA, Canada, Mexiko, 1999), Chickungunya (La Reunion, 2006). Einige dieser Erreger sind in menschlichem Blut offenbar ungefährlich oder zeigen nur geringes Krankheitspotenzial (wie z.B. HHV-8). Andere ha-ben aber nachweislich zu transfusionsassoziierten Todesfällen geführt (z.B. HIV-, West Nil- und der Chickungunya-Virus). Besonders kritisch ist, dass die Mehrzahl dieser Erreger Infektionen mit längerem asymptomatischem Verlauf verursachen („stille Infektion“). In dieser Phase wirken die Spender gesund, deren Blutspende kann aber hoch infektiös sein. Da der Einbruch eines Erregers in die Blutversorgung nicht vorausgesagt werden kann und stille Infektionen ein besonderes Risiko in der Transfusionsmedizin darstellen, ist eine niedrige Spenderexposition eine sinnvolle und wirksame Vorsichtsmaßnahme gegenüber Infektionskrankheiten.

Der Workshop

Mit ihrem Workshop will die StKB ein deutliches Signal für den deutschlandweiten Einsatz von A-TK setzen. International anerkannte Experten werden sich zur Infektionssicherheit der Produkte und zur Entwicklung der Präparateauswahl in Nachbarländern äußern. Eine Analyse der juristischen Situation zur Anwendung von P-TK sowie eine Diskussions- und Fragerunde in deutscher Sprache mit Simultanübersetzung für Teilnehmer aus dem Ausland werden die Veranstaltung abrunden.

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

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