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Mit der Auszeichnung in der Höhe von rund 1,5 Mio. Euro wird Cornelis für seine Forschung über bakterielle Infektionskrankheiten geehrt. Der «ERC Advanced Investigator Grant» – ein Modul des 7. EU-Forschungsrahmenprogrammes – fördert vielversprechende Forschungsprojekte europäischer Spitzenforschender über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren.
Der Infektionsbiologe Prof. Dr. Guy Cornelis (Bild) ist seit 2001 Professor für molekulare Mikrobiologie am Biozentrum der Universität Basel. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit der Aufklärung komplexer Wirkmechanismen von bakteriellen Infektionserkrankungen wie dem Pest-Erreger Yersinia pestis. Cornelis erforscht seit über 25 Jahren den Pest-Erreger sowie den Erreger Yersinia enterocolitica. Dieser ist mit dem Pest-Erreger eng verwandt, jedoch ungleich harmloser, da er im Menschen lediglich leichte Magen-Darm-Infektionen verursachen kann.
Bereits in den achtziger Jahren hat Cornelis an der Universität Louvain in Belgien zur Entdeckung des Mechanismus bei Yersinia enterocolitica beigetragen. Dieser Erreger bedient sich – wie auch der Pest-Erreger – eines speziellen Infektionsapparats, dem «Typ III-Sekretionssystem», um die krankheitsbringenden Effektorproteine auf den Wirt zu übertragen. Yersinia enterocolitica ist für die Forschung zu einem überaus wichtigen Organismus geworden, an dem sich der spezielle Einspritzmechanimus dieser Bakterien genauer untersuchen lässt. Cornelis Arbeiten liefern eine wichtige Grundlage zur Entwicklung neuer Wege, um solch tödliche Infektionen ebenso wie viele weitere Infektionskrankheiten, die auf Typ III-Sekretionssysteme zurückzuführen sind, zukünftig zu verhindern.
Der Europäische Forschungsrat (ERC) würdigte Cornelis als «Weltexperten der Typ III-Sekretionssysteme sowie als herausragenden Mentor und “key opinion leader“ auf dem Gebiet der molekularen Mikrobiologie». Im Rahmen des mit rund 1,5 Mio. Euro dotierten «ERC Advanced Investigator Grant» möchte Cornelis neue Aspekte der Mikrobe-Wirt-Interaktionen sowie die Virulenz pathogener Keime genauer untersuchen, um Konzepte zu möglichen immunsuppressiven Faktoren zu erarbeiten. Nach seiner Emeritierung im kommenden Jahr plant Cornelis zu seiner Familie in die Region von Namur, Belgien, zu ziehen. Das Forschungsgeld wird Cornelis an der Facultés Universitaires Notre-Dame de la Paix in Namur einsetzen.
Zweiter «ERC Advanced Investigator Grant» für das Biozentrum
Mit dem «ERC Advanced Investigator Grant» zeichnet der Europäische Forschungsrat Spitzenforscherinnen und -forscher in ganz Europa aus, um vielversprechende Forschungsprojekte über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren zu unterstützen. Mit dem ERC-Grant an Prof. Guy Cornelis haben bereits sieben Forschende der Universität Basel den Förderbeitrag erhalten. Für das Biozentrum ist es der zweite: 2009 wurde der Förderpreis der Neurobiologin Prof. Dr. Silvia Arber zugesprochen.
Weitere Auskünfte
Prof. Dr. Guy R. Cornelis, Universität Basel, Biozentrum, Tel. +41 61 267 21 10, E-Mail: guy.cornelis@unibas.ch
Heike Sacher | Quelle: Universität Basel
Weitere Informationen: www.unibas.ch
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